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Schauplatz Außenhafen : Frühjahrsputz im Trockendock

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Husumer Außenhafen wird dieser Tage mächtig viel gearbeitet. Im Trockendock der Dock und Reparatur GmbH und Co KG werden die Tore und Spundwände entrostet und konserviert. Und auch der 400-Tonnen-Kran bei Senvion bedarf der Überholung.

Der Husumer Hafen ist derzeit eine Großbaustelle. Neben ersten Ausbaggerungsarbeiten im Außenhafen werden auf dessen Südseite nach wie vor die Spundwände des Landesbetriebes Schleswig-Holstein für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) saniert. Und auch bei der Husumer Dock und Reparatur GmbH und Co KG (HDR) sowie auf dem Gelände des Windkraftanlagen-Herstellers Senvion (vormals Repower) wird derzeit pausenlos gehämmert, gestrahlt und geschweißt.

Fast sehnsüchtig schaut Erich Koester vom Senvion-Betriebsgelände zu seinem Arbeitsplatz hinauf. Der befindet sich in 25 Metern Höhe und ist keine zwei Quadratmeter groß. Aber dafür bietet er spektakuläre Aussichten in alle Himmelsrichtungen. Normalerweise bugsiert der Kranführer von hier oben aus Gondeln und Naben von Windkraftanlagen millimetergenau in die Bäuche der Küstenmotorschiffe „Ilka“ und „Maike“. Die gehören dem Agrarhandelsunternehmens ATR Landhandel GmbH & Co KG und wurden eigens dafür umgebaut, neben Futtermitteln und Getreide auch Windkraftanlagen-Komponenten transportieren zu können. In den vergangenen drei Jahren hat allein die „Maike“ mehr als 1500 Windkraftanlagen-Teile für Senvion befördert. Doch derzeit wird der 400 Tonnen schwere Kran, der sich schon vor Beginn der Produktion von Windkraftanlagen über dem damaligen Schiffswerft-Gelände drehte, grundlegend überholt. Deshalb turnen derzeit andere dort oben herum – und Erich Koester muss zuschauen. Das bedeutet aber nicht etwa, dass der Betrieb bei Senvion ruht. Ersatzkräne sorgen dafür, dass die Verladung auf Lastkraftwagen weitergehen kann.

Wenn Koester jetzt gerade dort säße, wo er am liebsten sitzt – in der Kanzel seines Krans –, dann sähe er, dass auch nebenan, auf dem Gelände von HDR, mächtig gearbeitet wird. Dort werden Tore und Spundwände der Docks mit 2000-bar-Wasserstrahlern entrostet und anschließend konserviert. „Das war mal wieder an der Zeit“, sagt Kapitän Michael Hinz. Und wenn Mitte Mai der Hafen für rund zwei Wochen zum Teil gesperrt wird, dann „wollen wir die Gelegenheit beim Schopf packen und auch die ,Maike‘ von Grund auf überholen“, erläutert der Leiter der Schifffahrtsabteilung von ATR. Das durchgehende Aufstauen des Hafenwassers ist für einen gewissen Zeitraum der Hafensanierung, über die wir noch gesondert berichten werden, unverzichtbar.

Im Schifffahrtsdeutsch gesprochen muss die Klasse der „Maike“ erneuert werden. Umgangssprachlich ist das mit einem TÜV-Besuch vergleichbar. „Das geschieht alle fünf Jahre“, sagt Hinz. Unter anderem wird mit Hilfe von rund 1000 Ultraschallmessungen geprüft, ob der Stahl des Schiffes die erforderliche Stärke aufweist. Auch Lukendeckel und Außenhaut der „Maike“ müssen gestrahlt und konserviert werden. Zu guter Letzt sollen Hydraulik- und Rohrleitungen überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Und auch der Hilfsdiesel wird überholt. „Tatsächlich umfasst das Arbeitsprogramm mehr als 100 Einzelpunkte“, erklärt Hinz und lässt keinen Zweifel daran, dass das „eine Menge ist“. Deshalb wird zeitweilig rund um die Uhr gearbeitet werden müssen. Eine ordentliche Belastung für die Crew, die während der rund 200 000 Euro teuren „Runderneuerung“ an Bord bleiben wird. „Aber wenn’s zu doll wird, schicke ich sie ins Hotel“, verspricht der ATR-Kapitän.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 17:00 Uhr

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