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Da waren gute Nerven gefragt : Flugzeug-Absturz in Schwesing simuliert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Feuerwehren aus vier Gemeinden probten bei einem Großeinsatz auf dem Flugplatz den Ernstfall. Acht Löschfahrzeuge und vier Rettungswagen waren im Einsatz. Bei der Manöverkritik waren alle froh: Die Zusammenarbeit hat bestens geklappt.

Vom Tower aus behält Flughafen-Chef Hasso von Dammann die Lage ständig im Auge: „Es ist nur eine Übung“, betont er angesichts der vielen Rettungskräfte, die da auf der Landebahn im Einsatz sind, „unser Flugbetrieb verläuft seit sehr vielen Jahren ohne jeden Zwischenfall.“

Weiter unten herrscht rege Betriebsamkeit. Vier Rettungswagen mit Sondersignalen sind auf dem weiträumigen Gelände vorgefahren, und Erkundungstrupps der Feuerwehr schwärmen in alle Richtungen aus. Die ersten großen Löschfahrzeuge rollen an.

Amtswehrführer Rolf Schadwald schaut auf die Uhr: „Um 18.32 Uhr hat die Leitstelle Nord Sirenenalarm ausgelöst. Die Schwesinger Einsatzkräfte erreichen den Einsatzort nach exakt acht Minuten.“ Nach weiteren zwei Minuten treffen die Einsatzfahrzeuge aus Immenstedt ein, die Fahrzuge aus Wester- und Oster-Ohrstedt folgen innerhalb der nächsten fünf Minuten. Funkgeräte piepsen, Rufe schallen über den großen Platz.

Am Rande des Geschehens beobachten die vier Bürgermeister der beteiligten Gemeinden – Wolfgang Sokoll aus Schwesing, Johannes Feddersen aus Immenstedt, Wolfgang Rudolph aus Wester-Ohrstedt und Michael Bartels aus Oster-Ohrstedt – was sich tut. Nahezu unbemerkt hat sich noch jemand unter die Gruppe gemischt: Kreiswehrführer Christian Albertsen. „Dieser Flugplatz ist angedacht als Offshore-Stützpunkt“, macht er deutlich, „und um im Ernstfall bei einem Einsatz sofort und angemessen reagieren zu können, müssen unsere Wehren hier direkt auf dem Gelände üben – und zwar gemeinsam. Denn eine Wehr alleine schafft das im Ernstfall nicht, darüber müssen wir uns im Klaren sein.“

Nicht nur der Gesichtsausdruck von Amtswehrführer Rolf Schadwald verrät es – auch sein Lob: „Das Zusammenspiel der Feuerwehren klappt sehr gut.“ Unterdessen erläutert Flughafen-Vize Oskar Schmidt den Beobachtern das angenommene Szenario: „Ein mit zwei Personen besetzter Rettungshubschrauber ist gelandet und wartet nach abgeschlossenem Tankvorgang auf dem Vorplatz, um von dort aus zu starten. Plötzlich stürzt ein Flugzeug, das zum Landeanflug angesetzt hat, aus ungeklärten Gründen ab. Teile des Flugzeugs werden beim Aufprall auf den Tankvorplatz geschleudert, der Rettungshubschrauber wird beschädigt, die beiden Insassen verletzt.“ Viel Arbeit für die Feuerwehrkräfte: Sie müssen die Insassen aus beiden Luftfahrzeugen befreien und an die Rettungsdienste übergeben, die Tankstelle und den Tower vor Feuer schützen. Dass es dabei zu einer starken Rauchentwicklung kommen kann, machen die pechschwarzen Rauchschwaden über der Flugzeugabsturzstelle rasch deutlich.

Anderthalb Stunden dauert die Übung, die der Flughafen-Vize und ehemalige Stabsoffizier sowie Jet-Pilot Oskar Schmidt gemeinsam mit dem Schwesinger Wehrführer Stefan Hansen über den Kreisfeuerwehrverband Nordfriesland organisiert und geplant hat.

Neben den Feuerwehren haben die DRK-Einsatzkräfte unter Leitung von Kreisbereitschaftsführer Lars Christophersen hervorragende Arbeit geleistet. Alle „Verletzten“ wurden nach umfangreicher Erstversorgung in stabilisiertem Zustand in Kliniken verlegt.

Die Manöverkritik erfolgte anschließend bei einem Essen im Schwesinger Feuerwehrhaus.

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