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Kreis Nordfriesland : Flüchtlinge: Der große Ansturm ist vorbei

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Zeit der großen Flüchtlingsströme ist vorbei: Dem Kreis Nordfriesland wurden 2016 bislang 600 Asylsuchende zugewiesen – Tendenz stark rückläufig.

Die Flüchtlingswelle ebbt deutlich ab – auch im Kreis: Während Nordfriesland 2015 noch 1880 Asylsuchende zugewiesen wurden, sind es im laufenden Jahr bislang nur 600. Dabei stecken hinter dieser Zahl nach Angaben von Peter Martensen „die Abflüsse aus den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes in den ersten beiden Monaten“. Insgesamt, so führte der Beauftragte für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zuletzt im Sozialausschuss aus, sei die Tendenz stark rückläufig.

Die aktuelle Statistik ist denn auch das einzig richtig Greifbare für Martensen und sein Team im Husumer Kreishaus. „Eine Prognose ist schwer möglich, weil es zu viele Variablen gibt, die nicht von uns bestimmt werden“, erklärte der Experte und verwies dabei auf die „Grenzöffnungsproblematik“ und die Frage, „wie schnell sich Nebenrouten etablieren“. Dazu käme, so Martensen, dass Nordafrika als „Transitgebiet“ ebenso unberechenbar sei wie die Entwicklung zwischenstaatlicher Abkommen.

In welcher Richtung und Stärke die Flüchtlingsbewegungen in Zukunft auch verlaufen – in der personell verstärkten Ausländerbehörde des Kreises ist man vorbereitet: Sieben Fachkräfte kanalisieren dort die Abläufe. Ob Migrationsberatung, Integration in den Arbeitsmarkt, Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Vermittlung zur Berufsschule – stets wird nach der optimalen individuellen Lösung gesucht. Dabei können die Experten auch auf eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft setzen. „Durch langjährige koordinierende Vorarbeiten haben wir etwa 400 ehrenamtliche Unterstützer“, ist Martensen voll des Lobes. Ebenso erfreulich sei das mittlerweile flächendeckende Netz von Runden Tischen und die Tatsache, dass sogenannte Kulturmittler eingestellt wurden. Und: „Wir arbeiten gut mit der Agentur für Arbeit zusammen.“

So effektiv das System auch funktioniert: Herausforderungen gibt es genug. Etwa die Wartezeit bei Sprachkursen. Oder die zum Teil entlegene Unterbringung, die Integration unmöglich macht. Auch bei der Versorgung junger Flüchtlinge, die nicht mehr berufsschulpflichtig sind, offenbaren sich laut Martensen Mängel. Immerhin: Die noch zu langen Verfahren – für die Betroffenen nicht zuletzt eine psychische Belastung – werden gesetzlich beschleunigt. „Da ist Licht am Ende des Tunnels!“

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erstellt am 10.Jun.2016 | 09:30 Uhr

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