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Klagen im Holländerstädtchen : Friedrichstädter sind von Krähen genervt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine der größten Kolonien von Saatkrähen im Land lebt in Friedrichstadt. Das gefällt nicht allen.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 14:19 Uhr

Krähen sind ein Reizthema in Friedrichstadt: Viele Einwohner haben die Nase voll von den lautstarken Rabenvögeln. Ihr Lärm und ätzender Kot sorgen immer wieder für Ärger. Und das mitten im Herzen der Stadt, befindet sich dort doch eine der größten Kolonien von Saatkrähen im Land. Die aber sind streng geschützt. „Uns sind mehr oder minder die Hände gebunden“, bekannte denn auch Bürgermeister Eggert Vogt beim traditionellen Frauenfrühstück, das immer am ersten Montag eines Monats im Jürgen-Ovens-Haus stattfindet.

Diesmal war das Stadtoberhaupt Gastredner und beantwortete geduldig Fragen und Beschwerden von rund 50 Frauen, die auch die Krähen-Plage diskutiert wissen wollten. Um auszuloten, welche Maßnahmen ergriffen werden dürfen, sei man im ständigen Kontakt mit Rüdiger Albrecht vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume: „Wir dürfen aber nur vergrämen“, erklärte Vogt. Und für Vergrämungsmaßnahmen seien die Tiere zu schlau. So ist auch ein Falkner-Einsatz fehl geschlagen: „Die Krähen haben sich verbündet und sind gemeinsam auf den Greifvogel losgegangen“, erzählte der Bürgermeister. Wie effektiv die Verteidigungsstrategie der intelligenten Vögel ist, wurde auch schon wiederholt an der Treene beobachtet, wo Krähen gemeinsam einen Seeadler verjagten. Die Eier aus den Nestern der Vögel zu holen, ist auch keine Lösung: „Es ist verboten“, so Vogt. Dass auch Urlauber genervt sind, weiß das Stadtoberhaupt aus erster Hand, bekommt er doch immer wieder Mails, vor allem von dänischen Touristen, die nicht verstehen können, dass in Friedrichstadt nichts gegen die Krähenplage unternommen werde: „In Dänemark ist das erlaubt, bei uns aber herrschen andere Gesetze“, so Vogt, der auch darauf hinwies, dass ein Gutachter, der kürzlich den Baumbestand der Grachtenstadt untersuchte, einiges zu beanstanden hatte. „Aus Sicherheitsgründen müssen deshalb nicht nur am Stadtfeld Bäume gekürzt und ausgedünnt werden.“ Eine Maßnahme, die mit 52  000 Euro zu Buche schlägt. Ob sie Auswirkungen auf die Population der Saatkrähen hat, steht in den Sternen. Grundsätzlich, machte Vogt klar, habe er nichts gegen Krähen, nur seien es in Friedrichstadt zu viele. Bleibt die Hoffnung auf zündende Ideen beim Städtebund, denn auch andere Kommunen haben Probleme mit den schlauen Rabenvögeln.

Weitere Themen, die die Friedrichstädter Frauen bewegten, waren unter anderem Ausbau und Reinigungspflicht von Gehwegen, die unfertige Zufahrt zum Großen Garten, die Steg- und Parkbank-Situation in der Altstadt und die öffentliche Sicherheit im Holländerstädtchen, wo Vandalismus ein „ziemlich großes“ Problem ist und das Stadtsäckel beutelt.

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