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St. Peter-Ording : Freilaufende Hunde bleiben Reizthema

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

St. Peter-Ording Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier appelliert an Hundehalter zu mehr Rücksichtnahme. Die Freilaufgebiete sind noch ein Jahr in der Erprobungsphase.

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erstellt am 24.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Ferienwohnungen in Wohngebieten und das Verhalten von Verkehrsteilnehmern und Hundehaltern, das bewegt die St. Peteraner offensichtlich. Denn um diese Themen ging es in der ersten Veranstaltung der Reihe „TZ im Dialog“ in diesem Winter, zu der die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording eingeladen hatte. Und „Was Sie bewegt“ war auch der Titel der 90-minütigen Veranstaltung im Dünen-Hus. 34 Zuhörer hatten sich eingefunden. Und es wären sicherlich mehr gewesen, wie eine Zuhörerin gleich zu Beginn bemerkte, wenn der Termin nicht in die Herbstferien gelegt worden wäre. So wären jetzt viele Interessierte mit den Gästen beschäftigt.

Danach ging es in die Vollen: So sprach eine Teilnehmerin das Problem an, das viele Erstwohnungsbesitzer im Ort umtreibt. Wenn neu gebaut werde, würden in ihrer Nachbarschaft auch viele Ferienwohnungen entstehen. Im Winter sei es dann recht dunkel in ihrem Viertel. Sie würde abends gar nicht mehr rausgehen mögen. „Bei uns hat man damals auch Ferienwohnungen zugelassen, so haben wir unsere Häuser finanziert, aber wir mussten mit im Gebäude wohnen.“

Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier erklärte dazu die Hintergründe. Bei Wohnen und Ferienwohnen im selben Gebiet handele es sich um gewachsene Strukturen, damit sei St. Peter-Ording groß geworden. Im Reinen Wohngebiet sei es nach einer Klage nicht mehr erlaubt. Für St. Peter-Ording sei in Gebieten, die überplant werden, zu prüfen, ob der Hauptwohnsitz dort festgeschrieben werden solle. In neuen Wohngebieten werde möglicherweise nur noch Hauptwohnen zugelassen. „Das muss die Politik entscheiden, ich spreche mich dafür aus.“ Allerdings sei es ein großes Problem, dass das Baurecht nicht zwischen Haupt- und Zweitwohnen unterscheide.

Intensiv wurde auch das Thema Verhalten im Straßenverkehr diskutiert. So kritisierte eine nach eigenen Worte „leidenschaftliche Radfahrerin“, das zu schwungvolle Auftreten einheimischer Autofahrer. Zeitweise rette sie nur noch das schnelle Abspringen vom Rad. Zudem sei das Fahrradwegenetz im Ort diffus, manche Wege endeten im Nichts. Ob es einen Plan gebe, wollte sie wissen. Den gebe es nicht, gab Balsmeier zu. „Aber wir wissen um die neuralgischen Punkte.“ Wo er nichts mehr gegen unternehmen könne, sei das Fahren entgegen der Einbahnstraße in der Badallee und in der Dorfstraße. „Die Radfahrer haben sich dieser Straßen bemächtigt, der Kreis hat es erlaubt. Es ist eine Gefahrenquelle.“ Er halte davon überhaupt nichts. Warum denn Autos durch die Dorfstraße gelassen werden und ob es die Möglichkeit gebe, das Parken in der Badallee zu verbieten, wollte die Teilnehmerin noch wissen. Man könne es anders gestalten, so Balsmeier, doch sei eben keiner bereit, zu laufen. Die Gestaltung der Dorfstraße solle aber im Zusammenhang mit dem Städtebauförderprogramm diskutiert werden. Die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff appellierte an alle, mehr Rücksicht zu nehmen.

Ein weiteres Reiz-Thema, nämlich freilaufende Hunde, wurde von einem Zuhörer angesprochen. Auch hier gehe nichts ohne Rücksichtnahme, betonten Balsmeier und Höfinghoff. Immerhin könne man den Hundebesitzern mit den beiden Freilauf-Zonen am Strand und der am Schützenhaus ein Angebot machen, nach dem Motto: „Das dürft ihr hier nicht, sondern da“, so Balsmeier. Auch wenn damit das Problem noch nicht gelöst sei. Es folge jetzt noch ein Erprobungsjahr, „danach kann es dann hoffentlich eine Dauereinrichtung werden“. Höfinghoff kündigte an, die Ausschilderung noch deutlicher zu machen. Ferner wurden 1800 Eiderstedter Hundebesitzer angeschrieben, weil es vornehmlich die Einheimischen seien, die sich nicht an die Leinenpflicht hielten, so Höfinghoff. „Denn wenn Sie als Einheimische nicht mitmachen, dann bekommen wir das Problem nicht in den Griff.“

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