Batteriespeicher : Forschungsprojekt vor dem Abschluss

Kraftpakete: Diese Batteriespeicher dienen als Puffer, um die Einspeisung ins Netz gleichmäßig halten zu können.
Kraftpakete: Diese Batteriespeicher dienen als Puffer, um die Einspeisung ins Netz gleichmäßig halten zu können.

Batteriespeicher sind in der Lage, die schwankende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien auszugleichen: Dies ist ein Ergebnis aus der Smart-Region Pellworm.

shz.de von
18. Mai 2018, 15:00 Uhr

Technisch machbar und teilweise bereits wirtschaftlich: Mit dieser Kernaussage sind die Ergebnisse des Forschungsprojektes Smart-Region Pellworm zusammengefasst. In zwei Phasen hatten die Unternehmen der Hansewerk-Gruppe sowie Partner aus Wirtschaft, Industrie und Forschung in den vergangenen Jahren auf der Insel den technischen Einsatz und die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern getestet – im Umfeld erneuerbarer Energien und unter Einbeziehung eines intelligenten Netzes.

„Großbatterien sind technisch in der Lage, die schwankende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien in verschiedenen Szenarien auszugleichen und die Vor-Ort-Verwertung des lokal erzeugten Stroms aus Erneuerbaren deutlich zu erhöhen“, sagt Jan Gratenau, Leiter Geschäftsentwicklung bei der Hansewerk AG. Zudem bieten sie die notwendigen Voraussetzungen, um in einem konsequenten Regelbetrieb an den etablierten Strommärkten teilzunehmen. Gratenau: „So ist ein Betrieb der entsprechenden Anlagen im sogenannten Primärregelleistungsmarkt bereits heute wirtschaftlich.“

„Für einen wirtschaftlich sinnvollen Einsatz in anderen Segmenten des Strommarktes müssen jedoch die Investitions- und Betriebskosten, wie zum Beispiel der Eigenbedarf des Speichersystems, noch weiter gesenkt und die Dimensionierung der Batterien auf den konkreten Anwendungsfall hin weiter optimiert werden“, ergänzt er.

Es sei zu erwarten, dass der weiter steigende Zubau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien und der dadurch folgende Rückbau von konventionellen Kraftwerken dazu führen wird, dass die Preisvolatilität bzw. die Strompreisdifferenzen an den Märkten weiter ansteigen. Bei gleichzeitig fallenden Batteriepreisen sowie technischen Verbesserungen hinsichtlich Wirkungsgrad und Lebensdauer werde die Wirtschaftlichkeit der Vermarktung von Batteriespeichern künftig voraussichtlich weiter steigen.

Angesichts des weiteren Ausbaus der Windenergie würden in Zukunft neben Speichern für einen schnellen und kurzfristigen Ausgleich von Angebot und Nachfrage vor allem Langzeitspeicher notwendig sein. Dies könne mittels Batterieanwendungen gelingen. Aber, so Jan Gratenau: „Hier sollte der Blick noch stärker auf die Sektorenkopplung gelenkt werden, bei der überschüssiger Strom in Wärme, Gas oder Mobilität umgewandelt wird. Insbesondere das Gasnetz stellt hierbei einen idealen Speicher dar.“

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