Von dänischer Grenze bis zur Eider : Fracking beschäftigt die Vollstedter

Fracking-Bohrtürme sollen gar nicht erst im Kreis aufgestellt werden, dazu übernahmen die Grünen die Initiative.
Fracking-Bohrtürme sollen gar nicht erst im Kreis aufgestellt werden, dazu übernahmen die Grünen die Initiative.

Die Genehmigung des zuständigen Bergbauamtes für Bohrungen liegt vor. Starker Protest im Amtsbereich macht sich breit. Eine Klage beim Verwaltungsgericht läuft bereits.

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17. Dezember 2014, 09:15 Uhr

„Die solide Finanzkraft haben wir hauptsächlich der Windkraft zu verdanken, von der Bürger und Kommune profitieren. Wir haben gut gewirtschaftet“, stellte Vollstedts Bürgermeister Hans-Jakob Paulsen im Rahmen der Gemeindevertreter-Sitzung fest. Den Gremiumsmitgliedern fiel es daher leicht, die Haushaltssatzung 2015 mit einstimmigem Votum zu verabschieden. Im Ergebnisplan ergibt sich voraussichtlich ein Jahresfehlbetrag von 98  600 Euro bei Erträgen von 293  800 Euro. Ihnen stehen Aufwendungen von 392  600 Euro gegenüber. Der Finanzmittelbedarf wird mit 87  900 Euro angenommen. Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit von 290  400 Euro stehen hier Auszahlungen von 376  800 Euro entgegen. Kredite sind nicht zu tilgen.

Die Hebesätze der Realsteuern bleiben mit je 330 Prozent für Grundsteuer A und B sowie 350 Prozent für die Gewerbesteuer wie gehabt. Die wichtigsten Eckdaten: Die Schulverbandsumlage beträgt 46  500 Euro, Kindergartenbeiträge 42  000 Euro, Einnahmen Grundsteuer A 7800 Euro, Grundsteuer B 12  000 Euro, Gewerbesteuer 180  000 Euro, Gemeindanteil Einkommenssteuer 47  400 Euro, Gemeindeanteil Umsatzsteuer 1900 Euro, Gewerbesteuerumlage 35  500 Euro, Kreisumlage 73  500 Euro, Amtsumlage 36  300 Euro.

Mit einem formellen einstimmigen Beschluss übertrug das Gremium die Aufgaben Fahrbücherei sowie Förderung schulischer und außerschulischer Bildungs-, Betreuungs- und Kulturangebote an den Schulverband Mittleres Nordfriesland. Bisher lagen die Aufgaben beim Amt. Wegen geänderter gesetzlicher Vorgaben dürfen nur noch fünf Aufgaben für die Kommunen geleistet werden. Auch dem zugunsten der Gemeinde verbesserten Wegeunterhaltungsvertrag mit dem Kreis Nordfriesland stimmte das Gremium geschlossen zu. Er garantiert eine zügigere Abwicklung. „Es herrschte Unzufriedenheiit, weil die Flick- und Splitt-Arbeiten viel zu spät gemacht wurden“, erläuterte der Bürgermeister dazu. Nach den neuen Richtlinien muss die Wegeschau jeweils bis zum 15. Mai vollzogen sein. Die Arbeiten müssen dann bis zum 30. September beendet sein sowie abgenommen werden. Grünes Licht gaben die Vertreter für die Dach- sanierung im Dörpshuus. Dort war es bedingt durch Risse im Dach zum Wasserschaden gekommen. Das günstigste Angebot über gut 21735 Euro erhielt den Zuschlag.

Mit fünf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen gab es ein Votum zugunsten einer Einschränkung im gesamten Dorf- bereich auf Tempo 30. Grundlage war eine vorgelegte Unterschriftenliste. 62 Bürger hatten sich dafür ausgesprochen. Gerade die Dorfstraße werde, so hieß es in der Begründung, oft als Durchgangsstraße in Richtung Högel genutzt. Viele Verkehrsteilnehmer würden mit mehr als 50 Stundenkilometer durch den Ort fahren, in dem viele Familien mit kleineren Kindern leben. „Wenn ein Viertel der Einwohner sich dafür aussprechen, mussten wir handeln“, betonte der Gemeinde-Chef.

Schließlich berichtete er, dass Fracking immer noch ein großes Thema ist. „Wir liegen im Untersuchungsgebiet Rosencranz, und das reicht von der dänischen Grenze bis zur Eider“, so Paulsen. Theoretisch dürften Fachfirmen Bohrungen vornehmen, denn eine Genehmigung des zuständigen Bergbauamtes liege vor. Im Amtsbereich Schafflund mache sich starker Protest breit. Dort sei auf Amtsebene eine Klage beim Verwaltungs- gericht anhängig. Der Ausgang soll, so laute das einmütige Votum im Amtsausschuss Mittleres Nordfriesland, zunächst abgewartet werden, weil erhebliche Kosten mit dem Verfahren verbunden wären. Danach werde neu entschieden und eine Info-Veranstaltung für die Bürger eingeplant. „Jeder Landeigentümer darf aber Bohrungen auf seinem Grundstück widersprechen und sollte es im Ernstfall auch tun“, betonte der Bürgermeister.



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