Unter erschwerten Bedingungen : Feuerwehr-Nachwuchs zeigte Leistung

Zu den Aufgaben in den Wettkämpfen gehörte auch, nach einem simulierten Löschangriff die Schläuche wieder einzurollen.
Zu den Aufgaben in den Wettkämpfen gehörte auch, nach einem simulierten Löschangriff die Schläuche wieder einzurollen.

Großveranstaltung in Friedrichstadt: Mehr als 400 Nachwuchs-Brandschützer kamen aus dem ganzen Land zur Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendwehr zusammen.

shz.de von
15. Juni 2015, 11:00 Uhr

Ein eindrucksvolles Bild bot sich am Sonnabend (13. Juni) in Friedrichstadt: Mehr als 400 Jugendfeuerwehrleute mit Betreuern kamen aus ganz Schleswig-Holstein zur Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr auf dem Sportplatz der Eider-Treene-Schule zusammen. Den „Wettkampf“ gegen das Wetter verloren sie allerdings gelegentlich: Aufgrund der zunächst hohen Temperaturen und der sehr schwülen Luft kollabierten gleich mehrfach junge Teilnehmer – die vor Ort eingesetzte Rettungsgruppe sprach am Ende von 15 Fällen.

Vier Mal war die Lage sogar so ernst, dass der Rettungswagen aus der zwölf Kilometer entfernten Wache in Norderstapel (Kreis Schleswig-Flensburg) angefordert wurde. Um 15 Uhr musste dann neben dem Rettungswagen zusätzlich das Notarzt-Einsatzfahrzeug aus Tönning (15 Kilometer entfernt) herbeieilen.

Die Veranstaltung war vorbildlich vorbereitet worden: Die ausrichtende Jugendfeuerwehr Seeth und deren Jugendwart Rudi Albert hatte das Ganze wegen des großen Platzbedarfs ins Holländerstädtchen verlegt. „Die Leistungsspange bezeichnen wir immer als ,Gesellenstück‘ der Jugendfeuerwehren“, betonte Nordfrieslands Kreisjugendfeuerwehrwart Björn Hufsky.

Die jungen Feuerwehrleute hatten ihr Können in den Disziplinen Löschangriff, Staffellauf, Schnelleinsatz und Kugelstoßen zu zeigen und außerdem einen Fragebogen mit allgemeinen und feuerwehrtechnischen Fragen auszufüllen. „Die Leistungsspange ist eine Teamarbeit – sie ist nur als Gruppe zu schaffen“, erklärte Nordfrieslands Kreiswehrführer Christian Albertsen am Rande der Wettkämpfe: „Der Schnellste hilft dem Langsamen, der Starke dem Schwachen.“ Zur Veranschaulichung zog er das Beispiel „Staffellauf“ heran: „Die Gruppe entscheidet eigenverantwortlich, welche Strecke jeder einzelne zurücklegt.“

Angesichts der Kreislaufprobleme in mehreren Fällen zeigte sich Hufsky „sehr froh und dankbar, dass wir unsere Sanitäter der Niebüller Feuerwehr hier vor Ort haben“. Erleichtert stellte der Kreisjugendfeuerwehrwart fest: „Sie haben in jedem Fall sofort und fachkundig eingegriffen.“

Natürlich fehlte es bei dieser Großveranstaltung nicht an hochrangigen Gästen: Kreispräsident Heinz Maurus sprach ebenso Grußworte wie die Landtagsabgeordneten Astrid Damerow und Klaus Jensen sowie der stellvertretende Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, Werner-Peter Paulsen. Seeths stellvertretender Bürgermeister Ernst-Wilhelm Schulz betonte: „Liebe Teilnehmer, Ihr seid unsere Zukunft. Ich freue mich, in unserer heutigen Spaßgesellschaft noch so viele Jugendliche zu finden, denen Werte wie Kameradschaft, soziales Engagegment und Sätze wie ,Einer für alle – alle für einen‘ wichtig sind. Euer Einbringen in unsere Gesellschaft muss belohnt werden. Darüber sollten wir nachdenken!“

Auch Kreiswehrführer Christian Albertsen hatte sich die Teilnahme nicht nehmen lassen und war unmittelbar nach einem Termin auf Sylt von der Insel angereist. Die 24 Jugendfeuerwehrgruppen kamen aus dem ganzen Land – die 20 Wertungsrichter unter der Oberleitung des Landesfachbereichsleiters Wettbewerbe, Matthias Brumm aus Eckernförde, ebenfalls. Drei der 24 Gruppen schafften die Leistungsspange nicht – sie erhalten im Herbst eine zweite Chance.

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