Neues Konzept : Feuerwehr wird umstrukturiert

Der Amtsvorsteher begutachtet einen Chemikalien-Schutzanzug.
Der Amtsvorsteher begutachtet einen Chemikalien-Schutzanzug.

Im Amt Nordsee-Treene werden fünf Führungsstellen bei den Wehren eingerichtet. Das neue Konzept soll bereits im Herbst umgesetzt sein. Grund für die neue Struktur sind die Erfahrungen mit den beiden Stürmen „Christian“ und „Xaver“ im Herbst vergangenen Jahres.

shz.de von
20. Juni 2014, 10:00 Uhr

Amtsvorsteher Ralf Heßmann war zufrieden. Am Amts-Feuerwehr-Ausschuss bestand großes Interesse. „Das zeigt, welch’ hohen Stellenwert die Feuerwehren bei uns haben“, so Heßmann. Stellvertretend für Bürgermeister Willi Berendt stellte Andreas Lesch von der gastgebenden Witzworter Feuerwehr dann die Gemeinde vor. Wehrführer Dierk Hansen präsentierte gute Feuerwehrzahlen: 48 Einsatzkräfte, 14 in der Ehrenabteilung und eine starke 27-köpfige Jugendfeuerwehr. Der Feuerwehrbedarfsplan weist mit Stufe vier die höchste Stufe auf. Herausragend auch die Tagesverfügbarkeit mit 15 Einsatzkräften. Schwerpunkt ist die B 5, dafür stehen zwei Fahrzeuge zur Verfügung.

Schwerpunktthema des Abends war die Einrichtung von Amtswehrführungsstellen. Entstanden dazu ist die Idee nach den Sturmeinsätzen im vergangenen Herbst. Der Kreis Schleswig-Flensburg hat diese Unwetter-bezogenen Leitstellen schon eingerichtet. Nun sei auch das Amt Nordsee-Treene gefordert. Sie sollen nur bei Stürmen und Hochwasser eingerichtet werden. Ralf Heßmann: „Es soll keine Führung unterhalb der Führung sein – das wäre ein Overkill.“ Priorität der Leitstelle Nord in Harrislee habe die Rettung von Menschenleben. Die Alarmierungen, die nicht die Rettung von Menschenleben betreffen, sollen in der Regionalleitstelle gesammelt und dann an die Amtswehrführungsstellen gemeldet werden. Von dort werden die jeweiligen Wehren in den Orten alarmiert. Sie können dann eigenständig entscheiden, wie die Einsätze abgearbeitet werden. Die fünf Führungsstellen werden bei den Feuerwehren Hattstedt, Mildstedt, Schwabstedt Friedrichstadt und Witzwort eingerichtet. Zu Hattstedt gehören die Wehren Hattstedtermarsch, Nordstrand, Arlewatt, Horstedt und Olderup. Zu Mildstedt: Rantrum, Ostenfeld und Wittbek. Schwabstedt sind Winnert, Oldersbek, Ramstedt-Wisch und Hude-Fresendelf-Süderhöft angeschlossen. Friedrichstadt ist für Seeth, Drage und Koldenbüttel zuständig, und Witzwort für Uelvesbüll und Simonsberg zuständig. Hinsichtlich der Kosten sagte der Amtsvorsteher: „50 000 Euro kriege ich im Amtsausschuss nicht durch.“ Die Amtswehrführungsstellen werden in den jeweiligen Gerätehäusern eingerichtet.

Amtswehrführer Tim Petersen forderte am Ende der Diskussion: „Wir sollten zusehen, dass wir das Konzept bis zum Herbst umsetzen.“ Der Amtsvorsteher: „Wir sind froh, dass wir so aktive Lebensretter haben. Übrigens waren wir beim Amtsvorsteher-Treffen in Molfsee vom Cold-water-challenge der Wehren begeistert.“

Abschließend besichtigte die Gruppe die Witzworter Feuerwehreinrichtung mit Fahrzeughalle und Ausrüstung. Andreas Lesch und der Wehrführer führten zahlreiche Einrichtungsgegenstände vor, die über den Normbereich hinausgehen. Unter anderem gehören der Wehr zwei Chemikalien-Schutzanzüge, die die Osterhusumer Meierei auf ihre Kosten für die Wehr angeschafft hat. Die nächste Wehrführerversammlung findet am 14. Juli in Friedrichstadt statt, der Feuerwehrausschuss des Amtes trifft sich am 16. September.

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