zur Navigation springen

Nordfriisk Instituut in Bredstedt : Friesisches Kulturgut bewahren

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In den 50 Jahren seit Gründung des Nordfriisk Instituuts ist dessen Bibliothek auf 20.000 Bände angewachsen. Nun wird die Sammlung archiviert.

Seit wenigen Wochen erst ist Harald Wolbersen als Bibliothekar im Nordfriisk Instituut in Bredstedt tätig – und gleich hat er gemeinsam mit Projektmitarbeiterin Anne Paulsen-Schwarz eine „Herkulesaufgabe“ zu stemmen: Die beiden müssen den Umzug der rund 20.000 Bände umfassenden wissenschaftlichen Spezialbibliothek organisieren, denn diese soll im neuen Magazinkeller ihren Platz finden, der im Anbau der Forschungseinrichtung entstanden ist.

Das Jahr des 50-jährigen Institutsjubiläums ist gleich in zweifacher Hinsicht ein Meilenstein für die Sammlungen des wissenschaftlichen Instituts. Erstmals konnte dank einer mit dem Land Schleswig-Holstein getroffenen Vereinbarung ein ausgebildeter Bibliothekar eingestellt werden. Und endlich können die Spezialbibliothek für Nordfriesland und das Archiv der friesischen Volksgruppe in Räumlichkeiten verwahrt werden, die modernen Ansprüchen genügen.

Seit einem halben Jahrhundert sammelt das Nordfriisk Instituut Veröffentlichungen, die sich mit Nordfriesland befassen. Viel Geld für Ankäufe gab es selten, aber viele Verlage zeigten sich großzügig. Schenkungen aus Privatbesitz kamen hinzu. Seit den 1990er-Jahren begannen die Bibliotheksräume immer mehr „aus allen Nähten“ zu platzen. Im neuen Anbau hat das Institut nun 1000 Regalmeter für seine Schätze erhalten.

Das Magazin ist voll klimatisiert – damit ergeben sich neue Möglichkeiten der Langzeitaufbewahrung von historischen Buchbeständen und Archivalien. Das Nordfriisk Instituut wird damit in die Lage versetzt, das schützenswerte friesische Kulturgut sachgerecht aufzubewahren, um es Interessierten vor Ort in Bredstedt zur Verfügung zu stellen. Die jetzigen Bibliotheksräume im Erdgeschoss werden dafür renoviert und zu einem modernen Lesesaal umfunktioniert. Neben einem Präsenzbestand mit den wichtigsten Büchern und Zeitschriften zu Nordfriesland bekommt der Lesesaal großzügige Arbeitsplätze, an denen nicht nur Forscher Archivalien, Karten, Zeitungsartikel und vieles mehr einsehen können. Darüber hinaus wird den Benutzern über W-LAN der Zugang zu weiteren Datenbanken ermöglicht.

Für die konzeptionelle Ausrichtung der Bibliothek und des Archivs steht der Bibliothekar und Historiker Harald Wolbersen. Der gebürtige Husumer bringt seine Erfahrungen aus verschiedenen wissenschaftlichen Bibliotheken mit und möchte die Zusammenarbeit mit den regionalen Einrichtungen fördern. Neben den Archiven und Bibliotheken in Nordfriesland sind dies vor allem die Dansk Centralbibliotek in Flensburg und die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek in Kiel.

Die vordringliche Aufgabe der kommenden Jahre sieht er darin, die Buchbestände der Bibliothek in einen Web-Katalog zu übertragen, damit sie über das Internet recherchierbar sind. Da nun eine zeitgemäße Archivierung gesichert ist, will er sich gezielt um weitere Nachlässe und Archivbestände bemühen, die zu den Themen des Nordfriisk Instituut passen. „Alle Interessierten sind uns willkommen“, sagt Harald Wolbersen, „ob nun persönlich in unserem Lesesaal oder virtuell über das Internet.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen