Langenhorn : Flaschen an Bäumen: Buddelallee sorgt für Zoff

Was wie ein Scherz aussieht, ist für den Bürgermeister und ehemaligen Polizeibeamten kein Kavaliersdelikt.
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Was wie ein Scherz aussieht, ist für den Bürgermeister und ehemaligen Polizeibeamten kein Kavaliersdelikt.

Immer wieder entsorgen Unbekannte im Holmweg Flaschen in Gräben oder hängen sie in die Bäume.

shz.de von
09. Januar 2018, 08:00 Uhr

Es mag nach einem verspäteten Silvesterscherz aussehen. Im Holmweg, östlich der Bahnlinie Hamburg-Westerland in der Gemeinde Langenhorn, hängen fein säuberlich aufgereiht in den Zweigen der Bäume und Sträucher leere Schnaps-Flaschen. Das sei kein neues Phänomen, berichtet Bürgermeister Horst Petersen auf Nachfrage. Im Gegenteil: Der Straßenabschnitt werde bereits intern von vielen Bürgern als „Buddelallee“ bezeichnet, denn das gehe bereits seit einigen Jahren so. Zudem wird eine Koppel im besagten Streckenabschnitt als weiterer Lagerplatz für leere Flaschen entfremdet.

Über die in die Zweige gehängten Flaschen ärgert sich Horst Petersen: „Es mag originell aussehen, aber witzig ist das nicht.Da darf offenbar jemand nicht mit seinen leeren Flaschen nach Hause kommen.“ Auch während seiner Dienstzeit als Polizist in der Gemeinde – er ist bereits seit neun Jahren im Ruhestand – habe er zwar vermutet, aber nie konkret herausfinden können, wer dahinter steckt. Regelmäßig, so das Ritual, räumen also Bauhof-Mitarbeiter die Flaschen weg, wenn sich einmal wieder zuviel ansammeln.

Der Bürgermeister: „Nur als Tipp: Es gibt Glascontainer im Dorf. Das wäre die elegante und richtige Entsorgung.“ Ob der Entsorger identisch mit dem Baumschmücker ist, bleibt im Dunkeln. Ebenso, ob die Motivation für den Unbekannten wirklich Jux und Dollerei sind, oder ob die Aktion nicht vielmehr einen stillen Protest gegen die Unvernunft der Menschen und die Verschmutzung der Gemeinde sein soll. Petersen: „Wie dem auch sei, ein Kavaliersdelikt ist das nicht.“


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