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Eine Stadt als Filmkulisse : Friedrichstadt ist Klein-Hollywood

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

An verschiedenen Schauplätzen in Friedrichstadt wird der Kinofilm „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ gedreht. Es kommt noch zu einer spektakulären Verfolgungsjagd und einem Hubschrauber-Überflug.

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erstellt am 02.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Die Ruhe in Friedrichstadt ist vorbei. Aus dem eher beschaulichen Städtchen wurde nämlich Hollywood en miniature. Nahezu die ganze Innenstadt ist immer mal wieder für den Durchgangsverkehr gesperrt und immer wieder schallen laute Kommandos durch die Häuserzeilen: „Ruhe bitte, Ton ab, Komparsen – Achtung.“ Friedrichstadt hat sich in Tütermoor verwandelt, dem Heimatort von Filmheld Tobbi. Dort spielt die Geschichte von „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ von Boy Lornsen. Und ehe so ein Kinofilm abgedreht ist, vergehen unzählige Drehtage.

Da das Wetter mitspielt, verwandelt sich der Marktplatz ganz schnell in den von Tütermoor. Hauptdarsteller Arsseni Bultmann (Tobbi) und sein Gegenspieler in der Schule, Kieran West (Justin), begegnen sich dort und sind nicht gerade freundlich zueinander. Bis der Dreh im Kasten ist, vergeht gut eine Stunde. Vorher allerdings wurde die Szene gut 20 Mal wiederholt, denn irgendetwas klappt immer nicht, oder Regisseur Wolfgang Groos war mit der einen oder Kameraeinstellung nicht zufrieden. Schließlich aber kann das große Sonnendach blitzschnell wieder zusammengebaut werden. Die Darsteller erhalten ihre wohlverdiente Pause.

Mit von der Partie sind auch die beiden Friedrichstädter Jungen Mikki Jüchser und Tom Luca Mohr. „Das ist schon sehr, sehr spannend, vor allem aber auch anstrengend“, sagt Mikki, der die dänische Schule in Friedrichstadt besucht und elf Jahr alt ist. Für die Dreharbeiten hat er von der Schule frei bekommen. Ausgewählt wurde er bei einem Casting im Friedrichstädter Rathaus (wir berichteten). „So was könnte ich mir auch als Beruf vorstellen, obwohl es sehr anstrengend ist“, sagt Tom Luca. Der Elfjährige besucht die Eider-Treene-Schule und erhielt ebenfalls frei für den Dreh. Vermutlich drei Tage wird er der Filmcrew angehören, dann beginnt für ihn wieder der normale Schulalltag. „Man muss sich daran gewöhnen, dass man immer wieder etwas wiederholen muss, aber es soll ja ein guter Film werden“, sagt er. „Ich bin auch schon ganz gespannt, wenn der Film in die Kinos kommt, besonders freue ich mich aber auf die Premiere.“ Toll findet er, wie Regisseur Groos mit den Kindern umgeht. „Er will immer nur das Beste, darum ist man von den vielen Wiederholungen der Szenen eigentlich auch nicht genervt.“

Kai Heldt, der die Pressebetreuung übernommen hat, versichert, dass alle gesetzlichen Regeln für „Kinderarbeit“ eingehalten werden. „In Deutschland werden viele Filme mit Kindern produziert, das ist eigentlich nichts Besonders.“ Aber er betont auch, dass die gute Atmosphäre in Friedrichstadt, natürlich auch das gute Wetter, dazu beitragen, dass es ein ganz entspanntes Drehen ist. „Da hab ich schon ganz andere Sachen erlebt“, verrät der Kölner.

Robbi kommt an diesem herrlichen Sonnentag nicht zum Einsatz. Er hat einen eigenen Transporter, wie Sören Bode von der Aufnahmeleitung verrät. „Darin verbringt er die Wartezeit“, meint er schmunzelnd. Das Filmteam ist mit einer Crew von gut 70 Leuten in Friedrichstadt „eingefallen“. Für die Tourismusbilanz positiv, denn der Großteil der Truppe hat Quartier direkt im Ort bezogen. Gekommen sind die Filmleute mit zehn großen Lkw und zehn kleineren Transportern. „Man muss einfach auch mal die Friedrichstädter loben“, betont Bode. „Wir sind hier mit offenen Armen aufgenommen worden, die Absprachen klappten reibungslos.“ Und es gab eine ganze Menge zu regeln, schließlich mussten für den Dreh des Kinderfilms „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ sogar in der Innenstadt Ampelanlagen aufgebaut werden. Besonders problematisch: Um die einzelnen Drehorte möglichst von parkenden Autos freizuhalten, wurden auch immer wieder wechselnde Halteverbotszonen eingerichtet. „Allein dafür benötigten wir 70 Schilder. Wer hat die schon vorrätig? Wir haben sie aus Husum ausgeliehen bekommen“, verrät Bode.

Bislang laufen die Dreharbeiten reibungslos. Nur manchmal kommt es zu kleinen Kommunikationsproblemen. Dann nämlich, wenn neugierige Zuschauer zu nahe am Set sind und ihre Mobiltelefone die Funksignale von Kamera und Mikros stören. Im Großen und Ganzen aber zeigen die Leute viel Verständnis.

Auch Bürgermeister Eggert Vogt freut sich über die gute Reklame für seine Stadt durch die Dreharbeiten. Auch wenn er eingesteht, dass es durchaus einige Beschwerden über die Verkehrsbeeinträchtigungen gegeben hat.

Übrigens: Am heutigen Freitag, 2. Oktober, zwischen 13 und 16 Uhr verwandeln sich die Straßen rund um den Mittelburggraben am Marktplatz in eine gefährliche Zone. Gestern kam nämlich der elfte Lkw des Filmteams in die Stadt, der Stunt-Laster. Heute soll eine wilde Verfolgungsjagd gedreht werden.

Die Filmcrew bleibt noch gut eine Woche. Nach dem Wochenende, „da entspannen wir alle ordentlich“, so Bode, wird dann vorwiegend im nördlichen Teil der Altstadt, am Treeneufer, gedreht.

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