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Aufgabe mit oberster Priorität : Feuerwehr braucht Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wolfgang Clasen aus Kating ist neuer Vizechef der nordfriesischen Feuerwehren. Bei der Hauptversammlung in Reußenköge betonte er, dass er „Motor“ für die Mitgliederwerbung sein möchte.

Das passte: Tagesordnungspunkt 11 um 11 Uhr – damit stand die wichtigste Entscheidung bei der Jahresversammlung der nordfriesischen Feuerwehren am Sonnabend (7. März) in Reußenköge an. Es ging um den Posten des stellvertretenden Wehrführers.

Der bisherige Amtsinhaber Günther Neumann aus Hattstedt hatte dieses Amt vor sechs Jahren von Wolfgang Clasen aus Kating übernommen. Clasen – Feuerwehr-Vizechef von 2003 bis 2009 – betonte: „Wir werden in den nächsten Jahren im Feuerwehrbereich große Veränderungen erleben. Ich möchte gern Motor sein bei der Mitgliederwerbung.“ Um 11.22 Uhr war es dann amtlich: Mit 100 Stimmen sicherte sich Wolfgang Clasen das Amt des stellvertretenden Kreiswehrführers; auf Günther Neumann entfielen 60 Stimmen.

Ohne Gegenkandidat wurde Vorstandsbeisitzer Klaus-Dieter Dorow wiedergewählt. Auch Kassenprüfer Uwe Hansen hatte keinen Gegenkandidaten.

Kreisfeuerwehr-Vorstandsmitglied Matthias Trapp aus Garding verabschiedete dann Eike Wilhelm Reinhardt aus dem „Löschzug Gefahrgut Süd“. Das Schleswig-Holsteinische Ehrenkreuz in Silber gab es für Bredstedts Wehrführer Kai Lorenzen, und das Ehrenkreuz in Gold wurde Joachim Christiansen aus Wrixum überreicht. Koldenbüttels Wehrführer Volker Schlotfeld nahm strahlend den großen Pokal des Westküsten-Marsches entgegen, der in Freestedt (Dithmarschen) stattgefunden hatte. Außerdem erhielt der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW) Husum, Rolf Höllmer, das Ehrenkreuz in Bronze.

Dann war es Zeit für den Bericht des Kreiswehrführers. Christian Albertsen: „Die 132 Feuerwehren in NF verfügen über 5318 Einsatzkräfte. 24 der 132 Feuerwehren hatten Grund zum Feiern: 23-Mal das 125-jährige und einmal das 100-jährige Bestehen.“ Auch ein „Tag der offenen Tür“ für eine Mitglieder-Werbeaktion am 11. Februar war nach seinen Worten ein Erfolg: 62 Wehren hatten sich hieran beteiligt – „bis zum Abend waren neun neue Blaujacken eingetreten, bis heute sind es elf“. Das deutsch-dänische, von der EU geförderte Projekt „Gefahrenabwehr ohne Grenzen“ sollte, so Albertensen weiter, ursprünglich nur bis 2012 laufen und sei nun ein zweites Mal – bis April 2015 – verlängert worden. „Wir haben uns als Kameraden kennengelernt und sind zu Freunden geworden. Ein Dank dazu an die Kommunen Tondern, Apenrade und Sonderburg sowie die Stadt Flensburg, die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie an die Mitarbeiter Peter Staustrup, Sebastian Annewater, Sebastian Schildger und an den Chef der Feuerwehr Tondern, Jakob Christensen. Es wird auf jeden Fall weitergehen – ob mit oder ohne Projekt.“ Nach Rücksprache mit Landrat Dieter Harrsen bleibe der Kreis Nordfriesland bei seiner „50-Prozent-Förderung“, erklärte der erste Feuerwehrmann Nordfrieslands.

Harrsen, der neben Albertsen am Vorstandstisch saß, lobte: „Ich danke Ihnen und euch für die im abgelaufenen Jahr geleistete Arbeit. Wir müssen erkennen: Die Feuerwehren sind unverzichtbar. Die vielen Dinge, die zu erledigen sind, können wir nicht alle hauptamtlich leisten. Wir sind auf ein starkes Engagement ehrenamtlicher Kräfte angewiesen.“

Der stellvertretende Landesfeuerwehr-Chef Rolf Thomsen betonte: „Der wichtigste Werbeträger seid ihr.“ Schleswig-Holsteins Ehrenlandesbrandmeister Hinrich Struve (Reußenköge) gab zu bedenken: „Die Einsatzfahrzeuge werden immer moderner. Warum muss dann eine Löschgruppe immer noch aus 27 Einsatzkräften bestehen? Und wenn, wie uns immer wieder gesagt wird, das Material besser geworden ist – warum werden dann die Wartungsintervalle verkürzt?“

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