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Kommunalpolitiker einig : Friedrichstädter wollen Krähen vertreiben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Friedrichstädter Umweltausschuss beschließt ein Baumpflegeprogramm. Das Fällen der Bäume und die Beschneidung der Kronen dürfte gleichzeitig dafür sorgen, dass im Stadtzentrum weniger Krähen brüten, da ihnen die Nistbäume fehlen.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Sie nerven viele Friedrichstädter derart, dass sich die Stadt genötigt sah, im November einen so genannten Krähengipfel einzuberufen. Ein Vertreter des Landesamtes für Umwelt und Naturschutz referierte über die Saatkrähen und legte neueste Zahlen über deren Bestand vor (wir berichteten). Nun soll ein Krähenkonzept in die Tat umgesetzt werden. Das Ziel: Die Vögel sollen möglichst aus dem Innenstadtbereich vergrämt werden. Und die Vertreibung, so stellte Bürgermeister Eggert Vogt in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses fest, müsse so schnell wie möglich beginnen, ehe die Tiere ihre Nester bauen.

Unterstützung signalisierte in der Sitzung im Rathaus das Bürgernetzwerk Friedrichstadt. Es will in einer konzertierten Aktion spontan an einem Wochenende im Februar, im Stadtgebiet Kleinholz und Ästchen aufsammeln und entsorgen, damit den Singvögeln das Nistmaterial fehlt. Zudem will sich auch die Feuerwehr beteiligen, die alten Nester aus den Bäumen entfernen und gemeinsam mit dem städtischen Bauhof das Nistmaterial entsorgen.

Da ohnehin im Bereich des Marktplatzes und entlang des Mittelburggrabens einige Bäume gefällt, beziehungsweise deren Kronen gelichtet werden sollen, dürfte sich dort nach Einschätzung des Ausschuss-Vorsitzenden Ernst Otto Huß und des Bürgermeisters das Krähenproblem ohnehin ein wenig vermindern. Anders sieht es aber im Bereich des Stadtfeldes aus. Dort, so Vogt, müssten die Anwohner mit so genannten Krähenklatschen agieren. Mehrmals täglich muss damit Lärm erzeugt werden, um die Tiere zu verjagen.Rund um den Kindergarten im Großen Garten wird nun überlegt, auch eine fest installiertet Klatsche aufzustellen. „Das würde den Kindern bestimmt viel Spaß bereiten, sie immer wieder zu betätigen“, merkte Ausschuss-Mitglied Heike Willhöft an.

Das Krähenproblem könnte nach Einschätzung vom Bürgermeister im Stadtfeld vielleicht auch noch anders gelöst werden. Denn ein Baumgutachten habe ergeben, dass 18 Schattenspender gefällt, 90 ausgelichtet und bei 13 die Krone stabilisiert werden muss. Mittlerweile, so das Stadtoberhaupt, hätten sich vier Unternehmen gemeldet, die diese Arbeiten fristgerecht bis Mitte März ausführen wollen. Preislich käme man mit rund 30. 000 Euro hin, denn in den Haushalt seien vorsorglich 45.000 Euro eingestellt worden. Sollte der Bauhof die Schredderarbeiten selbst übernehmen, könnten zudem 6000 Euro eingespart werden, die Vogt dann kurzfristig in ein Baumgutachten Stadtfeld investieren will. Dann könnten dort auch pflegerische Maßnahmen vorgenommen werden, das Krähenproblem hätte sich auch an dieser Stelle wesentlich vermindert, stellten Vogt und Huß übereinstimmend fest.

Der Ausschuss-Vorsitzende erläuterte, dass nach den nun anstehenden Fäll- und Pflegearbeiten die Stadt aber nicht mit ihrem Baumbestand durch sei. Es solle nach und nach der gesamte Bestand gutachterlich untersucht werden und zudem regelmäßig ein Fachmann mit der Pflege beauftragt werden. „In der Vergangenheit wurden die Kronen der vielen Linden nämlich fast immer falsch beschnitten“, so Huß. Diesmal werden sie nicht komplett auf den Stock gesetzt, sondern es blieben knapp einen halben Meter lange Triebe stehen. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Umsetzung des Baumpflegeplanes sowie auch für die Umsetzung der Krähenvergrämung aus.

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