Friedrichstadt: Neuer Platz für Wohnmobile

Die Wohnmobil-Anlage entsteht direkt hinter dem Clubhaus. Foto: hn
Die Wohnmobil-Anlage entsteht direkt hinter dem Clubhaus. Foto: hn

60 Stellplätze entstehen auf dem Halbmond am Alten Hafen

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03. Juli 2013, 03:59 Uhr

Friedrichstadt | Anfang des Jahres war der Jubel bei Anja Andersen, Margit und Dieter Rathmann aus Koldenbüttel groß. Die Aktiv-Region Südliches Nordfriesland hatte ihre Pläne zur Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes in Friedrichstadt für gut befunden und eine Förderung in Aussicht gestellt. Schließlich wird die ganze Region von einem solchen Stellplatz profitieren, hieß es in der Begründung der Aktiv-Region für die Unterstützung. Alles schien in trockenen Tüchern zu sein, mit dem Bau sollte so schnell wie möglich begonnen werden, damit in der Saison 2013 schon der Friedrichstädter Platz von den Wohnmobilisten genutzt werden kann. Doch dann der Schock. Es ging ein zweiter Antrag zur Errichtung eines solchen Stellplatzes von einem Friedrichstädter Unternehmen ein.

Da die von der Aktiv-Region zugesagte Förderung aus Landesmitteln besteht, musste nun auch der zweite Antrag genau überprüft werden, da allein die Devise "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" nicht gilt. Doch nun, nach einigen Monaten des Wartens, ist es amtlich: Nur der geplante Wohnmobil stellplatz auf dem Halbmondgelände erhält Fördermittel und die Genehmigung. "Jetzt können wir loslegen", freuen sich Rathmann und Anja Andersen. Doch ganz so schnell geht es nicht. Da es sich um Fördermittel des Landes handelt, muss auch eine offizielle Ausschreibung für den Bau erfolgen. Mindestens drei Angebote sind einzuholen. Rathmann rechnet daher auch erst mit einer Fertigstellung der Anlage gegen Ende des Jahres. "Dann ist für den Saisonstart 2014 aber auch alles klar", sagt er.

Es sind noch viele Kleinigkeiten zu erledigen, etwa müssen die Genehmigungen für das Einleiten des Oberflächenwassers in den Alten Hafen und das Aufschütten des Bodenaushubs zu einem Knick als Windschutz im Westen des Platzes eingeholt werden. Doch dies sollte eigentlich kein Problem sein, da im Vorwege schon über diese Dinge geredet worden sei und zudem die Stadt Friedrichstadt das Projekt unterstütze - und quasi schon den Plan genehmigt habe, wie Rathmann erläutert.

Auf dem Halbmondgelände, quasi hinter dem Sportboothafen, soll der Platz für 60 Wohnmobile eingerichtet werden. Den Vorteil gegenüber einem Campingplatz sehen die Investoren unter anderem darin, dass dadurch Störungen anderer Gäste und Anwohner durch die Motorfahrzeuge vermieden werden. Für die Stadt selbst bedeutet das Projekt ein mehr an zusätzlichen Gästen der zahlungskräftigen Generation 50 plus, die eine der wichtigsten Zielgruppen für den Tourismus in Schleswig-Holstein ist, da sie über die größte Kaufkraft verfügt. In einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zum Thema Urlauber heißt es, dass die Wohnmobilisten sehr viel Geld im Ort lassen, nämlich täglich 45,80 Euro, während ein Dauercamper nur auf 18,70 Euro kommt. Der größte Unterschied zeigt sich bei der Verpflegung im Gastgewerbe. Der Wohnmobilist gibt dort täglich im Schnitt 13,60 Euro, der Dauercamper lediglich drei Euro aus.

Vorgesehen ist auf dem Halbmondgelände die Befestigung der Fahrwege, an denen die 60 Stellplätze direkt liegen. Zur Infrastruktur gehören dann Stromsäulen, ein Kassensystem, Beleuchtung, Schranken, Ver- und Entsorgungseinrichtungen, Abfallentsorgung und eine Video-Überwachung. Viel Grün wird den Platz bestimmen und direkt nebenan ist ein Hundefreilaufplatz vorgesehen. Ohnehin sieht der Plan vor, dass eine lockere und angenehme Atmosphäre durch mehrere markante Grünflächen geschaffen werden soll. Diese dürfen von den Wohnmobilisten auch zur Entspannung und zum Grillen genutzt werden. Zudem sollen die Stellplätze so großzügig bemessen sein, dass Gäste mit körperlichen Handicaps keinerlei Schwierigkeiten bei der Fahrzeugnutzung haben.

Der Ausbau der Wohnmobil-Anlage wird laut Rathmann in zwei Phasen erfolgen. So wird das behindertengerechte Waschhaus erst im zweiten Bauabschnitt gebaut werden.

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