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Bundesentscheid wartet : Friedrichstädter Solarflitzer siegt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Friedrichstädter Jugendzentrum war beim Solar-Cup des Landes sehr erfolgreich– jetzt geht es zum Bundesentscheid nach Wolfsburg. Bis dahin wollen die jungen Tüftler ihr Modell noch verfeinern.

Beim Finale der Solarcup-Landesmeisterschaft, die bereits zum achten Mal im Glücksburger artefact Powerpark ausgetragen wurde, kam es zuweilen in der sonst eher behäbigen Solarboot-Klasse zu Wimpernschlag-Finalläufen: So konnte das Luftschraubenschiff „Lotta 1“ den Solarkatamaran „Flotter Henri“ des erst siebenjährigen Finn Steiner aus Lübeck um gerade mal eine Zehntelsekunde überflügeln. Mit einem Patt und damit zwei ersten Plätzen endete das Finish in der Ultraleichtklasse der 15- bis 18-Jährigen: Das Team „Helios 2“ vom Jugendtreff Friedrichstadt erhielt von Glücksburgs Bürgermeisterin Kristina Franke ebenso einen Siegerpokal wie das im 3D-Verfahren aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Fahrzeug „Gedrucktes Leichtgewicht“ des Schleswiger Teams von Felix Roth. Die beiden Pokalsieger qualifizierten sich mit ihren Fahrzeugen, die auch eine Tunneldurchfahrt meistern mussten, automatisch für die deutschen „Solarmobil“-Meisterschaften, die im September in der Wolfsburger „Phaeno“ stattfinden werden.

Das Ticket für Wolfsburg lösten auch die „Audi-Fans“ mit Peer Carstens aus Ulsnis an der Schlei, die als Zweite hinter dem Team „Herby 3“ mit Ellen Sohrt aus Ehndorf bei Hohenwestedt ins Ziel kamen. „Herby 3“, der mit dem Motor eines ausgeschlachteten Rasierapparats die Konkurrenz abhängte, hat damit die Chance, sich in Wolfsburg für die knappe Finalniederlage bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zu revanchieren.

„Als Veranstalter freuen wir uns mit den Pokalsiegern, aber auch über die vielen Kinder und Jugendlichen, die aus allen Landesteilen kommend erstmals mitgemacht haben und in ihren Schulen in Itzehoe, Rendsburg, Kiel oder Henstedt-Ulzburg nun sicher den ansteckenden Solar-Virus weitertragen“, sagt dazu Werner Kiwitt vom artefact-Team. „Die Energiewende ist nur möglich, wenn die nächste Generation sie als große Chance zur Zukunftsgestaltung begreift“, erklärt Ursula Thomsen-Marwitz vom Verein „Erneuerbare Energien und Speicher“, die gemeinsam mir Sven Paulick von der Nospa in der Jury der Kreativklasse mitwirkte.

Gleich im zweiten Anlauf gewannen Jugendliche des Jugendzentrums Friedrichstadt den Solar Cup. Mit der offiziellen Anmeldung erhielt das Team „Helios II“ ein paar Solarzellen, zwei Zahnräder, einen kleinen E-Motor und einen Kondensator zugeschickt, dazu das Reglement. Sofort machten sich die Jugendlichen zusammen mit Sarah Dehn als Team Leaderin und dem Leiter der Einrichtung, Volker Klomann, ans Werk. In der Rennphase unterstützte zusätzlich Darius Pahlenkemper das Team, der sich ebenfalls vom Solarvirus anstecken ließ.

Es galt ein Fahrzeug zu bauen, das jeweils zwei mal zehn Meter zurücklegen konnte. Ebenfalls musste ein kleiner Tunnel ohne Sonnenlicht überwunden werden. Bereits im Vorjahr, bei der ersten Teilnahme der Friedrichstädter, konnte ein Platz im Mittelfeld erreicht werden. Die Jugendlichen lernten so spielerisch etwas über Schaltungen, Antriebe, Löten, Reibung und vieles mehr. Bis zur letzten Minute wurde geschraubt, geklebt und gelötet, um beim Rennen eien Chance zu haben.

Bereits morgens reiste das Team zum Solar Cup im Glücksburger „Zentrum für nachhaltige Entwicklung – artefact“ an. Die jugendlichen Tüftler starteten in insgesamt fünf Klassen. Das Ultraleichtfahrzeug der Friedrichstädter „Helios II“ meisterte alle Vorläufe und setzte sich im entscheidenden Finale durch.

Bis zum Bundeswettbewerb in Wolfsburg wollen die Friedrichstädter Jugendlichen ihr Solarmobil noch weiter optimieren.

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erstellt am 22.Jun.2016 | 07:00 Uhr

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