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Problemlöser gesucht : Friedrichstadts Zukunft als Pilotprojekt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland sucht einen Mitarbeiter für die Regionalentwicklung. Dann soll das Problem der Leerstände gemeinsam mit den Kommunen angegangen werden: zuerst in der Treene-Stadt.

Viele Städte des Landes haben mit Leerständen zu kämpfen; auch in Nordfriesland sieht das nicht anders aus. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH (WFG) will die Orte jetzt unterstützen. Sie sucht per Anzeige einen neuen Mitarbeiter für den Bereich Regionalentwicklung. Bislang liegen 56 Bewerbungen vor. „Ein Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet“, sagte WFG-Geschäftsführer Dr. Matthias Hüppauff auf Anfrage unserer Zeitung. Das Spektrum der Interessenten aus ganz Deutschland reiche vom erfahrenen Planer bis hin zum frischen Studienabsolventen. Ob der Aspekt, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, eine Rolle spiele, wisse er nicht, aber: „Wir sind sehr bekannt und offenbar beliebt.“

Die neue Kraft soll sich in einer Art Pilotprojekt anfänglich um die Probleme des Holländerstädtchens Friedrichstadt kümmern. Denn dort gibt es bereits zwei Einzelhandelskonzepte. Zudem sind Gewerbetreibende und Stadt seit Langem bemüht, etwas gegen die Leerstände und für die Attraktivitätssteigerung zu unternehmen. „Es muss also nicht etwas komplett Neues entwickelt werden, vielmehr ist ein guter Moderator mit Ideen gefragt“, erklärte Dr. Matthias Hüppauff. Wenn möglich solle das Winterhalbjahr zu ersten konzeptionellen Gesprächen genutzt werden.

Durch den Weggang des Fachreferenten für Tourismus, Frank Ketter, zur Nordsee-Tourismus-Service GmbH ist die Möglichkeit einer neuen Stelle geschaffen worden. Dies bedeutet nach den Worten des WFG-Geschäftsführers jedoch nicht, dass der Bereich Tourismus nun „brachliegt“. Wissen sei vorhanden und werde auch weiterhin zwischen den einzelnen Institutionen ausgetauscht. Zudem seien einige Projekte im touristischen Bereich gerade beendet worden, etwa die elektronische Buchung von Ferienquartieren. Mehr als 4000 sind bereits aufgenommen, unterstrich Hüppauff. Auch das Projekt „Kartierung der Radwege“ sei abgeschlossen, so dass auch andere Dinge angeschoben werden könnten.

Arbeit wartet auf den künftigen Regionalentwickler auch in Garding, Tönning, Bredstedt und anderen Städten des Kreises. Zudem ist eine enge Verzahnung mit dem Tourismus geplant. Dies wird, so der WFG-Chef, auch in Friedrichstadt sehr deutlich, einem „touristischen Hot-Spot“. Hüppauff: „Seit 2012 sind wir auch in Niebüll aktiv, wo unter anderem Einzelhandelskonzepte überarbeitet worden sind.“ Dort sei sich mit Erfolg um die Belebung der Innenstadt bemüht worden, beispielsweise gab es Verkehrszählungen und Befragungen. Größter sichtbarer Erfolg: Das bereits seit 2009 leerstehende ehemalige Hertie-Haus im Stadtzentrum soll demnächst abgerissen werden. An dieser Stelle entsteht dann ein modernes kombiniertes Wohn- und Geschäftshaus, das ein lokaler Investor errichten will.

Im Mittelpunkt der Arbeit der Wirtschaftsförderer stehen Unternehmensansiedlungen, die Begleitung ansässiger Unternehmen, Infrastrukturentwicklung und Kommunalbetreuung. Hinzu kommen zeitlich befristete Projekte zu speziellen Themen.

„Gerade bei der Ansiedelung von Unternehmen zeigt sich aber, dass es nur in ganz wenigen Ausnahmefällen gelingt, auswärtige Firmen zu gewinnen“, erklärte Matthias Hüppauff. „Die meisten kommen aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern.“ Dies sei nicht nur in Nordfriesland so, sondern bundesweit zu beobachten.

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