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St. Peter-Ording : Freie Bahn für Wind und Wellen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die letzten Strandkörbe, Podeste und Treppenaufgänge am Strand von St. Peter-Ording werden abgebaut, damit im Winter nichts kaputt geht.

Vor dem offiziellen Ende der Badesaison am 31. Oktober haben die Mitarbeiter vom Bauhof der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording noch einmal Hochkonjunktur, denn der Strand muss winterfest gemacht werden. Alles, was Wind und Fluten mit sich reißen könnten, wird abgebaut und hinter dem Deich sicher verwahrt. Dies betrifft beispielsweise auch die Aufgänge einiger Pfahlbau-Restaurants. Bevor die Saison der Stürme und Orkane beginnt, werden die Treppen abmontiert, um sie vor der Macht der Wellen zu schützen. Drei der fünf Pfahlbau-Restaurants bleiben daher über den Winter geschlossen.

Seit Ende September hat die Anzahl der Strandkörbe an den Badestellen stetig abgenommen. Nach und nach reinigen und trocknen die Mitarbeiter der Tourismus-Zentrale die weißen Möbel noch am Strand, begutachten ihren Zustand und transportieren sie zum Bauhof. Hier werden sie nach Zustand verstaut: Strandkörbe, an denen keine Reparaturen notwendig sind, überwintern in der Strandkorbhalle in Hungerhamm – rund 300 Stück haben hier Platz. Zwei Hallen auf dem Bauhof bieten Raum für die restlichen 900 Körbe. In den Obergeschossen werden ebenfalls intakte Strandkörbe untergebracht. Jene 450 bis 500 Körbe, an denen Sitze, Polsterungen, Rücken oder Holzgestelle jährlich repariert werden müssen, bleiben in den Erdgeschossen für die Instandsetzung. Die Mitarbeiter der Tourismus-Zentrale kümmern sich in den Wintermonaten darum. Einige Körbe werden auch komplett aussortiert und für die Strandkorbversteigerung am letzten Freitag im April beiseite gestellt.

„Die jährliche Räumung des Strands und Schließung der Strandüberfahrten zum 31. Oktober ist im Sondernutzungsvertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Gemeinde geregelt“, berichtet Nils Koch, Technischer Leiter der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording. „Alle beweglichen Gegenstände, Strandkörbe, Abfalleimer, Spielgeräte und Kioske müssen von der Sandbank entfernt werden. Sogar die Bodenplatten der Strandkorbpodeste.“

Dabei gestaltet sich so mancher Transport spektakulär. Zum Beispiel, wenn die Bootshäuser, die Kioske oder das Kirchenschiff per Kran auf einen Tieflader gehoben werden. „Einer der Hintergründe ist der Küstenschutz“, sagt Nils Koch. „Die Deichsicherheit muss gewährleistet sein und im Falle einer Sturmflut darf der Deich nicht durch bewegliche Gegenstände vom Strand beschädigt werden.“ Tägliche Kontrollfahrten am Strand stellen sicher, dass den Deichen auch durch angeschwemmte Gegenstände keine zusätzlichen Gefahren drohen.

Bis zum 15. März 2018 bleibt der zwölf Kilometer lange und bis zu zwei Kilometer breite St. Peter-Ordinger Strand jetzt „unmöbliert“. Für die Gäste gewinnt er dadurch jedoch auch einen zusätzlichen Reiz, denn unter dem oftmals dramatischen Himmel des Herbsts und Winters sind Strand und Weite des Horizonts noch besser spürbar als in den restlichen Jahreszeiten. So lädt die Sandbank in kräftiger Nordseebrise und bei sprühender Gischt zu ausgiebigen Strandspaziergängen ein, auf denen man allerdings immer die Gezeiten und den Wetterbericht im Hinterkopf haben sollte. Auch Führungen am Strand sowie Wattwanderungen mit der Schutzstation Wattenmeer finden in den Herbst- und Wintermonaten statt.

Außer an Ruhetagen haben am Strand dann noch die Pfahlbaurestaurants Arche Noah und Die Strandhütte (geschlossen vom 7. Januar bis 14. März 2018) zum Aufwärmen geöffnet – witterungsbedingte Schließungen sind vorbehalten.

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