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Flüchtlingsmädchen „Laila“ : Filmprojekt für mehr Toleranz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vom Förderverein Tabu unterstützt: Husumer Jugendliche produzieren den zwölfminütigen Streifen „Laila“. Gezeigt werden soll er bei den Husumer Filmtagen im Herbst.

shz.de von
erstellt am 04.Jun.2015 | 12:00 Uhr

Feindseligkeit, Boshaftigkeit und Ignoranz: Das bekommt in „Laila“, dem jüngsten vom Husumer Filmförderverein Tabu unterstützten Projekt, die aus Syrien vor dem Krieg geflüchtete Titelfigur (gespielt von Jasmin Kögel) in Deutschland zu spüren. In einem Traum erkennt das Mädchen die vermeintliche Ausweglosigkeit seiner Situation und merkt, wie sie von anderen manipuliert wird. „Im Film wird dargestellt, wie man angefeindet wird und Konflikte entstehen“, erzählt die 18-jährige Hauptdarstellerin. Sie plädiert für Toleranz gegenüber anderen Menschen, egal welcher Herkunft, und kritisiert Vorurteile. Rosalie Ueth (16), ebenfalls Schülerin und Teil des Film-Teams, ergänzt: „Man soll anerkennen, dass die Menschen unterschiedlich sind. Ihre Einzigartigkeit muss geschätzt werden. Das ist die zentrale Botschaft unseres Films.“

Insgesamt werken dreizehn Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren seit Dezember an dem Projekt. Zwar wurde auf Erfahrungen vorheriger Filme zurückgegriffen, aber zugleich eigene Ideen entwickelt. „Angefangen haben wir, indem sich jeder seine Gedanken gemacht hat und wir anschließend gemeinsam die Grundidee aufgebaut haben“, berichtet Rosalie, die schon immer gerne schauspielern wollte. Im Anschluss wurden die Arbeitsfelder verteilt: Rosalie ist für die Komposition zuständig, die 18-jährige Birke Labs hat die Regie übernommen, da sie bereits mehrere Praktika im Bereich Film absolviert hat, Noah Rode (16) und Brar Schultz (17) sind für die Ton- sowie Filmtechnik verantwortlich.

Alle investieren viel Freizeit in das Projekt und wissen, dass es von der Idee zum fertigen zwölfminütigen Film ein langer, kräftezehrender Weg ist. Der Dreh ist allerdings bereits abgeschlossen, jetzt stehen die Schneidearbeiten an. Auch das Einspielen eigener Filmmusik im Tonstudio muss noch erfolgen. „Wir lernen aus der Arbeit. Wichtig war, alles von A bis Z zu planen und sich auf andere verlassen zu können“, erklärt Hauptdarstellerin Jasmin. Gezeigt werden soll der Kurzfilm bei den Husumer Filmtagen im Herbst, auf Jugendfilm-Festivals sowie an Schulen. Eine DVD ist ebenfalls geplant.

Wie bei den vorherigen Filmprojekten hat Helga Lütjens (69) die Organisation übernommen. Die ehemaligen Leiterin einer Musikschule in Bargteheide findet es toll, mit Jugendlichen zu arbeiten: „Mich beglückt, dass ich durch diese Generation jung gehalten werde. Ich schöpfe viel Energie aus der kreativen Arbeit und glaube, dass ich von allen am meisten lerne.“ Wichtig ist für Helga Lütjens, dass jeder das macht, was er kann und will: „Lehrer sollen Talente entdecken und fördern.“

Spenden für den Verein „Tabu – Filmprojekte Husum im Hause Darwartz“, der das engagierte „Laila“-Team unterstützt, sind erwünscht, damit weiterhin kreative Projekte gefördert werden können. Auch soll anderen Jugendlichen in Workshops die gesammelte Erfahrung aus früheren Projekten weitergegeben werden.


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