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Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 23:09 Uhr

Neue Leitung : Frisches Wasser für die Robben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bau der Seewasserleitung vom Watt zum Westküstenpark in St. Peter-Ording ist fast abgeschlossen. Er war notwendig geworden, da die alte Leitung nicht genügend Kapazität hatte, um das Becken zu jeder Zeit mit ausreichend Frischwasser zu versorgen.

Nun ist es bald so weit. Nicht nur die Seehunde im Robbenbecken des Westküstenparks werden demnächst mit Nordseewasser über die neue Seewasserleitung vom Böhler Priel am Südstrand versorgt, auch die BG Nordsee Reha-Klinik im Wohldweg und die Strandklinik in der Fritz-Wischer-Straße werden davon profitieren. Die Kapazität der Seewasserleitung im Bad konnte den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Das Kreisveterinäramt hatte nämlich vor zwei Jahren angemahnt, für eine bessere Versorgung des Robbenbeckens mit Seewasser zu sorgen, da die Werte nicht an allen Tagen optimal für die Tiere waren (wir berichteten). Die Gemeindevertreter beschlossen im März, in die Infrastruktur zu investieren. Seitdem wurde an der 3,7 Kilometer langen Strecke vom Böhler Priel bis zum Westküstenpark gearbeitet. Die neue Leitung hat noch einen weiteren Vorteil: Sollte die alte im Bad einmal ausfallen, kann über die Entnahmestelle Böhl in die vorhandene Ringleitung von der Dünentherme Seewasser eingespeist werden.

Im Sommer ruhten die Bauarbeiten allerdings. Die Gemeinde St. Peter-Ording musste mit dem Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt (DHSV) nachverhandeln. Ihm gehört der Dünengürtel, durch den die Leitung auf einer Länge von 200 Meter geführt wird. Der DHSV hatte eine höhere Pacht für die Wege und Anlagen im Dünenwald, der ihm gehört, gefordert. Außerdem ging es um den Verkauf des Grundstücks, auf dem die Parkpalette steht, an die Gemeinde. Anfang September einigten sich beide Parteien. Nun gab es auch grünes Licht für die Verlegung des PVC-Rohrs, das einen Durchmesser von 4,5 Metern hat. Inzwischen sind diese Arbeiten einschließlich der Verlegung des Seewasserleitungsrohrs, des Entlüftungsrohrs und des Rohrs für das Kabel der Wasserstandsmessglocke im Entnahmeschacht bis zur Pumpenstation Ostlandstraße ausgeführt worden.

Nach dem weitgehenden Abschluss dieser Baumaßnahmen trafen sich nun Vertreter der Bau- und Ingenieursfirmen, Carsten Eritt, Leiter des Fachbereichs Bauen und Entwicklung beim Amt Eiderstedt, sowie der mit der Federführung beauftragte Sachbearbeiter Stefan Cornils mit Vertretern der beteiligten und genehmigenden Einrichtungen zu einem Ortstermin. Anwesend waren Gerd Hartwig und Michael Jacobs vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning, Frank Barten vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Husum, Armin Jeß von der Nationalparkverwaltung in Tönning, Bert Lossau von der Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland und Siegfried Matusek von der UAG Umweltplanung und Umweltaudit GmbH Kiel. Er hatte die Aufgabe der Baubegleitung und des Monitorings während der Arbeiten übernommen. Ebenfalls anwesend war St. Peter-Ordings Klärwerksleiter Norbert Bies.

Ziel dieser Zusammenkunft war es, die Planung mit der tatsächlichen Trassenführung zu vergleichen und auch nachzubessern, aber insbesondere die Einhaltung der Auflagen hinsichtlich Umwelt-, Natur- und Küstenschutz zu überprüfen. Alle Punkte konnten als erledigt betrachtet werden. Zudem wurden für die noch folgenden Maßnahmen die Weichen gestellt. Es fehlt noch ein Umschlagplatz für die Wartungsarbeiten. Die Ausführung soll umweltverträglich vorgenommen werden. Unter anderem kann dabei die Feuerwehr des Orts mit ihrem Luftkissenboot helfen.

Als nächstes wird die Sicherung der Entnahmestelle gegen Eisgang vorgenommen. Dafür sind 50 Tonnen Basaltsteine geordert worden, die demnächst mittels Kettenbagger durchs Watt transportiert werden sollen. Der Weg seeseitig vom Brückensteg am Südstrand zum Steg soll bis Ende März vor Beginn der Brutzeit ausgebessert sein. Die mögliche Nutzung als Rettungsweg wie bisher ist Bedingung. Danach erfolgt die Pumpenmontage in der Station am Ende der Ostlandstraße. Wegen der Zunahme an Abwasser soll die Einleitungsgenehmigung der Gemeinde aufgestockt werden. Mit den Kliniken sind noch Regelungen zu besprechen. Vorbereitungen müssen auch noch seitens des Westküstenparks zwecks Umstellung auf die neue Leitung getroffen werden, hieß es. Die Beteiligten gehen davon aus, dass der Betrieb in der zweiten Novemberhälfte aufgenommen werden kann.

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