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Sorgen der Inseln und Halligen : „Förder-Stau zehrt an den Nerven“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vertreter der Insel- und Halligkonferenz und der AktivRegion Uthlande tauschten sich in Wyk auf Föhr mit Umweltminister Robert Habeck über Ziele und Probleme aus.

Bei einem Besuch im Regionalbüro Uthlande auf der Insel Föhr konnte sich der Landesminister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume, Dr. Robert Habeck, ein eigenes Bild von der Kooperation der beiden Vereine – Insel- und Halligkonferenz (IHKo) und der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) AktivRegion Uthlande – und den gemeinsamen Strukturen der Geschäftsstellen machen. „Wir freuen uns sehr, Sie hier in unseren Räumlichkeiten begrüßen zu können“, eröffnete Manfred Uekermann als Vorsitzender beider Vereine das Gespräch.

Gemeinsam mit den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Paul Raffelhüschen (IHKo) und Renate Gehrmann (LAG) sowie den jeweiligen Geschäftsführerinnen Natalie Eckelt und Julia Bär wurden die vielfältigen Themen vorgestellt. Beide Vereine vertreten die Region der Uthlande mit allen 26 Gemeinden der nordfriesischen Inseln und Halligen sowie der Hochseeinsel Helgoland. „Die enge Zusammenarbeit in der Bürogemeinschaft bei der Entwicklung von Projekten und der Umsetzung der Integrierten Entwicklungsstrategie – kurz: IES – soll die Region stärker nach vorne bringen“, erklärte Uekermann.

Als ein aktuelles Anliegen wurde die Problematik durch das schleppende Anlaufen der neuen Förderperiode angesprochen, die bereits 2015 hätte beginnen sollen. Die Region hat sich auf die Verzögerungen durch die EU-Kommission eingestellt, indem das Regionalmanagement im zweiten Quartal neu besetzt wurde (wir berichteten) und der Vorstand erst im Juni die ersten Projekte bewilligt hat. Nun gibt es wieder Verzögerungen auf unbestimmte Zeit und alle Antragsteller sind verunsichert, beziehungsweise müssen ihre Projekte zum Teil neu planen. „Das ist sehr unerfreulich und zehrt an den Nerven aller Akteure – die Motivation sinkt“, schimpfte Uekermann. „Wir fordern umgehend verbindliche Regelungen, damit die Lokalen Aktionsgruppen effektiv arbeiten können und die Mittel zeitgerecht eingesetzt werden können, wie wir es in der IES vorgesehen haben“, ergänzte er.

Bedauerlich, dass ein Thema immer wieder von der Insel- und Halligkonferenz eingefordert werden müsse, heißt es dazu weiter in einer Pressemitteilung des Vereins Insel- und Halligkonferenz. „Die Sicherheit auf See und den angrenzenden Küstengebieten ist trotz der Einrichtung des Havariekommandos in Cuxhaven aus unserer Sicht nicht gewährleistet“, monierte Uekermann. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Schiffverkehrs sowie der wachsenden Anzahl an Offshore-Windparks stiegen die Herausforderungen an die Gesellschaft. Es bestehe immer noch ein großer Bedarf an der Erarbeitung einer europäischen Nordsee-Strategie, einem verbindlichen Sicherheits- und Notfallkonzept sowie der Einrichtung einer nationalen Küstenwache durch Zusammenfassung der Bundeseinheiten unter einem Kommando. Um die „offene Nordflanke“ zu beseitigen, wird ein weiterer Notfallschlepper mit ortsnaher Stationierung im Norden gefordert. Außerdem die Wiederbesetzung der Standorte der Wasserschutzpolizei auf Föhr und Sylt. Auch könne es nicht sein, dass der Bund die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes mit einer Offshore-Windanlage für kleiner als „alle 100 Jahre eine Kollision“ hält und daher die Betreiber keine zusätzlichen Schlepperkapazitäten bereithalten müssen. Hier sei bei den Bewilligungsgrundlagen dringend nachzubessern.

Inwieweit der Minister den Wünschen und Forderungen der Insel- und Halligkonferenz und der LAG AktivRegion Uthlande entgegenkommen könne, bleibe vorerst offen und solle gerne in weiteren Gesprächen vertieft werden, heißt es zum Schluss.

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erstellt am 15.Aug.2015 | 10:00 Uhr

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