Halle für Sachspenden angemietet : Flüchtlingshilfe kommt ins Rollen

In diesen Hallen sollen künftig Sachspenden für Flüchtlinge eingelagert werden.
Foto:
In diesen Hallen sollen künftig Sachspenden für Flüchtlinge eingelagert werden.

Das Amt Nordsee-Treene mietet in Mildstedt eine Halle für Sachspenden für Flüchtlinge an. Zudem sollen 100-stündige Sprachkurse angeboten werden und beim Diakonischen Werk ist eine Koordinatorin angestellt worden.

von
21. Januar 2015, 07:00 Uhr

Seit knapp einer Woche arbeitet Urte Andresen aus Ramstedt in ihrem neuen Job beim Diakonischen Werk in Husum. Offiziell beginnt sie zwar erst am 1. Februar, doch Urte Andresen arbeitet sich als Koordinatorin für die Menschen ein, die sich um die Asylbewerber im Bereich der Ämter Viöl und Nordsee-Treene sowie der Stadt Husum kümmern, dem sogenannten Funktionsraum 5. Anfängliche Widerstände des Diakonischen Werkes gegen ihre Anstellung sind beseitigt, wie es Ralf Heßmann, Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, formuliert. Von Hause aus ist Urte Andresen Architektin, doch bereits seit Anfang der 1991-Jahre befasst sie sich mit der Thematik Flüchtlingshilfe, unter anderem in der Initiative Fremde brauchen Freunde.

Mit der Besetzung der Stelle, beschreibt es Heßmann, sei ein wichtiger Grundstein der Hilfe für die Asylbewerber gelegt worden. Denn eigentlich hätten sich genügend Menschen gemeldet, die den Fremden unter die Arme greifen wollen, „aber es muss auch koordiniert werden, nur dann kann Hilfe auch effektiv und vor allem auch nachvollziehbar geleistet werden“, sagt der Vorsteher und ist geradezu begeistert von der Hilfsbereitschaft der Nordfriesen. Zufrieden verweist er auf einen weiteren Hilfs-Baustein, der jetzt gesetzt werden kann. Am 1. Februar übernimmt das Amt von der Spedition Oldenburg eine Halle in Mildstedt. Mit ihren 250 bis 300 Quadratmetern Größe erfüllt sie genau die Zielvorgaben. Dort, so schwebt es Heßmann vor, soll eine zentrale Sammelstelle für Spenden eingerichtet werden. Eigentlich vom Amt, aber letztlich zur Nutzung für den ganzen Funktionsraum. Immer wieder würden nämlich Kommunalpolitiker in den Gemeinden von Bürgern angesprochen, die ganz gezielt Möbel, Hausrat oder Kleidung für die Flüchtlinge spenden wollen. Doch bislang, so beklagt der Vorsteher, könnten diese Dinge nur mit großem Aufwand weitergegeben werden. Ab Februar, so die Hoffnung, können diese Dinge dann in der Mildstedter Halle abgegeben werden. Das Konzept geht aber viel weiter, möglichst Asylbewerber sollen dort künftig in Eigenregie das Einräumen und die Ausgabe übernehmen sowie bei Bedarf auch Materialien von Spendern abholen. In Planung ist auch der Transport von Asylbewerbern aus den umliegenden Dörfern zum „Einkauf“ nach Mildstedt.

„Der Schlüssel zu allem ist aber die Sprache“, unterstreicht Heßmann und erfährt bei dieser Einschätzung volle Unterstützung von allen mit dem Thema Flüchtlingen befassten Personen im Funktionsraum 5. Daher ist das Amt Nordsee-Treene auch gewaltig vorgeprescht. Alle Sprachkurse sollen künftig einheitlich von der Volkshochschule Husum angeboten und koordiniert werden. „Jeder soll schließlich die gleichen Chancen haben.“ Zudem hat das Amt außer der Reihe auch tief in seine Kasse gegriffen. Es bezahlt den Flüchtlingen einen 100-stündigen Deutsch-Kursus, der auf Bundesebene eigentlich nur für anerkannte Asylbewerber vorgesehen ist.

Finanziert werden die befristet angestellte Koordinatorin beim Diakonischen Werk, die Miete der Halle, die Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber mit einem Zuschuss in Höhe von rund 115.000 Euro im Quartal, den das Amt erhält. Sorgen um eine besondere Belastung seines Amtshaushalts, wegen der Sprachkurse, macht sich der Amtsvorsteher nicht, denn das Land werde wohl demnächst weitere 15 Millionen Euro vom Bund abrufen. Aus den dann an die Ämter weitergereichten Geldern, werde sich das Amt die von ihm vorgestreckten Euro für die Sprachkurse zurückholen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen