St. Peter-Ording : Flaschenpost und Plastikreste

Anja Stamp blickt auf das beeindruckende Sammelergebnis.
Anja Stamp blickt auf das beeindruckende Sammelergebnis.

Rund 90 Strandmüll-Sammler nehmen an Herbstaktion „SPO klart auf“ teil.

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18. September 2017, 21:00 Uhr

Auf Pellworm hatten sich Claudia und Stefan aus Dresden am 26. August 2017 unterm Sternenhimmel das Ja-Wort gegeben. Das sollte wohl die Welt wissen, und so vertrauten sie diese Botschaft einer echten Flaschenpost an. Das Sturmtief „Sebastian“ hat aber dafür gesorgt, dass sie bereits jetzt am Ordinger Strand von Leo Schnese aus Hamburg gefunden wurde. Das erfuhren die Teilnehmer an der Aktion „SPO klart auf“ zum Ende der Veranstaltung der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording im Dünen-Hus. Mit seiner Mutter Carolina hatte er sich daran beteiligt. Das war wohl der spektakulärste Fund an diesem Tag.

Besser als Carolina Schnese kann man die Motivation zur Teilnahme kaum ausdrücken: „Wir haben von der Aktion erfahren. Das ist eine großartige Idee. Seit Jahren erholen wir uns an der See. Mit unserer Teilnahme wollten wir der Natur so etwas zurückgeben.“ Wie wichtig diese Bereitschaft ist, hatte Dipl. Biologin Janne Sundermeyer von der Seehundstation Friedrichskoog den 90 Teilnehmern vorher erläutert. Schnüre, Reste von Netzen, Plastik und vieles mehr bedrohen 120 marine Tierarten. Für 54 von ihnen ist das bereits dokumentiert. Bei einigen Populationen sind acht Prozent im wahrsten Sinne „verstrickt“, indem sie sich strangulieren. Seetiere verwechseln Plastikreste auch mit Nahrung. Sie ersticken dadurch oder verhungern bei vollem Magen.

Constanze Höfinghoff, stellvertretende Tourismus-Direktorin, hatte die Strandmüll-Sammler-Gemeinde im Dünen-Hus begrüßt und an die Anfänge dieses Aktionstages zur „Sauberhaltung der Meere“ im Jahr 2014 erinnert. Das Label „SPO klar auf“ ist jetzt zweimal im Jahr das Markenzeichen dieses Aktionstages. Viele Einrichtungen unterstützen ihn regelmäßig. Dazu zählen die Schutzstation Wattenmeer mit ihren Freiwilligen, der Verein „Küste gegen Plastik“, die „Surfrider Foundation“, die DLRG St. Peter-Ording und Karsten Johst mit seinem Edeka-Markt im Dorf sowie die Flensburger Brauerei als Sponsor. Die Hauptorganisation lag in den Händen von Anja Stamp aus der Veranstaltungsabteilung.

In fünf Sammelgruppen war man dann unterwegs, nachdem man noch einige Hinweise erhalten und mit gelben Handschuhen und Mülltüten ausgestattet worden war. Das Echo aller auf dieses sechste Mal „SPO klart auf“ war ausgesprochen positiv. „War das schön“, erklärte Teilnehmerin Ursula Bohn-Meier. „Die Luft, der leichte Wind und das Gefühl, etwas Positives gemacht zu haben.“

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