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Mit der Kraft des Windes : Frauenpower auf dem Atlantik

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Rantrumerin ruft den Verein „Atlantic-Women-2017“ ins Leben, um den Ozean mit Gleichgesinnten in einer Flottillenflotte überqueren zu können. Trainiert wurde jetzt unter anderem auf dem Mittelmeer.

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erstellt am 04.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Gemütlich auf dem sonnenüberfluteten Vordeck liegen, einen kühlen Drink genießen, Delfine, die auf der Bugwelle reiten, beobachten und dem Plätschern der Wellen lauschen – so stellen sich viele das Segeln auf dem Mittelmeer vor. Wer allerdings die 49-jährige Rantrumerin Petra Pavlisin beim Segeln in dem mediterranen Revier beobachtet, erhält einen ganz anderen Eindruck. Da sind viele Kommandos zu hören, denn eine 38-Fuß-Yacht fährt alle möglichen Manöver, von der Mann – Pardon – Frau-über-Bord-Übung bis hin zu verschiedenen Anlegern. Auch das Ankern, das Klarieren von vertörnten Schoten und das Reffen wird immer wieder geprobt. Ein erholsamer Segelurlaub sieht anders aus, doch Petra Pavlisin hat es so gewollt.

Schließlich hat sie den Verein „Atlantic-Women-2017“ ins Leben gerufen. Und mit einigen Mitgliedern wird vor dem türkischen Bodrum hart trainiert. Ziel ist es nämlich, in zwei Jahren an einer Flottillenfahrt über dem Atlantik teilzunehmen. „Mein Traum ist es, Frauen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen und sowohl mit aktiver als auch länger zurückliegender Segelerfahrung zusammenzubringen“, sagt die Mutter von zwei großen Kindern, die bei ihrem Vorhaben volle Unterstützung durch ihren Mann erfährt. Das Projekt soll Ermutigung für die Crew, aber auch für alle anderen Frauen sein, etwas Ungewöhnliches und Mutiges zu wagen.

Die Lehrerin an der Kreisberufsschule in Husum ist gebürtige Amerikanerin, ihr Vater war US-Soldat in Deutschland. Als Kind, so erzählt sie, habe sie auf verschiedenen Binnengewässern gesegelt, später auch auf der Ostsee. Schon als junge Frau habe sie von einer Weltumsegelung geträumt. Später dann, die Kinder waren groß, erwachte die Liebe zum Meer und zum Segeln erneut. 2013 und 2014 überquerte sie mit verschiedenen Teams den Atlantik. Und als es dann bei der Preisverleihung des Flottillensegelns über den großen Teich, in St. Lucia (Karibik), eine reine Frauencrew ausgezeichnet wurde, da reifte die Idee, einmal mit einer möglichst norddeutschen Frauengruppe die Seereise nac Amerika zu wagen. Immerhin heißt dies vier bis fünf Wochen auf engstem Raum zusammenleben zu müssen.

Bislang hat der Verein „Atlantic-Women-2017“ erst sieben Mitglieder, doch es dürfen ruhig noch mehr werden, denn geplant ist der Törn im Jahr 2017 mit einer mindestens sechsköpfigen Crew. Trainiert wird zwischenzeitlich immer wieder, wie unlängst vor Bodrum

Mit was für einem Schiff sich das Frauenteam an der Überfahrt beteiligen will, steht noch nicht fest, daher sucht Petra Pavlisin auch Sponsoren. „Toll wäre, wenn wir einen Bootseigner finden, der uns auch für Trainingsrunden auf der Ostsee sein Schiff zur Verfügung stellen würde“, sagt sie. Denn in den Sportboothäfen liegen viele für die Hochsee ausgerüstete Yachten, die kaum bewegt werden und ein „tristes Leben“ in der Vertäuung am Steg fristen.

Nicht nur junge Hüpfer, sondern ganz im Gegenteil, Frauen mit Lebenserfahrung sind zurzeit Mitglied. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 50 Jahren. Allerdings gibt es auch eine junge Studentin, die den Schnitt erheblich senken würde, aber gegenwärtig nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt. Denn schließlich müssen für die ganzen Trainingseinheiten und letztendlich die Fahrt über den Atlantik doch etliche 1000 Euro eingeplant werden.

Ausrüstung für eine Yacht benötigt der Verein, wie viele andere Teams, eigentlich nicht, eher persönliche Unterstützung. „Doch das Optimale, so Petra Pavlisin „wären Yachten, die zur Verfügung gestellt werden. Dabei müssten sie aber eine Größe haben, dass eine sechs- beziehungsweise achtköpfige Crew an Bord leben kann, also mindesten 38 Fuß.“

Und was reizt die Rantrumerin so sehr am Hochseesegeln? „Man ist von der Natur abhängig, man kann nicht alles beeinflussen, trotz modernster Technik, wir müssen uns den Gegebenheiten beugen.“

Morgen findet ein Vorbereitungstreffen bei Petra Pavlisin in Rantrum statt. Wer Interesse hat, dem Verein beizutreten, oder aber den Frauen unter die Arme greifen will, der sollte sich unter Telefon 04848/737 melden und erfährt dann weitere Einzelheiten.

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