Husum und Wissenschaft : Forschen wie an einer Universität

Thore Koritzius, Theresa Belz und Nina Schwarz (vorn, v. l.) zeigen ihr Projekt Thomas Adler und Jesko Oestergard (hinten, v. l.). Im Hintergrund eine Ansicht des künftigen Labors.
Thore Koritzius, Theresa Belz und Nina Schwarz (vorn, v. l.) zeigen ihr Projekt Thomas Adler und Jesko Oestergard (hinten, v. l.). Im Hintergrund eine Ansicht des künftigen Labors.

Husum bekommt ein Zentrum für alle Jugendlichen mit besonderem Interesse an mathematisch-naturwissenschaftlichen Fragestellungen.

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01. Dezember 2017, 07:00 Uhr

Die Hermann-Tast-Schule wird Standort eines Forschungszentrums, das sie gemeinsam mit der Theodor-Storm-Schule betreiben wird. Die Eröffnung ist bereits im ersten Quartal des nächsten Jahres geplant. Details zu dem Projekt wurden kürzlich den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport vorgestellt, die daraufhin 60.000 Euro für den Umbau eines Raumes und die Laboreinrichtung freigaben. Das Land fördert die Einrichtung mit einem einmaligen Betrag in Höhe von 35.000 Euro, womit die Stadt unterm Strich 25.000 Euro tragen muss.

Jugendliche können dort über einen längeren Zeitraum eigenen Forschungsfragen nachgehen. Ganz ähnlich wie musikalisch oder sportlich begeisterte Kinder und Jugendliche überwiegend durch Vereine Zugang zu speziellen Förderzentren erhalten, soll dieses Zentrum mathematisch-naturwissenschaftlichen Talenten Raum für ihre Entwicklung bieten.

Es wird Teil eines landesweiten Netzes solcher Einrichtungen an fünf Standorten. Geknüpft wird es vom Land Schleswig-Holstein, dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) und der Joachim-Herz-Stiftung (JHS). Zusammen mit der Kieler Forschungswerkstatt soll dieses innovative und sichtbare Netzwerk zunächst zehn Jahre gefördert werden.

„In einem Flächenland wie Schleswig-Holstein müssen dezentral tragfähige Strukturen geschaffen werden, um talentierte Jugendliche optimal zu fördern“, betont Prof. Dr. Ilka Parchmann, Direktorin am IPN und Vize-Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität.

Das Bildungsministerium unterstützt das neue Netzwerk mit zwei Planstellen. Es bezeichnet diese Kooperation als eine sehr gute Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten zur MINT-Förderung an den Schulen. Das Land unterstützt ferner die Einbindung von Schulen und den weiteren Hochschulen Schleswig-Holsteins in das Projekt. Außerdem ist der Aufbau einer Internet-Plattform beabsichtigt, auf der Lern- und Lehrmaterialien sowie Impulse für die weitere Arbeit frei zur Verfügung gestellt, aber auch Schülerergebnisse präsentiert werden können. Sichtbares Zeichen dafür, dass das Forschungszentrum an der Hermann-Tast-Schule auch anderen Schulen offen steht, ist ein separater Eingangsbereich – abseits des regulären Schulbetriebs.

Obwohl das Labor noch nicht eingerichtet ist, gibt es schon ein erstes gemeinsames Projekt: „Wir haben einen Autoschlüssel verlegt und nicht wiedergefunden“, erläutert Theresa Belz (18). „Da kamen wir auf die Idee, einen GPS-Chip zu entwickeln, mit dem Gegenstände mittels einer individualisierten App mit einem Meter Genauigkeit geortet und so wiedergefunden werden können – und zwar in jedem Teil der Welt, wo eine Verbindung zum Internet möglich ist.“ Zusammen mit ihrer TSS-Mitschülerin Nina Schwarz (17) und HTS-Schüler Thore Koritzius (18) wurde ein Prototyp gebaut, betreut von den Lehrern Thomas Adler (HTS) und Dr. Jesko Oestergard (TSS). „Noch etwas groß, aber der lässt sich industriell verkleinern“, sind sich die Zwölftklässler sicher. Und hoffen auf einen Preis beim Wettbewerb „Jugend forscht“: Denn da ist ihr Projekt auch schon angemeldet.

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