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St. Peter-Ording : Frauen-Power für Regionalgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sabine Graetke übernimmt die Leitung des Museums der Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording. Sie setzte sich gegen 39 weitere Bewerber durch.

von
erstellt am 19.Okt.2015 | 12:30 Uhr

Viele neue Menschen lernte Sabine Graetke an diesem Nachmittag kennen, viele Menschen, die sie durch ihr künftiges Berufsleben als Leiterin des Museums der Landschaft Eiderstedt begleiten werden. An diesem Nachmittag wurde sie den ehrenamtlichen Helfern des Hauses in der Olsdorfer Straße in St. Peter-Ording vorgestellt. Die 53-Jährige aus Wesseln bei Heide folgt Peter Bothe, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Seit 1998 hatte er sich um Alltagsgeschäft wie neue Projekte im Museum gekümmert. Sabine Graetke hat die vergangenen drei Jahren im Sturmflutzentrum Blanker Hans in Büsum gearbeitet, war dort für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Außerdem war sie seit 2013 nebenberuflich im Ausstellungsdienst im Multimar Wattforum in Tönning tätig. „Sie kennt also Ausstellungen von beiden Seiten – aus der Sicht der Praxis und aus der Sicht der Verwaltung“, sagte Hilke Herzberg, Vorsitzende des Vereins Kulturtreff, der für die inhaltliche Arbeit im Museum zuständig ist, bei der Vorstellung der neuen Leiterin. Ihr war diese Runde bei Sekt und Organgensaft besonders wichtig: „Ohne Ehrenamtler kann kein Museum funktionieren, sonst ließen sich diese gar nicht bewirtschaften.“

„Ich freue mich, dass das Haus Nationalpark-Partner ist“, sagte Sabine Graetke auch mit Blick auf ihre Tätigkeit im Multimar. „Und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihnen.“ Die Dithmarscherin kennt sich nicht nur dank ihrer Tätigkeit in Büsum und in Tönning mit der Geschichte und den Besonderheiten Eiderstedts gut aus. Sie ist auch von Kindertagen an mit der Region vertraut, ist sie doch in Heide aufgewachsen. Studiert hat sie dort dann Internationales Tourismusmanagement. Nach Stationen auf den Kanarischen Inseln und in Hamburg kehrte sie nach Dithmarschen zurück. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihr Ziel ist es, mehr Kinder und Familien mit dem Angebot im Museum anzusprechen und weiter daran zu arbeiten, das Haus bekannter zu machen. Sabine Graetke setzte sich unter insgesamt 40 Bewerbern um die Stelle durch. „Wir sind nun der einzige Verein hier – neben den Landfrauen – der die Frauenquote auf Leitungsebene voll erfüllt“, sagte Peter Bothe schmunzelnd. Der Himmel werde dem Museum nicht auf den Kopf fallen, wenn sie mit ihr so zusammenarbeiten, wie mit ihm. „Es hat immer Spaß gemacht mit der Crew, sie ist freundlich und zuvorkommend.“ Bothe wird noch bis Mitte Dezember Sabine Graetke bei der Einarbeitung zur Seite stehen. Gern erinnnert er sich an die Kunstausstellungen im Haus, die wegen der neuen Gestaltung nicht mehr möglich seien. Etwa die von Erhard Schiel über die Eiderstedter Kirchen oder die Performance einer Frankfurter Künstlerin. Der Diplom-Pädagoge und Kulturmanager begann seine Tätigkeit, als das Museum von der Kulturstiftung des Kreises Nordfriesland in die Trägerschaft der Gemeinde St. Peter-Ording übergeben wurde. Diese bezahlt auch den Museumsleiter. Zunächst übernahm die AG Ortschronik den Betrieb, doch schon im selben Jahr wurde der Verein Kulturtreff gegründet. In seiner Ägide entstanden auch die beiden jüngsten Dauerausstellungen „Eiderstedt im frühen Mittelalter“ und „Milchwirtschaft in Eiderstedt“.

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