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Experiment zum Klimawandel : Forscher heizen Salzwiesen im Nationalpark Wattenmeer auf

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Für das Experiment kommen Heizstäbe zum Einsatz. Untersucht werden sollen die Folgen des Klimawandels.

Tönning/Hamburger Hallig | Mit Heizstäben und Heizdrähten will ein internationales Forscherteam im Nationalpark Wattenmeer Salzwiesen aufwärmen. Unter Federführung des Hamburger Professors Kai Jensen wollen Wissenschaftler aus Deutschland und den USA die Auswirkungen des Klimawandels auf die Salzwiesen untersuchen, wie die Nationalparkverwaltung am Montag mitteilte. Dabei geht es unter anderem um die Bedeutung der Salzwiesenvegetation für den Küstenschutz. Ein vergleichbares Klimaexperiment gibt es laut Jensen weltweit bislang nur an der Ostküste der Vereinigten Staaten in Brackwassermarschen der Chesapeake Bay.

Mit Hilfe der experimentellen Ökologie könnten Effekte des Klimawandels viel besser abgeschätzt werden als mit Ableitungen aus bekanntem Wissen, erklärte Jensen. Für ihre Forschung bauen die Wissenschaftler der Universität Hamburg und des Smithsonian Environmental Research Centers bei Washington insgesamt 27 kuppelförmige „Erwärmungskammern“ in unterschiedlichen Lebensräumen auf. Je nach Höhenlage über dem Meer bilden sich sogenannnte Queller-, Andel- und Rotschwingelzonen. In jeder Zone werden jeweils neun Kuppeln installiert. Davon werden je drei um 1,5 Grad und um 3,0 Grad aufgeheizt, die übrigen dienen dem Vergleich.

Im ersten Jahr sollen lediglich Erfahrungen mit der experimentellen Anordnung gesammelt werden, hieß es. Die eigentlichen Messungen erfolgen in den Sommerhalbjahren von 2018 bis 2022. Dann sollen alle vor Ort aufgezeichneten Daten direkt zur Hamburger Uni und nach Washington gesendet werden. Im Winter während der Sturmflutzeit werden Kuppeln und Messgeräte abgebaut.

Die Untersuchungen wurden von der Nationalpark- und Küstenschutzverwaltung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) für den Ort auf der Hamburger Hallig zunächst für einen Probebetrieb von einer Saison genehmigt, erklärte LKN-Sprecher Hendrik Brunckhorst. Das Gebiet werde nur von wenigen Brut- beziehungsweise Rastvögeln genutzt. Es sei davon auszugehen, „dass sie es trotz gelegentlicher Forscherbesuche auch weiterhin tun“, sagte Brunckhorst.

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erstellt am 03.Apr.2017 | 14:47 Uhr

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