zur Navigation springen

Verbotsschilder am Flussufer : Fresendelf: Baden in der Treene nicht mehr erwünscht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

An der beliebten Badestelle in Fresendelf sollen Badeverbots-Schilder aufgestellt werden. Die Gemeinde versucht nun, weiterhin den Sprung in die Treene zu ermöglichen, denn dort wird bereits seit Jahrzehnten geplantscht.

Täglich steigt die Sonne höher , und ihre Kraft wird immer stärker. Dennoch kann jederzeit Väterchen Frost zurückkehren, da es selbst im April immer wieder mal zu Nachtfrösten kommen kann – also noch lange kein Badewetter. Dennoch, hinter den Kulissen, wird sich schon auf die bevorstehende Saison vorbereitet. In Fresendelf, mit seiner beliebten Treenebadestelle, wird es in diesem Sommer allerdings nicht einmal mehr Hinweisschilder auf die Abkühlmöglichkeit in der Treene geben.

Alles begann mit einem Schreiben des Kreises Nordfriesland an die Gemeinde. Darin wurde diese aufgefordert, das Hinweisschild „Nicht öffentliche Badestelle“ an der Treene zu entfernen. Stattdessen soll das Hinweisschild „Baden verboten“ aufgestellt werden. Zudem fordert der Kreis die Gemeinde auf, den dort aufgeschütteten Strandsand durch Mutterboden zu ersetzen. Doch so einfach will sich die Gemeinde ihre sehr beliebte Bademöglichkeit nicht nehmen lassen. „Ich habe schon mal alle Schilder entfernen lassen“, sagt Bürgermeister Hans-Peter Lorenzen. Und auch Diana Meyer, Leiterin des Ordnungsamtes beim Amt Nordsee-Treene, bestätigt, dass mit dem Kreis gesprochen werde. Da es sich um keine offizielle Badestelle handele, sollten dort auch keine Hinweisschilder stehen, zumal dort auch keine Wasserproben entnommen werden. Nach Ansicht des Kreises handele es sich nämlich quasi um eine offizielle Badestelle, auch wenn sie nicht als eine solche ausgewiesen werde, doch durch die Beschilderung „Nicht öffentliche Badestelle“ würde für die Bademöglichkeit geworben, wie Bürgermeister Lorenzen das Schreiben des Kreises erklärt. Diese Schilder sind nun entfernt und der Bürgermeister rechnet damit, dass bei herrlichem Sommerwetter wohl der ein oder andere Kreismitarbeiter in Fresendelf vorbeischauen wird, um am Ufer der Treene zu überprüfen, ob dort reger Badebetrieb herrscht. Wenn dies der Fall sein wird, ist sich Lorenzen sicher, „dann werden wir wohl eine offizielle Badestelle einrichten müssen.“

Dann dürften auch vier Wasserproben in der Saison fällig werden. Jede Probe kostet gut 145 Euro. „Wenn dann einmal eine Probe schlecht ausfällt, dann werden gleich neue gezogen, so dass wir auf bis zu acht im Jahr kommen können“, sagt er. Das ist für die kleine Gemeinde mit einem Haushalt von 86  700 Euro eine Menge Geld. „Aber“, so Lorenzen, „dann werden wir wohl in den sauren Apfel beißen, denn die Badestelle ist für unsere Bevölkerung und vor allem für die Touristen sehr wichtig.“

An der Fresendelfer Badestelle wird seit jeher geplantscht, weil dort der Zugang in den Fluss leicht möglich ist. Daher ist Lorenzen auch überzeugt, dass selbst ein ausgesprochenes Badeverbot mit einem Hinweisschild die Wasserratten nicht davon ahhalten wird, dort in den Fluss zu springen. Zumal auf jeder offiziellen Landkarte und auf den vielen Informationstafeln in der Eider-Treene-Sorge-Region diese Badestelle eingezeichnet ist. Dann, so Lorenzen, müssten konsequenterweise auch alle Hinweistafeln entfernt sowie alle Flyer der ETS ohne Badestelle Fresendelf wieder aufgestellt werden. Der Bürgermeister unterstreicht zudem: Da überall in der Treene gebadet werde, dürfte das Wasser ausgerechnet in Fresendelf auch nicht schlechter sein als anderswo, etwa an der Natobrücke in Süderhöft.

„Wir werden jetzt dies Jahr abwarten.“ Wenn an der Badestelle Hochbetrieb herrschen sollte, dann schließt der Bürgermeister auch nicht aus, dass dort wieder frischer Strandsand aufgeschüttet wird. Das sagt er zwar nicht, will aber auch nicht bestätigen, dass die Badestelle für Strandsand in Zukunft tabu sein wird.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Mär.2015 | 08:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen