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Hans-Momsen-Preis : Frisist mit schwedischen Wurzeln

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Höchste Ehre Nordfrieslands: Dem Bredstedter Nils Rudolf Århammar wurde am Sonntag der Hans-Momsen-Preis verliehen – neben einem Geldpreis gab es auch einen einzigartigen Ehrenring.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 11:45 Uhr

Der Preisträger des Hans-Momsen-Preises 2014 ist Professor Nils Rudolf Århammar. In einem Festakt im Schloss vor Husum wurde dem 83-jährigen Bredstedter gestern die Auszeichnung für seine Verdienste im Bereich der friesischen Sprachforschung und Lehrtätigkeit übergeben. „Nils Århammar verbindet in seinen Veröffentlichungen Materialreichtum, analytischen Scharfsinn und wissenschaftliche Kreativität, Gründlichkeit, Detailliertheit und einen gepflegten Schreibstil“, so Kreispräsident Heinz Maurus in seiner Laudatio. Der Geehrte nehme sich dabei – wie auch in seinem Unterricht oder im privaten Gespräch – Zeit und Raum für eine persönliche Note oder interessante Nebensächlichkeiten und schweife gerne einmal ein wenig vom Thema ab, wie die vielen Fußnoten und Exkurse in seinen Aufsätzen verraten würden. „Diese Arbeitsweise passt nicht zu starren Planungen, bindenden Fristen und absoluten Deadlines und hat ihn manchmal in Konflikt gebracht“, erzählte Maurus. Allerdings habe das Nils Århammar nicht daran gehindert, im Laufe von etwa 60 Jahren ein „monumentales Gesamtwerk zu Stande zubringen.“ Vieles habe der Preisträger durch seine friesischen Sprachaufnahmen und Sammeltätigkeit für die Nachwelt gerettet. „Ihre sprachwissenschaftlichen Forschungen haben unser Bild der Geschichte der Friesen und des Friesischen in Nordfriesland geschärft, aber auch wissenschaftliche Grundlagen für einen Ausbau und eine Modernisierung der Sprache geschaffen“, so der Laudator und weiter: Nils Århammar habe seine Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit Entscheidendes zur Popularisierung der Frisistik und zur Förderung des Friesischen beigetragen.

Der Kreispräsident übergab dem Geehrten einen Ehrenring, der in diesem Jahr von der Husumer Goldschmiedemeisterin Maren Wesemann angefertigt wurde. Zudem erhielt der Bredstedter eine Ehrenurkunde mit Urkundenmappe, die von der Buchbindemeisterin Svenja Greier aus Rendsburg hergestellt wurde sowie einen Geldpreis. Seine Dankesrede stellte der Professor unter das Motto der alten seefahrenden Nordfriesen, Rüm Hart, klaar Kimming (Weites Herz, klarer Horizont). Er gedachte seiner alten nordfriesischen Freunde und Helfer, die inzwischen verstorben sind „in dieser Stunde mit tiefer Dankbarkeit.“ Gemeinsam mit seiner Frau Ritva, die mit ihm ein „gutes Team“ bildet, freute er sich, dass sich so viele Menschen aufgemacht hatten, um bei dem Festakt dabei zu sein. Er bedankte sich bei Landrat Dieter Harrsen, dem Kreispräsidenten und dem Kuratorium der Stiftung Nordfriesland für die Nominierung des Preises als erster Frisist überhaupt. „Nach einem langen und durch die Arbeit mit dem Friesischen erfüllten Leben ist diese Ehrung für mich ein letzter Höhepunkt, der auch zum Innehalten und zur rückschauenden Besinnung nötigt“, sagte er.

Was folgte, war der Rückblick auf seine schwedischen Wurzeln und seine Anfänge. Stationen des inzwischen 83-Jährigen: Deutsch-, Englisch- und Phonetikstudium an der Universität Uppsala, wobei sein beruflicher Werdegang entscheidend durch seinen Lehrer Professor Ernst Löfstedt, einem der ersten namhaften Frisisten, geprägt wurde. 1957 begann er mit Sprachaufnahmen auf Föhr und Amrum, 1960 wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Nordfriesischen Wörterbuchstelle der Uni Kiel, 1963 Lektor für Schwedisch an der Uni Marburg. 1947 habilitierte er sich für germanische Philologie mit besonderer Berücksichtigung des Friesischen und Niederdeutschen. 1988 folgte die Übernahme der Friesischen Professur an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg, verbunden mit der Leitung des Nordfriisk Instituuts in Bredstedt. Auch nach seiner Pensionierung 1996 ist er im Einsatz, unter anderem als Referent im In- und Ausland.

Das Dragseth Duo sorgte für den musikalischen Rahmen.

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