Baumkataster für die Holländerstadt : Friedrichstadt muss seine Bäume prüfen

Friedrichstadts Zentrum ist von Bäumen geprägt, wie hier am Mittelburggraben.
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Friedrichstadts Zentrum ist von Bäumen geprägt, wie hier am Mittelburggraben.

Wie standsicher sind die 6000 Bäume in Friedrichstadt? Das soll ein Gutachter ermitteln. Ein Baumkataster ist gesetzlich vorgeschrieben

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08. Januar 2018, 11:30 Uhr

Baumkataster und Ortsgestaltungs-Satzung waren zwei Themen von besonderem Interesse in der jüngsten Sitzung der Friedrichstädter Stadtvertreter. Einig war sich das Gremium darüber, ein Baumkataster anzuschaffen. Aus Sicherheitsgründen ist dies gesetzlich vorgeschrieben. Das wird allerdings teuer. „Wir müssen eben unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen – auch wenn wir tief in die Tasche greifen müssen“, sagte Bürgermeister Eggert Vogt. 6000 Bäume gebe es in der Stadt, die alle geprüft werden müssen. Man rechne damit, dass mindestens zehn Euro pro Baum anfallen, damit schlägt die Erfassung mit rund 60 000 Euro zu Buche.

Das Thema Ortsgestaltungs-Satzung (OGS) hat in den vergangenen Monaten für viel Wirbel in der Holländerstadt gesorgt. Gegner und Befürworter hatten sich heftige Wortgefechte geliefert (wir berichteten). Vor anderthalb Jahren hatte sich die Initiative Arbeitskreis Ortsgestaltungs-Satzung gebildet, um konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Dieser setzt sich aus vier Bürgern und vier Stadtvertretern zusammen. Über den Stand der Dinge berichtete Eggert Vogt: „Im Arbeitskreis geht es sehr harmonisch vonstatten.“ In vielen Punkten habe man sich bereits geeinigt. „Anfangs ging es hart zur Sache“, antwortete Stadtvertreter und AK-Mitglied Heiko Schönhoff auf Anfrage unserer Zeitung. „Doch nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten ist die Zusammenarbeit mittlerweile sehr konstruktiv. Wir haben jede Menge Kompromisse geschlossen“, so Schönhoff weiter. Bald soll die Öffentlichkeit über den genauen Zwischenstand informiert werden.

Beraten wurde an diesem Abend auch über die Anpassung der Beiträge für die ADS-Kindergärten. Eltern und Träger haben eine leichte Erhöhung vorgeschlagen, so Vogt. Die Beiträge, die sich bislang auf dem niedrigsten Niveau bewegten, sollen moderat angehoben werden. „Für Kindergarten-Kinder zahlen Eltern künftig 18 Euro, für Krippen-Kinder 20 Euro“, berichtete der Bürgermeister weiter. „Dann bewegen wir uns immer noch im unteren Drittel.“

Einstimmig beschlossen wurde auch der Erlass der Haushaltssatzung für 2018. Im Ergebnisplan sind Erträge von rund 4,5 Millionen Euro und Aufwendungen von knapp 6,5 Millionen Euro vorgesehen. Das macht einen Jahresfehlbetrag von rund 2,2 Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung liegt Anfang 2018 bei insgesamt 6,036 Millionen Euro – das sind 2415 Euro pro Friedrichstädter.

Bernd Güldenpenning (FBV) gab Veränderungen in seiner Fraktion bekannt. Da Verena Reimers diese verlassen hat, muss es in verschiedenen städtischen Gremien Nachbesetzungen geben. Güldenpennings Vorschlägen, die Position des zweiten stellvertretenden Mitglieds im Finanz- und Kommunalausschuss mit Gesche Krause und die des bürgerlichen Mitglieds im Ausschuss für Jugend, Sport, Schule und Soziales mit Ingo Schley zu besetzen, nahm das Gremium an. Bernd Güldenpenning wurde in der Sitzung vom Bürgermeister noch einmal nach vorne zitiert, um ihn zu ehren. Seit 25 Jahren engagiert sich der Friedrichstädter in der Kommunalpolitik. „Vielen Dank für deinen Einsatz. Ich weiß, dass diese 25 Jahre bestimmt nicht immer angenehm waren“, sagte Vogt.

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