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Wettbewerb „Stadt der Zukunft“ : Friedrichstadt hat Chancen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

268 Bewerber gab es für den bundesweiten Wettbewerb „Stadt der Zukunft“. Friedrichstadt hat es bereits unter die letzten 52 geschafft. Dem Sieger winken mehr als 100.000 Euro.

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erstellt am 16.Jan.2016 | 17:00 Uhr

Gut gefüllt war die St.-Christophorus-Kirche und anschließend das Gemeindehaus anlässlich des gemeinsamen Neujahrsempfangs der Stadt Friedrichstadt und der Kirchengemeinden. Eine gute Gelegenheit für den neuen evangelischen Pastor Christoph Sassenhagen, sich auch den Friedrichstädtern vorzustellen, die nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern gehören. Es war zudem der erste Empfang, an dem keine Vertreter der Bundeswehr teilnahmen, denn das Lazarettregiment in der Kaserne Seeth wurde im Juni vergangenen Jahres komplett abgezogen.Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch.

Den Weg in das Jürgen-Ovens-Haus hatten auch einige Flüchtlinge gefunden, die gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Betreuern gekommen waren. Das wurde allgemein begrüßt, leben doch mittlerweile rund 60 Asylsuchende im Holländerstädtchen. Und das, obwohl von der Größe der Stadt her eigentlich nur 15 untergebracht werden müssten. Aber, und darüber ist Bürgermeister Eggert Vogt froh: „Wir haben bislang keine Probleme bei der Wohnungssuche gehabt, außerdem konnten wir alle dezentral unterbringen. Es gibt bei uns in der Stadt keine Gettobildung, in nahezu jeder Straße lebt mittlerweile ein Flüchtling.“

Kein Wunder also, dass das Stadtoberhaupt auch in seiner Begrüßung das Thema Flüchtlinge ansprach: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich für Friedrichstadt und unsere Vereine eingesetzt haben. Mein besonderer Dank gilt den Ehrenamtlern, die den vielen Migranten, die auch bei uns ansässig geworden sind, die Hand gereicht haben. Ohne sie wäre diese Herausforderung nicht zu meistern gewesen.“ Doch das war nur ein Teilaspekt. Sichtlich stolz ließ Vogt das vergangene Jahr Revue passieren, was von seinen beiden Amtsvorgängern Regine Balzer und Peter Hofmann (heute Brandenburg) aufmerksam verfolgt wurde.

Und da konnte der Bürgermeister eine lange Liste von positiven Dingen aufzählen: So dankte er der Familie Utermark dafür, dass sie kostenfrei die durch einen Orkan zerstörte Middelbrüch wieder aufbaute. Die jahrelang in der Versenkung verschwundene Volkshochschule ist durch den Neubürger Michael Kiefhaber wieder zum Leben erweckt worden. Der Badestrand an der Treene wurde modernisiert, genauer das Sanitär- und Umkleidegebäude. Zudem wurden rund 500.000 Euro in den Umbau dreier naturwissenschaftlicher Räume in der Eider-Treene-Schule investiert. In den kommenden drei Jahren werden jährlich weitere 1,3 Millionen Euro in die energetische Sanierung des aus den 1970er Jahren stammenden Gebäudes gesteckt. Besonders stolz nannte Vogt die neuen Schülerzahlen. Genau 339 besuchen die Schule, vor wenigen Jahren waren es nur 230.

Auch einen Blick in die Zukunft, in die Planungen für das laufende Jahres, wagte Vogt. So sollen die Spundwandarbeiten am Ostersielzug im März beendet werden. Danach soll der Mittelburgwall überplant werden. Der Campingplatz soll in einen Vier-Sterne-Platz umgewandelt werden und die Bücherei noch im Sommer in das Rathaus umziehen. Die Seniorenwohnungen im Großen Garten sollen im Mai fertig, das Seniorenwohnheim im November bezogen werden. Auch die Feuerwehr kann sich freuen, in diesem Jahr erhält sie ein neues Fahrzeug für 240.000 Euro. Mit Spannung wird auch die Entscheidung im bundesweiten Wettbewerb „Stadt der Zukunft“ erwartet. Im ersten Schritt ist Friedrichstadt unter 268 Bewerbern unter die letzten 52 gekommen, der Lohn 32.000 Euro für die Projektentwicklung. Sollte es in dem Wettbewerb weitergehen, winken mehr als 100.000 Euro.

Doch es gibt auch Probleme: So stehen im Neubaugebiet nur noch wenige Grundstücke zum Verkauf. Die Ausweitung des Gebietes sei zwar beschlossen, doch noch gebe es Probleme mit der Stromtrasse. Die neue 380 KV-Höchstspannungsleitung solle in ausreichender Entfernung gebaut werden, doch die Platzierung der Masten bereite noch Sorgen.

Den Gästen des Neujahrsempfangs wünschten zudem Vertreter der katholischen Kirche und der Mennoniten ein gutes neues Jahr, ehe Amtsvorsteher Ralf Heßmann seinen Dank für die Zusammenarbeit ausdrückte. Besonders richtete auch er ihn an die Ehrenamtler, die sich um Flüchtlinge kümmern. Und davon, so der Vorsteher nicht ohne Stolz, gebe es in seinem Verwaltungsbezirk gut 400.

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