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Husumer Nachrichten

14. Dezember 2017 | 10:58 Uhr

Für drei Käuzchen : Flug in die Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Drei Steinkäuze sind in Poppenbüll ausgewildert worden. Sie stammen aus dem Wildpark Eekholt. Vogelschützern bereitet die geringe Zahl der Käuze in ganz Norddeutschland Sorgen.

Der Steinkauz mit seinen gelben Augen, die ihn mit einem eindringlichen Blick ausstatten, gehört zu den bekanntesten Käuzen. „Wer sich mit diesen Dämmerungs- und Nachttieren beschäftigt und sich an der Schutzarbeit beteiligt, lässt sich auf einen spannenden Krimi ein“, findet Dirk-Peter Meckel, stellvertretender Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Landesverbandes für Eulenschutz. Gemeinsam mit dem Gebietsbetreuer für Eiderstedt, Armin Jess, und seinem Mitarbeiter Birger Schmidt entließ Meckel in Poppenbüll drei Steinkäuze in die Freiheit.

Die kuschelig aussehenden Greifvögel waren im Wildpark Eekholt aufgepäppelt worden. „In diesem Wildpark werden verletzte Tiere oder Jungtiere aus aufgegebener Brut versorgt“, erklärt Meckel. Die drei Steinkäuze, etwa eineinhalb Jahre jung, haben es geschafft. „Die zwei Weibchen und ein Männchen können wir jetzt auswildern“, freut sich Armin Jess beim Ortstermin. Bevor die Greifvögel jedoch in einen Nistkasten kamen, wurden sie noch fachgerecht beringt.

Auch so ein Erfolg darf nach Ansicht der Fachleute nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um die Steinkauz-Bruten in ganz Norddeutschland schlecht bestellt ist. Warum die Zahl in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei, ließe sich nur schwer erklären.

Aktuelle Daten gibt es nicht für den nördlichsten Kreis. Deshalb sind die Vogelschützer auf die Mithilfe von aufmerksamen Bürgern angewiesen. Denn um einen genauen Überblick über die Population der Steinkäuze zu erhalten, müssten beispielsweise kranke Jungtiere frühzeitig entdeckt und gemeldet werden, damit sie in fachmännische Pflege gelangen können. Auch Jungtiere aus aufgegebenen Brutstellen – wie im Fall der drei auf Eiderstedt ausgewilderten Steinkäuze – hätten dann eine Chance, zu überleben.

„Obwohl wir eine Landschaftsstruktur mit steinkauzgerechten Lebensräumen vorweisen können, müssen wir diesen negativen Trend feststellen“, sagt Meckel. Streuobstwiesen, Kopfbäume, Dauergrünland und Viehweiden gehören zu den bevorzugten Adressen von Steinkäuzen. „Ich stelle mir vor, dass es dort überall noch Brutstätten gibt, die allerdings nur Einheimischen bekannt sind.“ In Dithmarschen sieht es nicht besser aus. „Dort konnten wir elf Brutpaare zählen.“

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