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Ermittlungs-Erfolg : Feuerteufel von Garding gefasst – Er zündelte seit 2011

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dienstag zündete der Mann noch Müllcontainer in Garding an, einen Tag später wurde er auf seiner Arbeitsstelle festgenommen.

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 18:45 Uhr

Garding | Hausbesitzer in und um Garding sowie die Feuerwehren der Umgebung können aufatmen: Die Polizei hat am Mittwoch einen 31-jährigen Mann festgenommen, der dort in den vergangenen Jahren etliche Feuer gelegt hat, wie er bei der Vernehmung einräumte.

Zum letzten Mal hat er am Dienstag (31. Januar) gegen 22.30 Uhr in Garding in der Straße Osterende zugeschlagen, wie die Polizei mitteilt. Pikanterweise steckte er Mülltonnen an, die auf einem Grundstück gleich neben dem Parkplatz der Stadtfeuerwehr standen und zu einer Seniorenwohnanlage gehörten. Zwei Fußgänger hatten die Leitstelle und auch die Bewohner alarmiert, die sich so rechtzeitig aus der Gefahrenzone begeben konnten. Als die Feuerwehr eintraf, brannte der Verschlag bereits in voller Ausdehnung, wie Wehrführer Dennis Kielinski berichtet. Die Flammen griffen auf das Gebäude über und fraßen sich durch die Wärmedämmung bis unter die Dachhaut. Die Feuerwehr öffnete diese und verschaffte sich auch Zugang zu der Wohnung, die leerstand, um auch von innen unter das Dach zu schauen. Ein Übergreifen des Feuers auf den Giebel wurde durch den schnellen Einsatz der Wehr verhindert. Die Flammen waren nach 20 Minuten gelöscht. Verletzt wurde niemand. Die Bewohner des Gebäudes konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Kriminalpolizei Husum nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf, da von Brandstiftung ausgegangen wurde.

Aufgrund einer Häufung von Bränden, insbesondere in Garding und in benachbarten Ortschaften, wurde bereits vor mehreren Monaten eine mehrköpfige Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizeistelle Husum gegründet, deren Ziel die Aufklärung dieser Brandserie war. In monatelanger akribischer Ermittlungsarbeit gelang es dieser Einheit, einen mutmaßlichen Tatverdächtigen zu identifizieren. Kripobeamte suchten ihn am Mittwoch (1. Februar) an seiner Arbeitsstelle auf. Er legte hinsichtlich der Vorfälle in Garding zwischenzeitlich ein Geständnis ab.

Neben der Tat am 31. Januar in Garding gab er diverse weitere Brandstiftungen und Sachbeschädigungen durch Feuer in Garding zu. Darunter befanden sich auch zwei Reetdachhäuser, die im Oktober 2015 angezündet worden waren. In einem Gebäude in der Hahneburg befanden sich die Bewohner im Haus, als das Reetdach abends angesteckt wurde. Sie konnten sich unverletzt retten. Es entstand jedoch ein größerer Gebäudeschaden. Ein reetgedecktes Ferienhaus in der Tönninger Straße war nicht bewohnt, als es vom 31-Jährigen angezündet wurde.

Ferner steckte der Tatverdächtige im August 2016, laut eigenen Angaben, einen Carport beim dänischen Kindergarten an. Darüber hinaus will er diverse Brände an Altkleider- und Müllcontainern sowie an einem reetgedeckten Pavillon unter anderem im Graureiherweg, im Kirchkoogweg und in der Marienstraße gelegt haben. Erste Brandstiftungen sollen von dem Tatverdächtigen bereits im Jahr 2011 begangen worden sein.

Als Motiv nannte er finanzielle Probleme, Beziehungsstress und allgemeinen Frust. Nach seinem Geständnis zeigte er sich sichtlich erleichtert, wie die Polizei weiter mitteilt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Flensburg wurde der Beschuldigte am Donnerstag (2. Februar) dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an.

Nicht geklärt sind dagegen weitere Brände aus den Jahren 2015 und 2016. So wurden im Oktober 2015 innerhalb von zwölf Tagen ein Reetdachhaus in Katharinenheerd und ein großes Reetdachgebäude in St. Peter-Ording im Heedweg ein Raub der Flammen. 2016 gab es im Spätsommer und Herbst in Tating und in St. Peter-Ording Feueralarm, gleich zwei Mal war ein Ferienhaus im Waldweg betroffen. Wieder waren es reetgedeckte Gebäude. Außerdem brannte Ende Oktober die Schulturnhalle von Witzwort ab, auch hier geht die Kripo von Brandstiftung aus.

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