„Friesisch in Europa fest verwurzelt“

Einige Teilnehmer des Interfriesischen Kongresses zogen zu dem besonderen Anlass ihre Tracht an.
Einige Teilnehmer des Interfriesischen Kongresses zogen zu dem besonderen Anlass ihre Tracht an.

Erfolgreicher Interfriesischer Kongress am vergangenen Wochenende auf Sylt / Rund 100 Teilnehmer erwartete ein volles Programm

Julia Lund von
08. Juni 2015, 05:07 Uhr

„Der Kongress hat in jedem Fall bewirkt, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl der Friesen untereinander weiter gewachsen ist“, resümiert die Sylterin Maren Jessen den Interfriesischen Kongress, der am vergangenen Wochenende auf der Nordseeinsel tagte.

Alle drei Jahre organisiert der Interfriesische Rat in einem der drei Frieslande (West-, Ost- und Nordfriesland) die Veranstaltung, an der in diesem Jahr rund 100 Friesen teilnahmen. Kongress-Sprache war ausschließlich Friesisch, auch wenn sich die verschiedenen Mundarten teilweise erheblich unterscheiden. „Die Kommunikation klappt trotzdem immer hervorragend, im Notfall muss man aber das eine oder andere Wort auch mal auf Hochdeutsch sagen“, so Jessen, die Mitglied im Interfriesischen Rat ist und sich im Vorfeld für den Veranstaltungsort Sylt stark gemacht hatte.

Die Teilnehmer erwartete ein straffes Programm: Mitgliederversammlung, Workshops, gemeinsame Ausflüge und zum Ausklang ein Gottesdienst in der Keitumer Kirche St. Severin standen auf der Tagesordnung. Außerdem wurde ein neuer Präsident gewählt. Auf den Bredstedter Erk Hassold, der das Amt in den vergangenen Jahren innehatte folgt Helmut Collmann, der sich ab sofort um die Belange der Friesen kümmern wird.

„Es ist immer toll, Gleichgesinnte kennenzulernen – und das in einer so tollen Umgebung“, freute sich Jessen. Die Unterbringung der Gäste und Teile des Programms fanden in der Akademie am Meer/Volkshochschule Klappholttal zwischen Kampen und List statt. „Der Veranstaltungsort war hervorragend gewählt, alle Gäste haben sich wohl gefühlt, die Natur genossen und eine harmonische Zeit erlebt“, so die Sylterin.

Dass der Interfriesische Kongress eine wichtige Rolle spielt, betonte auch Landtagspräsident Klaus Schlie in seiner Rede vor den Teilnehmern bei der Mitgliederversammlung im Westerländer Rathaus am vergangenen Freitag. „Die friesische Kultur ist in Europa mittlerweile fest verwurzelt“, sagte er. „Das zeigt, dass sich die Friesen Gedanken darüber machen, wie sie ihre Sprache und ihre Kultur wahren und weiterleiten können.“

Der Sonnabend stand dann ganz im Zeichen der Workshops. Dort ging es um Kindergärten, Trachten, eine Ideenwerkstatt und Theater. „Ich freue mich besonders darüber, dass wir ein Theaterstück entwickeln konnten, dass im Frühherbst in Niebüll aufgeführt werden wird – in Mooringer Mundart.“

Der Gottesdienst in St. Severin, mit dem der Kongress endete, war für die Teilnehmer dann noch ein abschließendes Highlight. „Es war beeindruckend, wie die Sylter Pastorin Susanne Zingel den Gottesdienst gestaltet hat“, schwärmte Präsident Erk Hassold, „das war ein schöner Abschluss für eine tolle und harmonische Veranstaltung“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen