Husumer Radwegekonzept : Freie Bahn für Radler in der Berliner Straße

Fahrradstreifen sollen den Radlern mehr Sicherheit geben.
Fahrradstreifen sollen den Radlern mehr Sicherheit geben.

Ein Punkt aus dem Radwegekonzept für Husum soll jetzt umgesetzt werden: Für die Berliner Straße ist ein Fahrradstreifen geplant. Die Matthias-Claudius-Straße ist dagegen dafür zu schmal.

23-10925294_23-55398006_1381138902.JPG von
29. Dezember 2014, 17:00 Uhr

Manche Dinge ziehen sich ja schon ein wenig hin, und manche auch ein wenig länger. Ein schönes Beispiel für Letzteres ist das Radverkehrskonzept für Husum. Das wurde 2009 bei der Planungsgemeinschaft Verkehr in Hannover in Auftrag gegeben und immerhin schon ein gutes Jahr später im Rohentwurf Politik und Öffentlichkeit vorgestellt. Nochmals ein Jahr später lag es dann als 100 Seiten starkes Werk auf dem Tisch der Verwaltung. Der damalige Bürgermeister Rainer Maaß kommentierte das Konzept schon 2010 vorausschauend mit den Worten, dass die Umsetzung wohl einige Jahre in Anspruch nehmen würde.

Prophetisch geradezu, denn wir schreiben ja bald schon 2015. Und wirklich passiert ist bislang – eigentlich nichts. Obwohl es die langjährige Vorsitzende der Husumer Grünen-Fraktion, Irene Fröhlich, fertig gebracht hatte, in nahezu jeder Ausschuss-Sitzung zwischen 2010 und 2013 das Konzept zumindest einmal nebenbei zu erwähnen – egal, um welchen Sachverhalt es gerade ging. Das sorgte zwar einerseits für eine ständige Erinnerung, andererseits barg es aber auch eine gewisse Abnutzung des Themas durch Ermüdung in sich. Und erschwerend kam hinzu, dass sich inzwischen die meisten Fraktionen einig darüber geworden waren, dass ein Radverkehrskonzept nur im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzeptes für die Storm-Stadt wirklich Sinn macht.

Aber man nimmt sich ja immer gute Vorsätze für das neue Jahr, und so haben sich die Grünen entschlossen, wenigstens der Umsetzung einiger konkreter Maßnahmen auf die Sprünge zu helfen: Nämlich die Markierung von Schutzstreifen für Fahrradfahrer auf der Berliner Straße anzustoßen und im Etat auch das notwendige Geld dafür bereitstellen zu lassen. Aufgegriffen wurde der Vorschlag von der WGH, die sich allerdings Sorgen darüber machte, dass durch den so entstehenden Streifen die Anwohner ihrer Straßenparkplätze beraubt würden, und stattdessen die Matthias-Claudius-Straße ins Spiel brachte – auch einer der 100 neuralgischen Punkte, in denen das Konzept Handlungsbedarf konstatierte.

„Das ist schön, dass im Zusammenhang mit dem Radverkehrskonzept mal nicht mehr nur von Großstraße und Norderstraße die Rede ist“, kommentierte Bürgermeister Uwe Schmitz den Vorstoß wohlwollend und fügte klarsichtig hinzu: „Es ist gut, nach fünf Jahren auch mal was aus dem Papier umzusetzen – sonst handeln wir uns ja den Vorwurf ein, wir machen nur Konzepte.“ Die Bremse kam allerdings prompt direkt aus seinem Hause: „In der Matthias-Claudius-Straße ist eine derartige Markierung nicht möglich, das gibt die Fahrbahnbreite leider nicht her“, so Bauamts-Mitarbeiter Klaus Lorenzen – was wiederum Schmitz zu der berechtigten Frage veranlasste, wieso die Matthias-Claudius-Straße Eingang in das Konzept finden konnte, wenn da nichts gemacht werden darf. Die Erklärung dafür hatte Ordnungsamtsleiter Günter Zumach: „Weil es 2013 eine Änderung im Straßenverkehrsrecht gegeben hat, die breitere Radstreifen vorsieht – und damit war die Matthias-Claudius-Straße wieder raus.“ Also doch die Berliner Straße.

Aber auch da wurde sofort ein neues Problem ausgemacht: „Die Berliner Straße ist ein ziemlicher Flickenteppich und steht zur Sanierung an. Wenn wir jetzt die Markierung aufbringen, ist die natürlich wieder weg nach der Erneuerung und wir müssen das Ganze wiederholen. Dann kostet es doppelt“, so Lorenzen. Damit können sich die Stadtpolitiker allerdings anfreunden. „Eine derartige Markierung hält normalerweise sechs Jahre. Wenn diese hier nach vier Jahren erneuert werden muss, ist es mir das im Hinblick auf die Sicherheit der Radfahrer wert“, sagte Alfred Mordhorst für die CDU. Da wollten auch die SPD und die WGH nicht zurückstehen. Und Grünen sowie SSW sind die Radfahrer ja ohnehin lieb und teuer. Also: Einigkeit an allen Fronten. Jetzt darf man gespannt sein, was in der Berliner Straße passiert. Und vor allen Dingen: Wann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen