Norstedt : Freibad: Schließung vom Tisch

Nicole Müller und Denis Andersen vor dem noch leeren Becken.
Nicole Müller und Denis Andersen vor dem noch leeren Becken.

Engagierte Einwohner machen es möglich: Nach eingehender Prüfung soll in der ersten Juni-Woche Saison-Auftakt sein.

shz.de von
26. Mai 2018, 14:00 Uhr

Noch vor wenigen Wochen stand in der Einwohnerversammlung der Gemeinde Norstedt ein großes Fragezeichen vor der anstehenden Entscheidung, das Freibad im Dorf in diesem Sommer wie gewohnt zu öffnen. Größere Wasserverluste deuteten nach dem Winter auf ernstzunehmende Schäden in den Zuleitungen hin, und es gab niemanden mehr, der sich um die technischen Belange und um die Pflege des Beckens kümmern wollte.

Deshalb hatte Bürgermeister Volker Carstensen bereits laut überlegt, sich schweren Herzens dauerhaft vom Bad zu trennen. Doch die Einwohner protestierten. Sie wollten ihr Bad unbedingt erhalten und suchten gemeinsam nach Lösungen. Und nun soll es tatsächlich weitergehen. Das haben die Bürger des kleinen Geestdorfes zum einen den bewährten „Poolwatchern“ zu verdanken, die weiterhin ehrenamtlich die Wasseraufsicht im Bad übernehmen wollen. Zum anderen aber auch Nicole Müller und Denis Andersen, die erst seit fünf Jahren in Norstedt wohnen und künftig als „Hausmeister“ ihren Teil zum Erhalt des Freibades leisten wollen.

Sie kommt aus der Pfalz, er aus Kappeln, und seit sie hier gemeinsam wohnen, schätzen sie die Möglichkeit, im Sommer quasi direkt vor der Haustür in die kühlen Fluten springen zu können. Und das in einem Freibad, in dem sich maximal die jungen Mütter des Dorfes mit ihren kleinen Kindern aufhalten und nachmittags vor allem die etwas älteren Kinder und Jugendlichen zum Schwimmen und Toben kommen. Das riesige Becken ist groß genug für alle und würde auch noch mehr Besucher verkraften. „Manchmal kommen Leute aus Spinkebüll hierher“, sagt Nicole Müller. Ansonsten ist es im Umkreis aber wohl eher unbekannt, dass man hier echten Badespaß erleben kann. Es gibt auch keine Hinweisschilder im Ort. Wer aber der Ausschilderung zu „Jonnys Café“ in der Wasserreihe folgt und dahinter rechts in den Schoolstieg einbiegt, wird das kleine Freibad hinter der schützenden Hecke am Ende der Sackgasse sicher leicht finden.

Momentan sind Nicole Müller und ihr Partner noch dabei, die Folie zu prüfen, das Becken zu säubern und die Reparaturarbeiten zu beaufsichtigen: „Die Zuleitungsrohre und Filter müssen noch in Ordnung gebracht werden, außerdem sollen neue Startblöcke installiert werden – die alten sind total rott“, sagt sie. Sobald das geschehen ist, kann der Filtersand hinzugefügt und das Becken geflutet werden.

„Wir hoffen, dass wir die Badesaison am ersten Juni-Wochenende einläuten können“, sagt Denis Andersen, der dann auch schon eine Wassertemperatur von 20 bis 23 Grad für möglich hält – wenn das Wetter so bleibt. Auch eine Poolparty soll wieder stattfinden. Der Termin steht aber noch nicht fest.
















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