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Urlaub auf dem Wasser : Flusslandschaft hofft auf Hausboote

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Pionier einer speziellen Urlaubsform auf der Eider kann sich eine „Rückkehr“ vorstellen. Auch nach Überzeugung der Eider-Treene-Sorge GmbH sind Treene und Eider ein ebenso reizvolles Hausboot-Revier wie die Müritz.

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erstellt am 06.Jan.2016 | 17:06 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern macht es seit Jahren erfolgreich vor. Dort im Bereich der Müritz gehören Hausboote zum täglichen Bild. Ferien am und auf dem Wasser sind der Renner. Der größte Fluss Schleswig-Holsteins, die Eider, zeigt sich da geradezu noch jungfräulich. Außer in Delve und Bargen, wo es einige Hausboote gibt, ist die sehr beliebte Urlaubsform noch nahezu unbekannt, besser, sie wird gar nicht angeboten. Dabei hat die Flusslandschaft, wie Yannek Drews von der Eider-Treene-Sorge GmbH überzeugt ist, ein Riesenpotenzial, könnte geradezu zu einem Hot-Sport des Wasserurlaubs im Binnenland werden.

Der erste Schritt zu dieser Urlaubsform wird gerade getan. In einem Hausboot auf der Eider Ferien machen, in einem Wohnfass am Ufer des Flusses übernachten, mit einem Kanu dort anlegen, über eine Wasserrutsche in die Eider platschen und es sich richtig gut gehen lassen. Das könnte bereits in diesem Jahr in Breiholz realisiert werden. Denn genau für diese Ideen gab es vom Vorstand der Aktivregion Eider-Treene-Sorge (ETS) grünes Licht für die Bewilligung von EU-Fördermitteln. Allerdings entspricht dieses Konzept nicht dem klassischen auch in Mecklenburg-Vorpommern praktizierten Urlaub auf dem Hausboot. Die Boote in Breiholz werden, wie es Drews schildert, fest vertäut bleiben. Denn die EU gewähre keine Zuschüsse für fahrbare Boote. Wenn die Förderung in fünf Jahren ausgelaufen sei, dann sehe es allerdings ganz anders aus.

Pionier des Hausboot-Tourismus in der Region ist der Rendsburger Andreas Denker. Bereits im Jahr 2009 stellte er gemeinsam mit der damaligen ETS-Regionalmanagerin Cornelia Saure den Hausbooturlaub in Bargen vor. Für rund 80.000 Euro hatte er ein 8,60 Meter langes, 2,50 Meter breites und mit einem Tiefgang von 50 Zentimeter auch trailerbares Boot gekauft. Ausgestattet mit einem kleinen Fünf-PS-Motor war es für jedermann ohne Bootsführerschein zu fahren (mittlerweile ist die Begrenzung auf 15 PS heraufgesetzt worden). Zugelassen für fünf Personen, verfügt es über eine entsprechende Anzahl von Schlafplätzen und eine angenehme „Zimmerhöhe“ von zwei Metern. Die Heizung läuft gut, die Pantry-Küche verfügt natürlich auch über eine Kühlbox. Der Rendsburger wollte eine Flotte der für fünf Personen zugelassenen Boote entlang der Eider und der Schlei, dem eigentlich angestammten Revier, aufbauen. Das Konzept fand in der Region gefallen, zumal auch in der Alten Eider in Rendsburg eine Basis entstehen sollte. „Doch das Finanzamt machte mir einen Strich durch die Rechnung“, sagt Denker. Eine sehr ehrgeizige junge Finanzbeamtin behauptete steif und fest, dass Denker sein Hausboot nur privat nutze. Nach seinen Worten ließ sie sich auch nicht von Mietunterlagen, Konzepten und Absprachen mit Tourismusvereinen und der Stadt Rendsburg überzeugen. Nach eineinhalb Jahren Nervenkrieg flatterte dem Rendsburger schließlich eine saftige Zahlungsaufforderung des Finanzamtes ins Haus. Ein von ihm beauftragter Anwalt klärte den Fall schließlich schnell. „Innerhalb einer Woche waren alle Vorwürfe vom Tisch, die auch von der Beamtin einzusehenden Belege überzeugten“, berichtet Denker. Doch die Lust an der Vermietung von Hausbooten und dem Aufbau einer Flotte hatte er verloren.

Yannek Drews von der ETS GmbH ist überzeugt, dass sich eine Hausbootflotte rentieren würde. Er könnte sich als Stützpunkte Süderstapel, Friedrichstadt und natürlich auch Schwabstedt an der Treene vorstellen. Zwar gebe es keine EU-Fördermittel für fahrbare Boote, doch Drews sagt: „Mit Sicherheit gibt es Fördertöpfe. Die finden wir dann für die Interessenten.“ Auch Denker könnte sich vorstellen, seine Konzepte wieder aus der Schublade zu holen und gemeinsam mit möglichen Interessenten und der ETS zu überarbeiten. Denn sowohl Drews als auch Denker sind überzeugt, dass der Hausbooturlaub in der Region ein Renner werden kann.

„Wir schimpfen über die Gieselau-Schleusensperrung, nutzen bislang aber unsere Möglichkeiten noch nicht optimal“, sagt Yannek Drews und ist sich sicher, dass eine Fahrt mit dem Hausboot von Süderstapel nach Friedrichstadt und dann womöglich die Treene hinauf bis Schwabstedt genauso viele Urlauber anziehen könnte, wie eine Tour auf der Müritz. Und Andreas Denker ergänzt, dass er auch Pläne für sogenannte Grillboote vorgelegt hatte. Darunter sind schwimmende Plattformen mit Platz für bis zu 16 Personen zu verstehen, die mit eigener Kraft aufs Wasser fahren können und mit einem Grill ausgerüstet sind. Bei diesem Konzept hat Denker auch an die Umwelt gedacht. Alle Boote sollen mit Toiletten ausgerüstet sein, denn der Uferstreifen soll trotz des Wassertourismus nicht geschädigt werden.

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