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Anziehungspunkt: Das Backhaus : Frisches Brot lockt die Gäste

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Backhaus in St. Peter-Ording bleibt ein Anziehungspunkt. Die anliegende Historische Insel zeigt Eiderstedts Besonderheiten – und ist auch Teil der Kultursaison, die am Freitag, 28. August, beginnt.

Seit 2006 ziert das Backhaus nun schon den alten Deich, der früher das Dorf vor der Nordsee schützte. Es ist während der Saison jeden Donnerstag ab etwa 13 Uhr ein besonderer Anziehungspunkt für Gäste und Einheimische. Hier gibt es dann wie auch an bestimmten anderen Tagen im Jahr nach alter Art gebackenes frisches Brot und Stuten sowie auch Kuchen. Frische Schmalzbrote kommen außerdem dazu. Tische und Bänke laden zudem zum Verzehr und jederzeit zum Verweilen ein. Für alles sorgt das Backhaus-Team um Walter Petersen. Es ist Teil der Arbeitsgemeinschaft Orts-Chronik (www.chronik-spo.de). Ihr Initiator, Motor und Vorsitzender ist seit 1985 Claus Heitmann, ein gebürtiger Eiderstedter. „Viele Unterstützer, Helfer und Chronisten stehen und standen mir stets zur Seite“, sagt er.

Um das Backhaus herum hat sich bis heute eine Historische Insel entwickelt. Die AG-Ortschronik hat diese nach und nach mit viel Handwerkskunst und zeitlichem Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter entstehen lassen. Mit ihr ist ein besonderes Kleinod geschaffen worden, das als touristischer Kulturpunkt seinesgleichen sucht. Hier kann man dicht gedrängt Kleindenkmäler der Landschaft Eiderstedt kennenlernen und nebenbei Wissenswertes und Charakteristisches erfahren.

Das neuste Bauwerk ist der sogenannte Vier-Rutenberg. Er ist erst in diesem Jahr errichtet worden, allerdings kleiner als die Originale. Seine echten Maße für Grundseite und Seitenhöhe – nämlich eine Eiderstedter Rute – kann man am Schüttkoben ablesen. Mit dem Vier-Rutenberg wurde das Ensemble vervollständigt. Das Dach ist reetgedeckt, die Rasensaat rundherum ist aufgelaufen, die Wege sind planiert und die Beschriftungen angebracht.

Der Leitgedanke für die Gesamtanlage ist, Eiderstedt mit seinen historischen Besonderheiten anhand dieser kulturellen Kleindenkmäler anschaulich werden zu lassen. Mit ihren friesischen, dänischen und niederländischen Erbstücken stellt sie sich als eine typische Region dar. Unter der Landschaft Eiderstedt verstand man früher eine Verwaltungseinheit – eine der ganz wenigen in Schleswig-Holstein. Dieses ist ein besonderes touristisches Alleinstellungsmerkmal. Die hier präsentierten Kleindenkmäler weisen auf unterschiedlichen Einfluss und Herkunft hin. Deichstein und Duckdalben sind den Niederlanden zuzuordnen. Der Schüttkoben zeugt vom germanischen Recht. Das Heck ist typisch für die Eiderstedter Fennen. Schipperhus und Eiskeller gehören nach St. Peter, zu Vorland und Dünen.

Ideen und Tatkraft haben die Historische Insel möglich gemacht. Schon vor dem Jahre 2000 waren es vier „Holzbearbeitungsrentner“, die mit ihrer Bereitschaft zu helfen und dem ihnen eigenen ehrenamtlichen Engagement Dinge entscheidend mit auf den Weg gebracht und mit ihrem handwerklichen Geschick verwirklicht haben. Zu ihnen gehört beispielsweise auch der Klockenstapel aus dem Jahr 1999 neben der St. Peter-Kirche. An Friedrich Fock (1931-2000) und Karl Wiese (1933-2015) sei erinnert. Karl-Heinz Hansen (Jahrgang 1932) war bis vor wenigen Jahren noch ganz aktiv dabei. Karl-Heinz Peters (Jahrgang 1928) ist immer noch im Backhausteam mit großer Freude tätig. Zu den Männern bringen sich seit Jahren vor allem im Backhausteam viele Frauen ein. Ihnen allen gebührt ein großer Dank, nicht nur wegen des während der Saison jede Woche donnerstags frischen Brotes aus dem angeheizten Backhaus. Während des Wartens in der „Brotschlange“ kann man auch Claus Heitmann mit seinen Geschichten zuhören. Die Eiderstedter spielen darin immer eine Hauptrolle.

Die 4. Eiderstedter Kultursaison (www.eiderstedter-kultursaison.de) steht kurz bevor. Sie beginnt am Freitag, 28. August, und endet am Sonntag, 6. September. Die „Historische Insel“ ist wie vieles andere ein im Kulturreiseführer ausgewiesener Kulturpunkt. Man suche solche Punkte auf, erlebe dabei die Landschaft Eiderstedt und erfahre etwas von der Historie. Dabei wird man dann sicher auch die Bedeutung des Ausdrucks „Weite, die frei macht“ in seinem tieferen Sinne verstehen.

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