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Husumer Erstaufnahme : Flüchtlinge kommen später

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum 1. Februar werden keine Flüchtlinge in die neue Erstaufnahme nach Husum kommen. Denn die Betreuung für die Einrichtung ist noch nicht ausgeschrieben. Ein Bewerber steht schon fest: Es ist der DRK-Kreisverband.

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erstellt am 21.Jan.2016 | 07:00 Uhr

Eines steht fest: Wie ursprünglich geplant zum 1. Februar werden keine Flüchtlinge in die neue Erstaufnahme auf der Multifunktionsfläche am Engelsburger Weg einziehen. In einem Container-Dorf sollen dort bis zu 1000 Menschen untergebracht werden können – ausgelegt ist es sogar für 1500.

Doch eine Organisation, die die Einrichtung betreut, ist noch nicht gefunden. Kann auch nicht: Denn die Ausschreibung über das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein sei in Arbeit und noch nicht veröffentlicht, hieß es von Magdalena Drywa, Pressesprecherin beim Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Und: Anfang nächster Woche werde Innenminister Stefan Studt den Zeitplan für Husum bekanntgeben.

Der Kreisverband Nordfriesland des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) steht dennoch in den Startlöchern. „Wir werden uns bewerben“, erklärte Geschäftsführer Torben Walluks auf Anfrage. Das DRK hat bereits seit Sommer 2015 die Hoheit für die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem ehemaligen Gelände der Stapelholm-Kaserne in Seeth übernommen. Dort plant das Land mit 2000 Plätzen. „In Seeth mussten wir in 48 Stunden starten – das ging erst einmal mit Ehrenamtlichen. Und zuerst hieß es ja auch, dass nur 600 Flüchtlinge kommen sollen.“

Aus dieser Erfahrung hat der Kreisverband gelernt und bereits Stellen für die Husumer Erstaufnahme ausgeschrieben. Gesucht werden Sozialpädagogen, Erzieher beziehungsweise sozialpädagogische Assistenten und Hausbetreuer, die die Asylsuchenden in Empfang nehmen und einweisen. „Wir machen uns berechtigte Hoffnungen“, betonte der DRK-Geschäftsführer. So ist zum 1. Februar ein Einrichtungsleiter eingestellt worden. Benötigt werden für Husum insgesamt 45 Vollzeitkräfte. Torben Walluks: „Etwa 16 Leute haben wir bereits. Sie hospitieren in Seeth.“ Und falls die Hoffnung stirbt? „Dann bringen wir sie in Seeth unter. Denn dort fehlen uns Kräfte.“ Zurzeit sind in der Erstaufnahme in der Gemeinde 83 DRK-Mitarbeiter beschäftigt.

„Nein, rückläufig sind die Flüchtlingszahlen in Schleswig-Holstein keineswegs – nur im Vergleich zu den Höchstmonaten September, Oktober und November 2015 mit 600 bis 800 Asylsuchenden pro Tag“, betonte Magdalena Drywa nachdrücklich. „Wir haben im Januar 2015 mehr als 1000 Flüchtlinge aufgenommen. Und im Januar 2016 sind es schon jetzt 1600“, ergänzte die Pressesprecherin.

Ganz genau waren es in diesem Monat 3000 Asylsuchende. Doch mehr als die Hälfte der Menschen waren nach zwei bis drei Tagen nach dem „Königsteiner Schlüssel“ – basierend auf Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft – auf andere Bundesländer verteilt worden.

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