Noch ein Fünkchen Hoffnung in Bredstedt : Friesenverein erneut vor dem Aus

Immer wieder ein hübscher Anblick: Der Vorsitzende des Nordfriesischen Vereins, Heinrich Bahnsen,  schlug vor, alle Aktivitäten des Friesenvereins Bredstedt – bis auf die der Tanz- und Trachtengruppe – zunächst auf Sparflamme zu halten.
Immer wieder ein hübscher Anblick: Der Vorsitzende des Nordfriesischen Vereins, Heinrich Bahnsen, schlug vor, alle Aktivitäten des Friesenvereins Bredstedt – bis auf die der Tanz- und Trachtengruppe – zunächst auf Sparflamme zu halten.

Nach Rücktritt Steensens als Vorsitzender: Diskrepanzen um Nachfolge und Nachwuchssorgen bedrohen den Fortbestand des Vereins. Trotz des Mitgliederbeschlusses für eine Auflösung besteht noch etwas Hoffnung.

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22. Juli 2014, 18:00 Uhr

Einmal mehr ist der Friesenverein Bredstedt, gegründet 1871, in Nöten – und das bereits zum dritten Mal. Schon zweimal stand er vor dem Aus und nun fehlt wieder ein erster Vorsitzender. Der vor zwei Jahren gewählte Professor Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Institut, hatte sein Amt Anfang vor einigen Wochen niedergelegt und den Austritt mit persönlichen Gründen erklärt. Anfang Juni wurde dann in einer Mitgliederversammlung mit 19 Ja-, einer Nein-Stimme sowie einer Enthaltung die Vereins-Auflösung in einer anzuberaumenden Mitgliederversammlung beschlossen. Diese fand nun Anfang dieser Woche statt.

Der zweite Vorsitzende Ulrich Fiedler räumte dabei Steensen ein Statement ein, vor allem weil die Botschaft bisher noch nicht alle Mitglieder erreicht hatte. „Ich hatte bereits eine Nachfolgerin und dieses den Vorstandsmitgliedern mitgeteilt. Meine Amtszeit sollte ja nun sowieso enden. Die Person war in Stadt und Politik anerkannt“, so Steensen. Allerdings hätten die Vorstandskollegen dann jene Person zu einer internen Sitzung eingeladen und Forderungen gestellt, ohne ihn selbst darüber in Kenntnis zu setzen. „Ich habe im Nachhinein davon erfahren und auch, dass die Kandidatur daraufhin zurückgezogen wurde. Sie werden verstehen, dass ich enttäuscht war. Nach Rücksprache mit einem guten Freund bin ich zurückgetreten. Das geschah ohne Groll“, sagte Steensen weiter.

Der Ehrenvorsitzende Nils Dahl hielt dagegen. Er sei bei dem Gespräch dabei gewesen. Forderungen seien nicht gestellt worden, es sei lediglich gesagt worden, dass es an jungen Leuten fehle und angesichts der demografischen Entwicklung wenig Aussicht bestünde, den Verein dauerhaft am Leben zu erhalten. Außerdem müsse jemand an die Spitze, der auch langfristig den Vorsitz übernimmt.

Der Vorsitzende des Nordfriesischen Vereins, Heinrich Bahnsen, meldete sich zu Wort. „Es ist wichtig, den Friesenverein Bredstedt zu erhalten. Die Stadt ist Mittelpunkt der Friesen.“ Er sehe auch eine Chance. Zumindest solle ein Rettungsversuch gewagt werden. Bahnsen schlug deshalb vor, die Versammlung zu vertagen und das Vereinsleben zunächst bis auf die Aktivitäten der Tanz- und Trachtengruppe auf Sparflamme zu halten. Eine Arbeitsgruppe führt die Geschäfte bis auf weiteres und lässt insbesondere durch einen Juristen prüfen, ob der Verein auch unter der Maßgabe bestehen bleiben kann, wenn es bei der Tanz- und Trachtengruppe bleibt und alle anderen Aktivitäten ruhen. Ehrenvorsitzender Hans Hansen dazu: „Wenn wir den Verein sterben lassen, wäre es traurig. Nicht zu versuchen, ihn zu retten, wäre Faulheit.“

Erk Hassold, stellvertretender Vorsitzender des Friesenrates Sektion Nord, und Mitglied im Verein, bekräftigte: „Wenn wir auflösen, können wir das nicht rückgängig machen.“ Er habe den Eindruck, dass der amtierende Vorstand kein Interesse mehr an der Fortsetzung des Vereins hat. Das Abstimmungsergebnis zum gestellten Antrag lasse das zumindest vermuten. Zwölf Mitglieder stimmten ihm zu, sechs sprachen sich dagegen aus. Fünf enthielten sich.

Zur nächsten Mitgliederversammlung am 8. September wird die Arbeitsgruppe alle Mitglieder einladen und den rechtlichen Stand verständlich schriftlich als Anlage artikulieren.

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