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Aktionstag in Tönning und Husum : Freie Bahn für Rollatoren

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit einem Sternmarsch am 3. September macht der Seniorenbeirat Tönning auf die Probleme von Gehbehinderten aufmerksam. Am Deutschen Rollatortag gibt es auch in Husum eine Aktion.

Johannes Ruhnau (86) hat mit seiner Frau 30 Jahre lang in Bad Sachsa im Harz gelebt – und das ausgesprochen gerne. Doch als sie gebrechlicher wurden, begann der „Horror“, wie sie heute sagen. Selbst mit Hilfe ihrer Rollatoren konnten sie die Hänge im Ort nicht mehr bewältigen – weder rauf noch runter. „Wenn es bergab ging, konnte man den Rollator überhaupt nicht halten, Nachbarn sind sogar in Gräben gelandet.“ Seit einem Jahr lebt das Paar nun in einer ebenerdigen und barrierefreien Altenwohnanlage in Tönning. Kurze, gut gepflasterte Wege führen sie ins Zentrum zu Ärzten oder Einkäufen. Sie sind zufrieden mit ihrem neuen Leben in der Nähe ihrer dort lebenden Kinder.

Damit alles noch besser wird für Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind, hat er sich schon angemeldet für den Sternmarsch der Rollatoren am Mittwoch, 3. September, der vom örtlichen Seniorenbeirat vorbereitet worden ist. Und weil Johannes Ruhnau solidarisch mit all jenen ist, die doch über einige Hemm- und Hindernisse in der Stadt zu klagen haben. Wie er haben sich bereits rund 30 weitere Rollator-Fahrer für den Sternmarsch angemeldet, der an diesem besonderern Tag, denn es ist der Deutsche Rollatortag, stattfindet. Aus sieben Richtungen werden sie zu einer Kaffee- und Kuchentafel unter freiem Himmel vor dem Eiscafé Venezia am Marktplatz eintreffen. 15 Uhr ist dafür festgelegt. Dann soll in einer kleinen Kundgebung, zu der Vertreter der Stadt erwartet werden, öffentlich auf die Probleme aufmerksam gemacht werden, die auf dem Weg dorthin protokolliert worden sind. Paten begleiten jeden der „Demonstrationszüge“ in die Innenstadt und halten die Erlebnisse auf den Wegen fest.

Federführend bei der Organisation ist Klaus-Peter Carstensen vom Tönninger Seniorenbeirat, unterstützt von Heiner Hahn, Vorsitzender des Gremiums. Sie liebäugeln mit dem Gedanken, Tönning als „Hauptstadt der Rollatoren“ auszurufen. Nutzer jenes Hilfsmittels oder Rollstuhlfahrer gehörten heute selbstverständlich zum Bild in den Innenstädten. Ihnen müssten im wahrsten Sinn des Wortes „Wege geebnet werden“, betonten die beiden bei einem Probelauf mit etlichen der Senioren, die sich schon zu dem Sternmarsch am 3. September angemeldet haben.

Am Deutschen Rollatortag gibt es aber nicht nur in Tönning eine Veranstaltung. In Husum können sich Interessierte ganztägig im Umgang mit dieser Gehhilfe schulen lassen. Denn durch ungeübten und unsachgemäßen Gebrauch kann es zu Unfällen kommen. Extra dafür ist ein Parcours am Krämer Sanitätshaus, Asmussenstraße 42, in Husum aufgebaut.

Außerdem wird ein Technik-Check für den eigenen Rollator angeboten. Wer diesen und das Training erfolgreich absolviert hat, erhält am Ende das Sicherheits-Prüfsiegel und den Rollator-Führerschein. Die Teilnahme ist kostenlos. Dazu laden die Deutsche Seniorenliga, die Polizei, die Landesverkehrswacht NRW, die Deutsche Bahn und das Sanitätshaus Krämer ein.


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