Finanzministerin auf Nordstrand : Finanzministerin schaut, wo das Geld bleibt

Dr. Johannes Oelerich (r.) und Frank Barten begrüßen Monika Heinold an Bord.
Dr. Johannes Oelerich (r.) und Frank Barten begrüßen Monika Heinold an Bord.

Ministerin Monika Heinold besichtigt auf Nordstrand das neue, 4,2 Millionen Euro teure Küstenschutzschiff „Hooge“.

shz.de von
24. August 2018, 15:45 Uhr

Nordstrand | „Ich bin beeindruckt von der Technik des neuen Motorschiffes „Hooge“ und froh, dass der Bau im Rahmen durch das Infrastruktur-Modernisierungsprogramm Impuls mit 4,2 Millionen Euro komplett finanziert werden konnte“, sagte Landes-Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) gestern am Ende ihrer Stippvisite auf Nordstrand. Aus diesem Anlass war die „Hooge“ kurzfristig am Holmer Siel vor Anker gegangen. Sie wolle vor Ort die praktische Arbeit kennenlernen, erklärte Heinold.

Begrüßt wurde die Ministerin vom ehemaligen Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) und jetzigen Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz im Kieler Umweltministerium, Dr. Johannes Oelerich, sowie von LKN-Geschäftsbereichsleiter Frank Barten. In lockerer Runde informierte sich Heinold über die Technik des am 13. Mai im Husumer Hafen getauften LKN-Arbeitsschiffes, bevor Schiffsführer Martin Baudewig ihr das Innere zeigte. Das Besondere, so informierte Barten, sei, dass das Schiff unter anderem über eine spezielle Plattbodenkonstruktion verfüge, die ein Trockenfallen ermöglicht, so könne Material für den Küstenschutz direkt am Ort des Geschehens, beispielsweise im Bereich von Lahnungsfeldern, abgeladen werden. „Für die vielfältigen Aufgaben ist die Hooge perfekt ausgerüstet. Sie ist 22,50 Meter lang, 6,50 Meter breit, hat aber nur 90 Zentimeter Tiefgang“, erläuterte Oelerich. Die beiden Motoren leisten zusammen 600 PS. Zu den Aufgaben, so der Schiffsführer, gehörten das Schleppen von Schuten und Pontons, das Eggen in Sielen und Häfen, die Vermessung der Wattflächen und biologisches Monitoring. Für das Räumen der Außentiefs sind zudem zwei große Wasserpumpen und eine Halterung für eine Egge verbaut worden. Mittels Wasserdruck und Egge werden Siele und Häfen so vom Schlick freigehalten. Zum Vermessen von Wattflächen verfügt die „Hooge“ über eine moderne Anlage mit Echolot, GPS-Antennen und Satellitentelefon. So werde, betonte Oelerich, eine zentimetergenaue Bestimmung von Position und Tiefe ermöglicht.

„Die MS Hooge zeigt, wie vielfältig unser Infrastrukturprogramm Impuls wirkt. Wir sanieren nicht nur Schulen, Straßen und Krankenhäuser, sondern investieren auch in den Ausbau unseres Küstenschutzes, angesichts des Meeresspiegelanstiegs sehr wichtig“, bekräftigte Heinold. Weiter ging ihre Reise nach Dagebüll, wo sie sich über die Deichverstärkungsmaßnahme informierte.

Das Programm Impuls verfügt über einen Investitionsumfang von rund 3,1 Milliarden Euro und ist gedacht für die Sanierung der Infrastruktur des Landes. Von den 33 Millionen Euro für den Küstenschutz fließen rund 24,5 Millionen Euro in die Verstärkung von Landesdeichen. Mit rund 8,5 Millionen Euro wird der Neubau zweier Küstenschutzschiffe finanziert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen