Oldenswort : Früh gefreit hat das Goldpaar Pokrant nicht gereut

Karl-Ludwig Pokrant zeichnet gern, auch seine Frau Irmgard, mit der er seit 50 Jahren verheiratet ist.
Karl-Ludwig Pokrant zeichnet gern, auch seine Frau Irmgard, mit der er seit 50 Jahren verheiratet ist.

Karl-Ludwig und Irmgard Pokrant aus Oldenswort feiern am 31. August ihre goldene Hochzeit.

shz.de von
28. August 2018, 16:50 Uhr

Oldenswort | Nach 50 Jahren läuten am Freitag (31.) erneut die Glocken der Oldensworter St.-Pankratius- Kirche für Irmgard und Karl-Ludwig Pokrant. Hier wurden das Ehepaar am gleichen Tag des Jahres 1968 getraut. Kennenglernt haben sich die beiden gebürtigen Oldensworter bei den regelmäßigen Treffen der Landjugend. Ein knappes halbes Jahr vor der Eheschließung hatte der Bräutigam seine Maurerlehre bei einem örtlichen Unternehmen abgeschlossen und danach eine aussichtsreiche Anstellung in seinem Beruf in Hamburg gefunden. Doch die Bindung in die Heimat riss nicht ab, zumal sich bei dem Paar Nachwuchs einstellte. Kurzentschlossen änderte der angehende Vater seine Lebensplanung und kehrte nach Hause zurück. Nach der Verlobung mussten sich die beiden 18-jährigen Eheaspiranten gerichtlich für volljährig erklären lassen, um bald darauf zu heiraten.

Schnell fand der frischgebackene Ehemann und Vater Arbeit in seinem Beruf bei verschiedenen Firmen in der Umgebung und profitierte von dem damaligen Bauboom an der Küste und auf den Inseln. Das erste eigene Heim in der Everschopstraße entstand 1971/72, als Karl-Ludwig Pokrant seine Wehrpflicht bei der Bundeswehr in Seeth ableistete und als „Heimschläfer“ mit dem Fahrrad pendelte. 1982 legte er die Meisterprüfung ab. Nach einem Umzug in das Haus seiner Eltern machte er sich 1997 mit einem Baugeschäft selbstständig, mit dem er immer noch tätig ist.

„Der Gemeinschaft zu dienen und anderen Hilfe zu leisten, war immer unser Lebensmotto“, erklärten beide Jubilare übereinstimmend. So war Irmgard Pokrant als ausgebildete Helferin beim Roten Kreuz und in der stationären sowie häuslichen Pflege tätig. Seit Jahrzehnten widmet sie sich der Betreuung älterer Einwohner bei den regelmäßigen Seniorennachmittagen. Mehrere Jahre war sie Betreuerin der Jugendfeuerwehr des Dorfes und erhielt dafür die Floriansmedaille.

Auf 23 Jahre als Ehrenbeamter der Gemeinde blickt ihr Mann zurück. Von 1985 bis 2003 leitete er die Freiwillige Feuerwehr, in die er bereits als Jugendlicher eingetreten war. In seiner Zeit wurden zum ersten Mal Frauen aufgenommen, das neue Gerätehaus übernommen, Fahrzeuge angeschafft und etliche Wettbewerbe gewonnen. Zwischenzeitlich sorgte Karl-Ludwig Pokrant als Vorsitzender des Bauauschusses dafür, dass in der Schule ein Werkraum eingerichtet wurde. Bis 2008 bekleidete er für fünf Jahre den Posten des Amtswehrführers, nachdem er zuvor seinen Vorgänger sechs Jahre vertreten hatte. Für seinen besonderen Einsatz erhielt er das Feuerwehrehrenkreuz in Silber sowie die Brandschutzehrenabzeichen in Silber und Gold. Der Familientradition folgend, absolvierten auch die fünf Kinder Ausbildungen in der Feuerwehr.

Seitdem der 68-Jährige beruflich kürzer tritt, hat Karl-Ludwig Pokrant mit seiner Frau Freude am Reisen gefunde. Sein neues Hobby ist das Zeichnen von Porträts. Die beliebtesten Motive sind die acht Enkelkinder des Paares. Die große Familie ist auch dabei, wenn nach dem Gottesdienst, der um 18 Uhr beginnt, im Handelskrug die goldene Hochzeit gefeiert wird.

Bereits am 29. August erwarten die Eheleute Nachbarn und Mitglieder von Vereinen zum Polterabend.

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