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Gelege von seltenen Vögeln gefährdet : Fuchs und Marder in Schach halten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Fachmann informierte den Hegering Garding/Katharinenheerd über die richtige Verwendung von Betonrohrfallen. Unterdessen hat die Landesregierung ein Prädatorenprojekt für Eiderstedt ins Leben gerufen, um der Überpopulation Herr zu werden.

Einen besonderen Gast hatte der Hegering Garding/Katharinenheerd zur Herbstversammlung: den Berufsjäger Kalle Hildebrandt vom Nationalparkamt. Vorsitzender Knut Hartwig begrüßte außerdem den Landesgeschäftsführer des Landesjagdverbandes, Andreas Schober, und darüber hinaus Mitglieder benachbarter Hegeringe.

Andreas Schober gab einen Überblick über seinen beruflichen Werdegang. Als Jurist hatte er sich mit dem Jagdrecht befasst und ist seit dem 1. Juli 2012 Geschäftsführer beim Landesjagdverband. Fang- und Jagdzeitenverordnung sowie Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft waren nur einige Themen, auf die er einging. Fallen, die zur Dezimierung von Prädatoren wie Fuchs, Marder, Mink und sonstigen Wildtieren beitragen, müssen vom TÜV registriert werden. Bis auf die eingebauten Betonrohrfallen, die lediglich einmal vor Inbetriebnahme geprüft werden, müssen alle aufgestellten Fallen alle vier Jahre dem TÜV vorgestellt werden. Wichtig sei, so der Referent, dass die Jäger die Fallen morgens und abends kontrollieren.

Eine neue Jagdzeitenverordnung sollte von der Regierung schon längst verabschiedet worden sein. Wegen einiger Unstimmigkeiten rechnet Schober allerdings nicht vor dem Frühjahr 2014 damit. Da die Jäger im Bundesgebiet flächendeckend vertreten sind, ist das Bundesamt für Artenschutz mit der Bitte an sie herangetreten, ein Wildtierkataster zu führen. „Eine sehr zeitaufwändige und auch kostenintensive Arbeit“, so Schober. Allein ein Streckenregister würde hier nicht ausreichen, da es nicht den tatsächlichen Bestand zeige.

Sehr aktuell ist das Thema Zwangsmitglied in einer Jagdgenossenschaft. Bisher war es einem Grundstückseigentümer nicht möglich, seinen Grund und Boden aus ethischen Gründen befrieden zu lassen. Hier greift nun ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das besagt, dass die Einbindung in einer Jagdgenossenschaft für einen Grundeigentümer, der die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt, eine unverhältnismäßige Belastung darstellt und gegen die Europäischen Menschenrechtskonvention verstößt. Von anderen Ländern ist dieses Urteil bereits in nationales Recht umgesetzt worden, berichtete Schober.

Kalle Hildebrandt, vom Nationalparkamt als Nationalpark- und Deichjäger angestellt, berichtete, dass die Population von Prädatoren immer mehr zunehme. Außerdem passten sich diese immer mehr ihrer Umgebung an. So habe man vor kurzem einen Bau mit Füchsen auf Oland entdeckt. Auf Eiderstedt liege die enorme Verbreitung von Prädatoren stark an der Verbreitung des Bisams, einem Beutetier von Füchsen. Leider seien auch viele Gelege von seltenen oder aussterbenden Vogelarten bedroht. Aus diesem Grunde habe die Landesregierung ein Prädatorenprojekt Eiderstedt ins Leben gerufen, das besagt, dass diese verstärkt unter anderem durch Fallen bejagt werden sollen. Hier seien wieder einmal die Jäger gefragt, da sie sich in ihren Revieren gut auskennen.

Kalle Hildebrandt gab ein Beispiel, wie der Aufbau einer Betonrohrfalle aussehen könnte. Außerdem zeigte er, wie ein Tier sicher aus einem Fangkorb geborgen werden kann. Auch bei diesem Wildtier-Projekt gelte es, Fragebögen auszufüllen. Gefragt werde, welcher Jäger das Tier in welchem Revier gefangen hat, um welche Tierart und welches Geschlecht es sich handelt. Gewicht, Alter und Erlegungsart seien ebenfalls anzugeben.

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