Husum : Flächenwahl nach dem Ausschluss-Prinzip

Wo heute noch die alte Iven-Agßen-Schule steht, könnten bald mehrgeschossige Wohnhäuser gebaut werden. Foto: HJM
Wo heute noch die alte Iven-Agßen-Schule steht, könnten bald mehrgeschossige Wohnhäuser gebaut werden. Foto: HJM

Geschosswohnungsbau in der Gewoba-Siedlung und an anderer Stelle.

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09. April 2013, 07:55 Uhr

Husum | Einen großen Schritt weiter ist das Bauamt bei der Ermittlung der Flächen für

den geplanten Geschosswohnungsbau in der Stadt und den angestrebten Flächentausch mit der Gewoba. Insgesamt 230 Wohneinheiten sollen im Geschosswohnungsbau errichtet werden, was in der Gewoba-Siedlung entlang der Schobüller Straße aber nicht zu verwirklichen ist. Hier können nur 80 Wohneinheiten realisiert werden. Der Rest der Fläche soll nach derzeitigen Planungen mit Einfamilienhaus-Grundstücken belegt werden. Durch den Flächentausch soll die Wohnungsbaugesellschaft in die Lage versetzt werden, die restlichen 150 Wohneinheiten innenstadtnah zu errichten.

Bereits im Februar hatte sich der Umwelt- und Planungsausschuss mit dieser Thematik beschäftigt (wir berichteten). Damals standen 14 Austauschflächen auf der Liste. Nach heftigem Protest wurde jedoch der Sportplatz der Klaus-Groth-Schule als mögliche Bebauungsfläche wieder gestrichen. In der jüngsten Sitzung legte Bauamtsleiter Rudolf Hölscher dem Gremium das Ergebnis einer Wirtschaftlichkeitsprüfung der verbliebenen 13 Flächen vor. Und danach standen nur noch zehn Flächen für den mehrgeschossigen Wohnungsbau zur Verfügung. Die Bereiche Am Gallberg, Osterhusumer Straße sowie der Nedderweg hatten die Wirtschaftlichkeitsprüfung nicht bestanden.

"Planungsrechtlich ist eine Wohnfläche Am Gallberg direkt am Gewerbegebiet praktisch nicht möglich", sagte Hölscher. Außerdem seien die Aufwendungen für den nötigen Lärmschutz zu hoch. "Die Randlage mit relativ großer Entfernung zu Infrastruktur-Einrichtungen sowie der Lärmschutz aufwand machen die Realisierung und Wirtschaftlichkeit fraglich", lautete auch die Einschätzung zur Osterhusumer Straße. Und der Nedderweg war in der Liste ebenfalls rot markiert: "Nicht geeignet, da hohe Aufwendungen für Freimachung, Lärmschutz und Erschließung zu erwarten sind", so Hölscher weiter. Da waren es dann nur noch zehn Flächen.

Und die Zahl könnte sich weiter reduzieren. Sechs Flächen auf der Liste, die Hölscher dem Gremium vorstellte, waren zur Warnung gelb unterlegt. Die Bredstedter Straße im Bereich der Öko-Siedlung beispielsweise schätzte er als nicht empfehlenswert ein. Die ehemalige Irene-Thordsen-Kongresshalle im Erichsenweg stehe als mögliche Fläche vor dem Wegfall, weil es derzeit Investorenverhandlungen gebe, und außerdem weise das knappe Areal zu wenig Stellplatzmöglichkeiten auf. Auch die nördliche Fläche nahe der Ferdinand-Tönnies-Schule macht Probleme: "Nur bedingt geeignet", ist auf der Skala vermerkt. Hier seien Gespräche mit den privaten Eigentümern notwendig, um die Verkaufsbereitschaft zu sondieren. Auch der Bolzplatz in privater Hand sowie die angrenzende Grünfläche seien nicht sonderlich geeignet. "Wir könnten dieses Areal vielleicht für kleinteilige Einfamilienhäuser in Reserve halten", so die Bewertung von Hölscher. Und das Gebiet in Hockensbüll sowie die Neue Freiheit wurden ebenfalls gelb umrahmt präsentiert. Während die Gewoba-Siedlung bereits mit einem städtebaulichen Konzept belegt ist, dürfte für die Neue Freiheit das Aus kommen, weil die Beschlusslage eine Bebauung ausschließt. Denn da heißt es explizit: "Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete innerstädtische Flächen - mit Ausnahme der Neuen Freiheit - für den Grundstückstausch zu ermitteln."

Die Suche nach der am besten geeigneten Fläche geht also in die nächste Runde. Jetzt sind noch die ehemalige Iven-Agßen-Schule in der Friedrichstraße, der Trommelberg mit der früheren Pestalozzi-Schule, die Volkshochschule

in der Theodor-Storm-Straße und das Areal an der Poggenburgstraße im Rennen.

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