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Glasfaser für 8383 Häuser : Fördermittel können jetzt fließen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Zweckverband Breitbandausbau für das südliche Nordfriesland kann gegründet werden, nachdem auch das Amt Nordsee-Treene seine Zustimmung erteilt hat. Ziel ist der Glasfaseranschluss von 8383 Häusern.

Jetzt ist er in trockenen Tüchern, der Zweckverband zur Errichtung eines Breitbandnetzes im südlichen Nordfriesland. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Amtsausschuss Nordsee-Treene mit überwältigender Mehrheit für den Beitritt, beziehungsweise die Gründung dieses Zweckverbandes. Nun kann, nachdem bereits die Städte Tönning und Friedrichstadt sowie die Ämter Viöl und Eiderstedt zugestimmt haben, der Vertrag unterzeichnet werden. Einziger Zweck ist es, das Glasfasernetz im südlichen Kreisgebiet auszubauen und dafür zu sorgen, dass jedes Haus in diesem Bereich, auch die außerhalb von Ortschaften liegenden, mit einem Anschluss versehen werden. Sitz des Verbandes und die Verwaltung werden beim Amt Eiderstedt in Garding angesiedelt.

Formal musste allerdings vor der Zustimmung zu dem Vertrag auch noch die Übertragung der Aufgaben durch die Gemeinden auf das Amt gebilligt werden. Auch dies erfolgte mit großer Zustimmung. Ebenfalls wurde die vorläufige Verbandssatzung gutgeheissen, die allerdings in ihrer letzten Form dann nochmals vom Zweckverband überarbeitet und verabschiedet wird. Die Ämter entsenden jeweils vier, die Städte jeweils zwei Vertreter in die Verbandsversammlung.

Vorgesehen ist ein Stammkapital von 100  000 Euro für den Zweckverband. Im gesamten Ausbaubereich befinden sich 8338 Gebäude mit zusammen 9927 Haushalten. Das Glasfasernetz soll mit einem Kapitaleinsatz von 32,61 Millionen Euro ausgebaut werden. Als Förderbetrag sind elf Millionen Euro eingeplant. Um an diese Mittel zu kommen, muss der Antrag des neuen Zweckverbandes bis 23.59 Uhr am 28, Oktober beim Infrastruktur-Ministerium in Berlin vorliegen. Um auf die genannten Kosten zu kommen, ist eine Anschlussquote von 60 Prozent kalkuliert. Mit der Gründung des Zweckverbandes sei aber auf keinen Fall die vor einigen Jahren vom Amt initiierte Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG) tot, stellte Amtsvorsteher Ralf Heßmann fest. Man habe sich lediglich zur Gründung entschlossen, da nur so Fördermittel des Bundes zum Ausbau des Breitbandnetzes abgegriffen werden können. Auch würden die Gemeinden als Gesellschafter Mitglied der BBNG bleiben. Und Karen Hansen aus Horstedt ergänzte, dass dort alles prima laufe.

Während das Thema Breitband relativ schnell und nahezu einmütig abgehandelt werden konnte, gab es beim Tagesordnungspunkt Amtsblatt längere Wortbeiträge. Denn 50  000 Euro jährlich dafür ist dem Gremium zu viel.

Vorsteher Ralf Heßmann teilte dem Gremium mit, dass in der bisherigen Erstaufnahmeeinrichtung in der Seether Stapelholmer Kaserne gegenwärtig kein Asylsuchender untergebracht sei. Zudem werde die Einrichtung nur noch als „Reserve“ beibehalten. Mit den neuesten Zahlen machte Heßmann dies deutlich. So seien im ganzen Oktober bislang 233 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen, im Oktober des vergangenen Jahres waren es gut 7000.

Unzufrieden war die Amtsverwaltung bislang mit dem Kreisnetz. Daher will sie neue Wege gehen und sucht nach einem vernünftigen Ersatz. Unter anderem sollen die Chancen abgeklopft werden, einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Stadt Husum zu schließen.

Koldenbüttels Bürgermeister Detlef Honnens sorgt sich um seine Gemeindefinanzen und die der anderen Kommunen im Amtsbereich. Denn die neuen digitalen Handfunkgeräte aus den Jahren 2009 und 2010 müssten nun mit einer neuen Software ausgestattet werden. Und allein in Koldenbüttel gibt es davon 17 Geräte. Der Preis pro Handfunke: 110 Euro. „Das ist mir zu viel Geld, da muss es eine andere Regelung geben“, so Honnens. Amtswehrführer Tim Petersen will sich der Sache annehmen und mit dem Kreisfeuerwehrverband eine Lösung suchen. Vorstellbar sei, dass der Preis für die Aktualisierung bei einer wesentlich größeren Stückzahl erheblich reduziert werden könnte.

Schließlich wurde noch darauf hingewiesen, dass eine Delegation vom Partneramt Usedom zu Besuch kommt.

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erstellt am 23.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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