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Unterstützung für Kümmerer : Flüchtlings-Koordinator gefordert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der Auftaktveranstaltung für Flüchtlings-Kümmerer auf Eiderstedt setzt sich der Amtsdirektor für eine hauptamtliche Kraft ein. Damit könnten nicht nur die Asylbewerber, sondern auch die Kümmerer unterstützt werden.

Willkommen auf englisch, französisch, arabisch, russisch und griechisch sowie indisch steht auf einem Faltplatt. Damit wurde zu einer Auftaktveranstaltung mit der Bezeichnung „Helferkoordination auf Eiderstedt“ eingeladen. „Es geht darum, die vielfältige Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung auf Eiderstedt sinnvoll und sachgerecht zu organisieren“, erklärte Amtsdirektor Herbert Lorenzen bei der Begrüßung der gut 50 Teilnehmer. Ziel sei es, eine verlässliche Struktur für die Asylsuchenden zu schaffen. „Die Willkommenskultur, die bereits von Unternehmen und Betrieben praktiziert wird, sollte auch für die Flüchtlinge gelten.“

Während der eintägigen Veranstaltung in der Eider-Treene-Schule in Tönning wurden in den drei Workshops „Alltagshilfen - Arbeit - Sprache“ Ideen gesammelt. Unter der Leitung von Marion Bernhardi und Judith Nothdurft wurde im Workshop Sprache ein klar strukturierte Unterrichtsaufbau gefordert. „In den ersten Tagen der Flüchtlinge müsste geklärt werden, welche Sprachkenntnisse in welchem Stadium vorhanden sind“, so Bernhardi. Entsprechend des Kenntnisstandes könnten die Menschen in Sprachkurse eingewiesen werden. Deshalb müssten zu den Schülern in den einzelnen Kursen auch die passenden Lehrkräfte eingesetzt werden. Dazu gehöre auch ein einheitliches Unterrichtsmaterial, ergänzte Nothdurft. „Wenn ein Teilnehmer aufgrund der Sprachfortschritte in den nächsthöheren Kursus wechseln kann, so darf hier kein völlig fremdes Unterrichtsmaterial vorliegen.“

Als nächsten und wichtigsten Schritt schlugen die Workshopteilnehmer ein Deutschlehrer-Koordinationstreffen vor. Dort könnte die Arbeitsweise und das Lernmaterial untereinander abgesprochen werden. Mit dem zuständigen Amt müsse außerdem der finanzielle Spielraum abgeklärt werden. „In diesem Zusammenhang ist ein hauptamtlicher Betreuer für die Ehrenamtler dringend notwendig“, stellte Bernhardi klar.

Im Workshop Arbeit verwies Peter Martensen auf die rechtlichen Hürden und Schwierigkeiten hin. „Das ist nicht nur für die Asylsuchenden sondern auch für die ehrenamtlichen Helfer ein großes Problem.“ Dort gäbe es Gesetze und Vorschriften die das Arbeiten beziehungsweise die Aufnahme einer Ausbildung regelten. Ein Netzwerk oder eine Anlaufstelle hierfür auf Eiderstedt gäbe es bisher nicht. Dort sei die Agentur für Arbeit gefordert, ein Netzwerk aufzubauen. Ganz konkret schlugen die Teilnehmer am Workshop Arbeit eine Arbeitsbörse vor. „Somit könnten wir Arbeitgeber und potentielle Asylbwerber zusammenbringen und vermitteln sowie noch offen stehende Fragen eventuell klären“, so Martensen.

Im Arbeitsbereich „Alltagshilfen“ wurde einmal mehr deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt unabdingbar ist. „In vielen Bereichen sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter auf die Mitarbeit vom Ordnungsamt und Sozialamt sowie der Agentur für Arbeit angewiesen. „Da kann es schnell passieren, dass sich die Ehrenamtler überfordert fühlen und aufgeben“, verlautete aus dem Teilnehmerkreis. Daher sei eine Abstimmung zwischen den Behörden äußerst wichtig. Aber auch eine Vernetzung von Politik mit Entscheidungsgremien müsse gewährleistet sein. Für die Neuankömmlinge seien ausreichende Dolmetscher und Familienlotsen auf Eiderstedt dringend nötig. Nur so könne man den Hilfesuchenden erklären, wie in der neuen Kultur Schule, Kindergarten und ähnliches funktioniere. Aber auch die Ehrenamtler müssten frühzeitig und ausreichend über ihr Betätigungsfeld informiert werden. Hierbei müsse geklärt werden, was das Ehrenamt leisten könne und wo die Grenzen lägen. Ganz praktisch wurde vorgeschlagen, als Geste den Menschen eine Willkommenstüte zu überreichen.

Amtsdirektor Herbert Lorenzen zeigte sich am Ende des Tages tief beeindruckt. „Ich bin mehr als beeindruckt über die Leistung, die sie hier erbracht und erarbeitet haben.“ Kritik und Anregung müsse den Behörden weiter gegeben werden. „Wenn jeder seinen Teil zur Kommunikation beiträgt, kommen wir weiter.“ Schon in dem kommenden Sitzungen werde sich das Amt mit dem Ergebnis der Auftaktveranstaltung befassen. Insbesondere die Einrichtung eines hauptamtlichen Betreuers werde er vorantreiben. „Ich hoffe, dass diese Stelle schnell eingerichtet werden kann.“ Sein Ziel sei es, noch vor den Sommerferien eine geeignete Kraft hierfür zu finden und einzustellen.

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