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Mietvertrag im Frühjahr : Friedrichstädter Rathaus als neues Polizei-Domizil

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Polizei Friedrichstadt will in das Rathaus einziehen. Noch ist keine Entscheidung im Innenministerium gefallen, aber vom Gebäudemanagement heißt es, dass im Frühjahr bereits der Mietvertrag verhandelt werden soll.

Nach Einschätzung der Stadt Friedrichstadt und des Amtes Nordsee-Treene gibt es wohl kaum eine bessere Lage für eine Polizeistation, als die im Rathaus des Holländerstädtchens. Das Gebäude ist modernisiert, bietet reichlich Platz, also ideal für die örtliche Polizeiwache, zumal es ganz zentral am historischen Marktplatz liegt und vor der Tür unter anderem auch reichlich Parkraum zur Verfügung steht. Angeboten haben die Stadt und das Amt die Immobilie nahezu wie Sauerbier, um es wieder mit Leben zu füllen, bis endlich die Ordnungshüter darauf aufmerksam wurden. Schließlich klagten die örtlichen Polizisten über ihre Unterbringung in einem sehr verwinkelten Gebäude mit Rissen in den Wänden nach Bauarbeiten und Wohnungen direkt nebenan. Dies entspricht keiner zeitgemäßen Unterbringung, so die Friedrichstädter Beamten, die Polizei-Direktion Flensburg und das Kieler Innenministerium als Dienstherr übereinstimmend. Nun scheinen die Würfel für einen Umzug der Polizeiwache an den Marktplatz gefallen zu sein. Es sieht so aus, als ob die Beamten bald schon in das alte Rathaus umziehen können, zumindest formell, denn es dürften vorher noch einige Umbauarbeiten nötig sein.

Barbara Müller von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) teilte auf Anfrage mit: „Im vergangenen Jahr haben wir eine Marktabfrage zur Unterbringung der Polizei in Friedrichstadt durchgeführt und auch die in Frage kommenden Objekte besichtigt. Im Moment führen wir mit den Anbietern dieser Objekte Abstimmungsgespräche, ob und wie die vielfältigen polizeispezifischen Bedarfe in den jeweiligen Objekten umgesetzt werden könnten. Erst wenn der tatsächlich erforderliche und realisierbare Umbauaufwand für die in Frage kommenden Objekte feststeht, können die potentiellen Vermieter konkret kalkulieren und Mietangebote vorlegen, auf deren Basis eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann.“ Allerdings stellt Barbara Müller auch fest: „Der Mietvertrag soll voraussichtlich noch in diesem Frühjahr abgeschlossen werden.“

Die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH ) wurde 1999 gegründet und ging aus den Landesbauverwaltungen hervor. Sie nimmt die Bauherren- und Planungsaufgaben des Landes und des Bundes innerhalb Schleswig-Holsteins wahr. Des Weiteren ist sie für die Bewirtschaftung von Landes- und Bundesliegenschaften verantwortlich und sorgt für die Beschaffung von Material und Leistungen für alle Landesbehörden.

Letztendlich wird die Entscheidung aber im Innenministerium fallen. Die Kieler Behörde hatte bereits im vergangen Jahr signalisiert, dass, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, einem Umzug der Polizei nichts im Wege stehen sollte. Thomas Giebeler, Sprecher des Innenministeriums sagte auf Anfrage, wann denn mit einem Umzug zu rechnen sei: „Dem Innenministerium liegt noch kein Ergebnis der Objektrecherche der GMSH vor.“

Auch Bürgermeister Eggert Vogt sagte, dass ihm noch keine neueren Erkenntnisse bekannt seien, doch hoffe er, dass die Polizei in das Rathaus am Markt einziehen werde, schließlich sei dies der optimale Standort. Hinzu komme, dass sich die Stadt seit längerem, seit dem Abzug des Haupt-Standesamtes des Amtes Nordsee-Treene, darum bemühe, die leerstehenden Räume zu vermieten. Man wolle durch die Mieteinnahmen der Polizei nicht versuchen, den defizitären städtischen Haushalt zu entlasten, sondern lediglich dafür sorgen, dass das Rathaus am Marktplatz weiter mit Leben erfüllt sei. Schließlich gebe es seit der Kooperation der Stadt mit dem Amt Nordsee-Treene nur noch wenige Verwaltungsstellen im Haus. Vogt kann sich vorstellen, die ganze untere Etage an die Polizei abzutreten.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 15:00 Uhr

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