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Erneuerbare Energien : Forschungsprojekt in Eigenregie

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Privatinitiative von Windmüllern: Im Bürgerwindpark Braderup/Tinningstedt soll die Speicherung von Energie entwickelt und erprobt werden

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 21:25 Uhr

Braderup | Eines Tages stand Landwirt Jan Martin Hansen (65) bei den „Mühlen“ und dachte, dass es doch möglich sein müsste, den aus der Windkraft gewonnen Strom in verbrauchsarmen Zeiten oder bei zu reichlicher Produktion zu speichern, um ihn dann bei hoher Nachfrage zeitversetzt und gezielt abgeben zu können. Seine Gedanken waren lange Zeit nur eine Vision. Jetzt nimmt diese reale Formen an.

Jan Martin Hansen, im Laufe von 20 Jahren zum engagierten Energiewirt geworden, plant mit seinen Geschäftsführerkollegen Peter Markus Petersen, Peter Lorenzen und Markus Pudschun den Bau eines Stromspeichers. Das Speicherprojekt ist als Test und im Zusammenhang mit dem Bürgerwindpark Braderup/Tinningstedt zu sehen. Erweisen sich Entwicklung und Erprobung des Speichers als Erfolg, planen die Investoren den Bau einer Produktionsstätte und die Vermarktung der Speicher.

Konkret handelt es sich bei dem Vorhaben um ein Hybrid-Batterie-Speicher-Kraftwerk zusammengefügt aus einem Vanadium-Redox-Durchfluss-Energiespeicher, einer Art Flüssigkeitsbatterie, und einer Lithium-Ionen-Batterie, einem thermisch stabilen Akku mit hoher Energiedichte. Die beiden Systeme verfügen über eine Speicherkapazität von je 1,28 MWh. Den Strom liefert der als Testfeld zu sehende Braderup/Tinningstedter Bürger-Windpark mit seinen sechs Windmühlen und einer Leistung von je 3,3 Megawatt. Prognostiziert ist eine erzeugte Strommenge von 55 Millionen Kilowattstunden, die ausreichen, etwa 14 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Am Windpark mit einem Kostenvolumen von 30 Millionen Euro sind 200 Bürger aus den beiden Gemeinden beteiligt. Für den Speicher sind drei Millionen Euro eingeplant.

Hansen: „Wir wollen eine technische Anlage entwickeln und betreiben, die es in ihrer Art in Deutschland bisher noch nicht gibt.“ Wissenschaftlich wird das Projekt vom Fraunhofer-Institut begleitet. Als Projektträger firmiert die „Energiespeicher Nord GmbH & Co. KG“ – bestehend aus dem Bürgerwindpark Braderup/Tinningstedt und der Bosch-GmbH Stuttgart-Feuerbach. Die Protagonisten des Projekts sehen in ihrem Vorhaben, Erfolg vorausgesetzt, einen Beitrag zum Gleichgewicht im Stromnetz und zu dessen Schonung und Erhaltung, den Ausgleich von Verbrauchsschwankungen, den ungehinderten Weiterlauf der Windräder und eine stete am Bedarf orientierte Lieferung von Strom.

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