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Pilotvorhaben Dockkoog : Freie Hand für die Projektgruppe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husums Christdemokraten wollten den Umwelt- und Planungssausschuss überzeugen, sich schon jetzt auf die Linie für den neuen Deich am Dockkoog festzulegen. Doch dafür gab es keine Mehrheit.

„Wir hatten ja schon vor der Sommerpause einen entsprechenden Antrag in den Hauptausschuss eingebracht“, sagte Alfred Mordhorst. „In der Hoffnung, damit die Planungen für den Dockkoog ein wenig beschleunigen zu können.“ Stattdessen wurde das Ansinnen der CDU jedoch an den zuständigen Umwelt- und Planungsausschuss weitergeleitet und „damit wertvolle Zeit vergeudet“, kam Mordhorst auf des Pudels Kern. Deshalb plädiere seine Fraktion nun noch einmal dafür, bei der geplanten Deichverstärkung im Bereich des Dockkoogs auf Variante 2 zu setzen. Die sieht eine Verstärkung in der Linie des bisherigen Landesschutzdeiches nach innen mit einer Verschwenkung der Linienführung nach außen im Bereich der Dockkoog-Spitze vor. Auf diese Weise blieben das Hotel und das Dockkoog-Terrain hinterm Deich in der bisherigen Form erhalten. „Und wir müssen in dieser Sache ja mal endlich aus dem Quark kommen“, erklärte der CDU-Politiker, der selbst Mitarbeiter des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein (LKN) ist.

Kompetenz in der Sache wollten ihm die Kollegen des Umwelt- und Planungsausschusses denn auch nicht absprechen, aber seine Meinung teilten sie nicht. Und auch der Leiter des Wattenmeerbüros des WWF Deutschland, Dr. Hans-Ulrich Rösner, bezeichnete eine Festlegung zum jetzigen Zeitpunkt als verfrüht. Zumal sie den Handlungsspielraum der gemeinsamen Planungsgruppe für den Dockkoog einschränke, über deren bisherige und weitere Arbeit Rösner dem Gremium zuvor Rede und Antwort gestanden hatte.

Das Projekt „Zukunft Dockkoog“, das der WWF gemeinsam mit Stadt und LKN ins Leben gerufen hat, will Aspekte der Klimaanpassung, des Küsten- und Naturschutzes, des Tourismus und der Naherholung gemeinsam entwickeln.

Aus diesem Anlass ließ Rösner den bisherigen Verlauf der Ereignisse noch einmal Revue passieren. Er berichtete von der Bürgerwerkstatt zum Dockkoog, vom „bekannt(er) Werden“ der Planungen zur Deichverstärkung 2012 und der bürgernahen Entwurfswerkstatt zur Dockkoog-Spitze im Jahr darauf. Und natürlich rief er auch noch einmal das Pilotprojekt des WWF in Erinnerung, das mittlerweile vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert wird (wir berichteten).

Viermal hat die Projektgruppe mit Vertretern aus Tourismus, Wirtschaft, Unterer Naturschutzbehörde des Kreises, LKN, Stadt Husum, WWF und Bürgerinitiative Dockkoog seit ihrer Gründung getagt und gemeinsame Ziele formuliert. Dazu gehören neben der Bewahrung des attraktiven Landschaftsbildes und der Artenvielfalt auch Möglichkeiten zur Verbesserung der Naherholung und touristischen Infrastruktur. In den kommenden Monaten sollen die verschiedenen Wunschvorstellungen zu drei Leitvarianten zusammengefasst und mit den fachlichen Gegebenheiten abgeglichen werden. Danach könnte dann ein Konzept für erste Gespräche mit Investoren und schließlich ein Entwicklungskonzept für den gesamten Dockkoog erarbeitet werden, kündigte Rösner an. Ende nächsten Jahres sei dann auch eine Umsetzung der Projektgruppen-Ergebnisse möglich.

Diesen Zeitablauf hätte die CDU durch ihren Antrag gern beschleunigt und machte keinen Hehl daraus, „dabei auch die Planungssicherheit potenzieller Investoren im Blick zu haben“. Für Rüdiger Hartwigsen (WGH)stellte so ein Vorgehen allerdings den Beschluss, alle Beteiligten mitzunehmen auf den Kopf. „Aber daran möchten wir gern festhalten“, sagte er. Und Ursula Vogt bezeichnete den Antrag der CDU als geradezu „absurd. Die Gruppe arbeitet ergebnisoffen, und wir legen uns fest“, sagte die Vertreterin der Grünen im Ausschuss kopfschüttelnd.

Mit ähnlichen Argumenten legte Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) der CDU-Fraktion nahe, ihren Antrag zurückzuziehen. Und SPD-Fraktionskollege Horst Bauer machte deutlich: „Unsere Präferenzen sind eine Sache, die abschließende Entscheidung wird aber woanders gefällt.“ Außerdem sei ihm Einigkeit wichtiger als Beschleunigung.

Nach einer Unterbrechung zog die CDU den Antrag „wegen Aussichtslosigeit“ zurück.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 12:00 Uhr

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